Was tun, wenn die Bombe explodiert?

Staatliche US-Aufklärungsmaterialien aus vergangenen Zeiten haben im Rückblick viel satirischen Charakter. Neben Anti-Japan-Propaganda, Sex- und Drogen-Aufklärung ist das Informationsprogramm rund um mögliche Atombombenniederschläge in der Retrospektive mit am lustigsten: Duck and cover. Da gibt es praktische Tipps wie:

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When you see a flash of light brighter than the sun: Don’t run – there is no time. Fall flat on your face. Get down fast.

If you are in your car: Stop the car fast, set the emergency brake and dive for the floor. Stay down for at least a minute.

[via]

Bei archive.org gibt es auch noch genug bewegte Bilder zu den Sachen.

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8 Kommentare
  1. Die Anweisungen sind – aus der damaligen Sicht – gar nicht blöd.

    Die Langzeitwirkungen von radioaktiver Strahlung/Kontamination waren damals noch nicht wirklich erforscht/bekannt. Dementsprechend war auch noch nicht klar, dass im Falle eines ausgewachsenen Atomkrieges sowieso alles Toast wäre (bzw. war damals das nukleare Arsenal auch noch nicht so weit). In dem Fall sind aber sowieso alle Anweisungen bogus.

    Aber im beschriebenen Fall weiß man auch nicht, ob es wirklich ein Krieg oder vielleicht doch nur eine einzelne Explosion (aus welchem Grund auch immer) ist. Und in diesem Fall würde ich schon versuchen, zmindest nicht sofort erschlagen/getoastet/zerstrahlt zu werden. Um Langzeitfolgen kann man sich hinterher immer noch Gedanken machen.

    Kurz: Klar, wenn dir eine A-Bombe auf den Kopf fällt nützt eine Mauer auch nicht viel. Aber mit ein bisschen Abstand vielleicht eben doch so viel, dass der Krebs sich Zeit lässt bis er heilbar ist. Duck and Cover – auch heute noch. Im Fall des Falles. Hoffentlich nie.

  2. Nachtrag: Ich hab mal eine Story von einem Schuljungen gehört, der in Hiroshima den Flash gesehen hat – wenn ich mich recht erinnere war seine Schule 800m vom Abwurfpunkt entfernt – und heute noch (oder bis vor ein paar Jahren, ist auch schon wieder etwas her) Besuchergruppen durch die Gedenkstätte dort führt.

  3. @Mathias:

    Vor Strahlung und Krebs schützt die Mauer garantiert nicht, dafür bräuchte es meterdicke Bleiwände.

    Die Anweisungen sind aber tatsächlich nicht sooo dumm.
    Eine Atombombe hat neben der verheerenden Strahlung nämlich tatsächlich eine riesige Druckwelle und eine extreme Hitzwelle aufzubieten, die beide nicht ganz angenehm sind…
    Auf Youtube gibt es einige Aufnahmen von Atombombentests.

  4. Eine Atombombe zerstört alles, was am direkten Einschlagspunkt liegt. Abhängig von Stärke und Art der Atombombe nimmt die Zerstörungswirkung aber ab, je weiter man vom Einschlagspunkt entfernt ist. Wer sich also in mehreren Kilometern Entfernung befindet, kann unter Umständen überleben, wenn er sich richtig verhält.

    Satirisch sind diese Hinweise trotzdem: Bei der vorhandenen Masse an Atomwaffen wäre der Fallout massiv gewesen, noch dazu wäre in der Folge des Atomkriegs vermutlich die komplette Infrastruktur zusammengebrochen – auch die Überlebenden wären also vermutlich kurz später gestorben.

    http://www.ij-healthgeographics.com/content/6/1/5

    Ich finde es sehr schade, dass die Bedrohung durch Atomwaffen aus dem öffentlichen Bewußtsein im Moment eher verschwunden ist. Nachdem nun immer mehr „instabile“ Staaten Nuklearmächte werden (am gefährdetsten imho Pakistan), ist die nukleare Gefahr in den letzten Jahren eher größer als kleiner geworden.

  5. Eine Gold-Neutronenbombe ist noch viel gefährlicher als eine Atombombe da die Strahlung bei solch einer Neutronenbombe ^10 mal so viel wie bei einer gewöhnlichen Nuklearwaffe ist.

    Bisher waren die USA die einzigen die solche eine Waffe jemals gebaut und wieder verschrottet haben, eine einzelne Neutronenbombe hätte ausgereicht um einen ganzen Kontinent zu verstrahlen.

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