Kultur

Fair Music

Sascha Kösch in der De-Bug 118 über „Fair Music„:


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FairTrade kümmert sich seit dreißig Jahren um eine angemessene Entlohnung von Lebensmittelproduzenten in den Entwicklungsländern. Dieses Modell soll jetzt auf kulturelle Produkte ausgeweitet werden, allen voran Musik. Peter Rantasa tritt den steinigen Weg an.

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4 Kommentare
  1. Kinderzimmer Productions hören auf! Und dafür zitiere ich nun von deren internetseite:

    „Auf alle Fälle jetzt ein Neubeginn. So hieß es vor 14 Jahren auf unserem ersten Album. Und jetzt ist es schon wieder soweit: Kinderzimmer Productions beerdigen ihren Namen, aber nicht die Idee, die dahinter steckt. Wir haben die Entscheidung getroffen, uns von etwas zu verabschieden, was unserem Leben Sinn gegeben hat, ohne zu wissen, was danach kommt. Dafür muss es Gründe geben? Und ob! Da ist auf der einen Seite HipHop. Wir haben immer gehofft, dass er sich zu einer kompletten Kultur entwickeln würde, und eine Kultur schließt alle Formen, Spielarten, Altersgruppen ein. Das ist nicht so gekommen. Leider halten viele Menschen HipHop inzwischen für dumpf und dumm, und wer sich den Mainstream ansieht, muss ihnen leider recht geben. Wir sind nicht angetreten, Teil einer solchen Kultur zu sein, halten nicht mehr länger dagegen und sind deshalb draußen. Wir wissen, wo wir herkamen. HipHop hat sich in Deutschland in eine Richtung entwickelt, die wir nicht mehr mittragen wollen. Und? Da ist die wirtschaftliche Seite. Die Form, wie Musik konsumiert wird, wandelt sich zusehends. Dass Musik für jeden frei zugänglich ist, ist im Prinzip sehr schön. Doch leider ist Musik machen immer noch sehr teuer, und die Einnahmen aus dem Plattengeschäft und von Touren reichen nicht mehr aus, um unseren Standard zu halten. Wir möchten unseren Fans die Musik bieten, die sie von uns gewohnt sind. Wir haben Ansprüche an die Qualität unserer Musik, die wir erfüllen wollen. Das geht nicht mehr, zumindest nicht ohne einen Mäzen. Wenn uns ein anderer Weg einfällt, wie gute Musik zu retten ist, werden wir ihn sofort einschlagen und alle mitreißen, die den Weg mit uns gehen wollen. Aber diesen Masterplan hat leider noch niemand entwickelt…“ soweit das statement von kinderzimmerProductions zu deren auflösung… dem widersprechen möchte vielleicht Peter Rantasa vom Musikinformationszentrum Austria… zu hören im interview von radio corax.

  2. Also um CDs oder Downloads zu veröffentlichen brauch kein Musiker ein Label, Fair oder unfair.

    „Als zweiten Grund, warum es für uns jetzt auch besonders sinnvoll erschien, war, dass der Strukturwandel der Musikwirtschaft durch das Internet, das mittlerweile einen beachtlichen Teil des Marktes ausmacht, eine große Chance birgt. Mit über 10% des Marktes reden wir ja von einer signifikanten Größe, bei der man gut nachfragen kann, ob das zu einer Verbesserung der Situation der Künstler und Produzenten führt.“

    Wie bitte? Downloads haben knapp 10 Prozent Anteil am Umsatz der Labels. Aber zur Musikwirtschaft gehört ja viel mehr. Angeblich liegt die Zukunft der Musik doch bei Konzerten. Da müssten also zuerst einmal die Praktiken von Konzertveranstaltern, Clubs, Managern usw. untersucht werden.

    Um die „Codes des Kapitalismus“ umzuschreiben, reicht es garantiert nicht, ein Webseite einzurichten. Da muss man an ganz anderen Stellen ansetzen …

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