Kultur

Die Musikindustrie steckt in der Krise

Der Deutschlandfunk hat am Samstag in der Sendung „Hintergrund“ über die Krise der Musikindustrie berichtet: Down durch Download.

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Im Gegenteil: Es wurde den Musikinteressierten so schwer gemacht wie möglich: zunächst mit dem Kopierschutz, um das Kopieren der CD auf dem Rechner zu verhindern. Allerdings ließen sich damit einige CDs auch nicht mehr im CD-Player abspielen. Als die Industrie dann doch auf den Download-Zug aufsprang, wurde auch hier der Kopierschutz eingeführt – mit ähnlichen Problemen für die Nutzer. Viel Energie wurde schließlich in die Bekämpfung der Musikpiraterie gesteckt. Illegale Downloads schaden in der Tat nicht nur der Plattenfirma – Komponisten, Texter und Künstler gehen dabei ebenfalls leer aus. Allerdings ist die Bekämpfung ein recht komplizierter Vorgang.

Eine MP3 hab ich von der Sendung noch nicht gefunden, nur das Transcript.

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6 Kommentare
  1. dieses problem wird man nie zu 100 prozent aus der welt schaffen können, da immer ein weg gefunden werden kann dieses liedgut zu verteilen / kopieren / kostenlos zu erlangen.

    glaube aber auch, dass diese ganze geschichte ein klein wenig zu weit hochgespielt wird.

  2. Oje! In der Sendung wurde schon wieder der ganze Quatsch (Vorurteile, Halbwahrheiten und kompletter Blödsinn), der seit 15 und mehr Jahren durch die Presse geistert, „gesampelt“ und „re-mixt“.

    „Down durch Download“
    Illegale Downloads waren/sind nur ein kleiner Faktor für die Krise der Tonträgerindustrie. Und legale Downloads werden ganz sicher nicht (in absehbarer Zukunft) aus der Krise führen.

    „wenn ein Betrag von über einer Milliarde Euro im Raum steht.“
    Bei den Verhandlungen zwischen Bertelsmann und Sony steht ein Betrag von einer Milliarde Yen (600 Millionen Euro) im Raum.

    „Innerhalb von vier Jahren hat sich die Zahl der illegalen Downloads von 600 Millionen auf 300 Millionen halbiert.“
    Das behaupten interessierte Kreise. Tatsächlich steigt die Tauschbörsennutzung (laut Big Champagne) weiter an. Von den ganzen anderen Möglichkeiten der ( illegalen) trägerlosen Distribution ganz zu schweigen.

    „Insgesamt aber hat die Musikindustrie bis heute fast nur reagiert, statt selbst die Initiative zu ergreifen. Das Beispiel des weltweit erfolgreichsten legalen Downloadportals für Musik, iTunes, offenbart das nur zu deutlich.“
    iTunes gibt es seit 2003. Jahre davor gab es MP3.com (von der UMG 2001 gekauft), pressplay (Sony Music / Universal Music) und MusicNet (BMG / WMG / EMI), die Secure Music Distribution Initiative (1999) und unzählige Downloadangebote einzelner Majorlabels, zum Beispiel Farmclub (UMG).

    „Die amerikanische Kaffeehauskette [Starbucks] ist letztes Jahr erfolgreich ins Musikgeschäft eingestiegen. Noch mehr Konkurrenz also für die Etablierten.“
    Ins Musikgeschäft eingestiegen ist Starbucks 1999. Letztes Jahr hatten sie lediglich ein neues Label gegründet. Dabei waren sie so erfolgreich, dass sie dieses lächerliche Experiment – 2 verkaufte CDs pro Tag und Store in den USA – aufgegeben und an die Concord Music Group verkauft haben.

    „Den Super-GAU erlebt die Musikindustrie allerdings seit ein paar Monaten ausgerechnet mit ihren größten Erfolgsgaranten. Madonna war die erste, die bei Live Nation einen Vertrag unterzeichnete. Die amerikanische Firma ist eigentlich ein Tourveranstalter, bietet jetzt aber ein Rundum-Sorglos-Paket an: Vom Tourmanagement über Plattenproduktion, -vertrieb und -verkauf bis zu Merchandising. 360-Grad-Modell nennt man das in der Branche.“
    Nachdem Madonna zu Live Nation wechselte, hat sich der Aktienkurs des Unternehmens halbiert. Und in diesem Fall hat die Börse Recht. Die für das Label eingekauften Musikexperten sind schon wieder entlassen. Von wegen 360-Grad-Modell: Die Tonträger von Live-Nation-Artisten werden an Majorlabels lizenziert oder direkt über Wal-Mart verkauft. (Wie die von den Eagles und Garth Brooks.) Die Rendite von Live-Nation war schon vor der Erweiterung des Geschäftsmodells viel geringer als die der Musikkonzerne, und die Verträge mit den „Erfolgsgaranten“ waren viel zu hoch dotiert. Wenn diese Deals „Super-GAUs“ waren, dann für Live Nation.

    Und warum ausgerechnet „Privatinvestoren“ schlecht für die Musikindustrie sein sollen, weiß Tim Renner allein. Als ob Bertelsmann, Vivendi, Sony keine Profitinteressen haben. Decca hatte zwei Börsengänge hinter sich, bevor die die erste Platte veröffentlicht haben. Und wer hat Decca zu einem Weltkonzern gemacht? Der Aktienhändler Edward Lewis (was nicht heißt, dass Guy Hands den Turnaround bei EMI schafft).

  3. wunderbar der vergleich von musik mit wasser oder luft ist echt angebracht weil wir musik ja genauso wie wasser oder luft brauchen zum überleben -.-

    „Innerhalb von vier Jahren hat sich die Zahl der illegalen Downloads von 600 Millionen auf 300 Millionen halbiert“
    solche fiktiven zählungen sind genausowenig hilfreich bei der debatte
    wenn etwas illegal ist kann niemand behaupten zu wissen wie oft dies geschehe

    auch empfinde ich es nicht als „leider“ das zivilisten keinen anspruch haben meine verbindungsdaten zu erhalten

  4. Kann meinem Vorredner nur zustimmen. Das zeigt wieder einmal das nur der Profit im Vordergrung steht.
    Wer gute Musik will kriegt sie im Netz und das kostenlos, ohne Werbung und schwachsinnige Onlineshops. Beispiele: Phlow Netlabel, Jamendo, Magnatune….

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