Christian Stöcker hat auf Spiegel-Online „zehn Wahrheiten über das Web“ formuliert. Und das sind gute Thesen geworden: Warum die Dummheit des Internets ein Segen ist.
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Wir brauchen eine neue Definition von Öffentlichkeit
Das Internet und das, was darin geschieht, wird derzeit noch überwiegend als Pendant zum journalistischen Publizieren betrachtet: Wer etwas veröffentlicht, weil auf eine Web-Seite gestellt hat, ist selbst schuld. Wenn es erstmal draußen ist, darf es sich jeder ansehen, jeder darf daraus zitieren (manche Medien sind sogar der Meinung, sie dürften so veröffentlichte Fotos einfach übernehmen und abdrucken) und es bei Bedarf gegen den Autor verwenden. Für Gespräche in der Kneipe gilt diese Betrachtungsweise bislang nicht: Obwohl sie auch an einem öffentlichen Ort stattfinden, würde man auf wenig Gegenliebe stoßen, wenn man sie aufzeichnen und ihren Inhalt anschließend gegen die Gäste verwenden würde. Auch für das Internet sollte klar sein: Hier findet an von den Benutzern als geschützten Räumen wahrgenommenen Orten private Kommunikation statt. Nicht alles, was online ist, ist auch „öffentlich“ im herkömmlichen Sinn. Manche Anbieter haben diese schlichte Wahrheit technisch umgesetzt – etwa über abstufbare Systeme, mit denen sich Profilseiten je nach Betrachter privater oder eben diskreter gestalten lassen. Es ist aber auch ein Umdenken bei den Nutzern und vor allem den Kritikern digitaler Kommunikation nötig: Nicht alles, was belauscht werden darf, sollte belauscht werden, nicht alles, was zu sehen ist, muss man sich ansehen. Das ist eine Frage der Etikette.