Der Netzpolitik-Podcast ist ein Interview mit dem Wissenschaftler Thomas Rid über sein gerade erschienenes Buch „War 2.0: Irregular Warfare in the Information Age“. In dem knapp 35 Minutenlangen Gespräch unterhalten wir uns darüber, wie soziale Medien in Streitkräften zur Anwendung kommen und wie ihre nichtstaatlichen Gegner sie nutzen.
Es geht dabei um Soldatenblogs, wie sich Soldaten mittels Social Networks vernetzen und welche Herausforderungen für die traditionellen hierarchischen Organisationsstrukturen durch die Nutzung von sozialen Medien entstehen. Ab Minute 20 unterhalten wir uns über die Gegner am Beispiel von Hisbollah und Al Quaida. Hier gibt es zwei unterschiedliche Strategien. Während die Hisbollah eher eine Massenbewegung ist, die auf Merchandising und traditionelle Medien setzt, nutzt al Quaida eher Mechanismen des Open-Source-Campaignings.
Im Buch „War 2.0″ wird die These vertreten, dass es zwei eng miteinander verbundene Trends gibt, die moderne Streitkräfte unter immensen Anpassungsdruck setzen: Die steigende Zahl von Aufständen und die zunehmende Bedeutung des Internet. Im Cyberspace wie im Krieg hat die öffentliche Dimension in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Das Buch untersucht die unterschiedlichen Wege, wie Aufständische und ihre Gegner irreguläre Konflikte an neue Medienplattformen angepasst haben. Es analysiert die PR-Politik der US-Landstreitkräfte, der britischen Armee und der israelischen Verteidigungskräfte. Dabei werden die medienbasierten Methoden dieser konventionellen Streitkräfte mit denen ihrer erfolgreicheren, nichtstaatlichen Gegner verglichen. Außerdem wird gezeigt, wie Al Kaida, die Taliban oder die Hisbollah das Internet nicht nur für Propaganda nutzen, sondern auch, um Anhänger zu mobilisieren und Aufstände in Gang zu setzen.
Zum Abschluß stellten wir noch die Frage, ob in Deutschland auch Blogs und soziale Medien von Soldaten der Bundeswehr genutzt werden. Hier kenne ich keine Beispiele. Über Links würde ich mich daher freuen.
