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Wikipedia im Interview

Bei Süddeutsche.de gibt es ein Interview mit Kurt Janson über die Wikipedia: „Wir arbeiten hier mit Netz und doppeltem Boden“. SZ: Wikipedia gilt manch einem als Positivbeispiel für einen herrschaftsfreien Diskurs. Ist das nicht ein großer Selbstbetrug, wenn 180 Administratoren darüber befinden, was als enzyklopädisches Wissen überlebt und was nicht? Janson: Die Administratoren sind in…

  • Markus Beckedahl

Bei Süddeutsche.de gibt es ein Interview mit Kurt Janson über die Wikipedia: „Wir arbeiten hier mit Netz und doppeltem Boden“.

SZ: Wikipedia gilt manch einem als Positivbeispiel für einen herrschaftsfreien Diskurs. Ist das nicht ein großer Selbstbetrug, wenn 180 Administratoren darüber befinden, was als enzyklopädisches Wissen überlebt und was nicht?

Janson: Die Administratoren sind in den meisten Fällen eher ausführendes Organ, das eine offene Diskussion der Community um die Löschung eines Artikels neutral auswertet. Grundsätzlich wird diese Entscheidung immer von einem Administrator getroffen, der an der vorausgehenden Debatte unbeteiligt war. So mutig, allen Teilnehmern das Recht zur Löschung von Artikeln zu geben, sind selbst wir noch nicht gewesen. Aber davon abgesehen: Sieht man sich die zigtausend Diskussionsbeiträge an, die jeden Tag zu den verschiedensten Themen in Wikipedia veröffentlicht werden, dann kann Wikipedia durchaus als Modell eines anderen, offeneren Wissensdiskurses gelten.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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3 Kommentare zu „Wikipedia im Interview“


  1. Naja, Englische Wikipedia hat mehr Wissen, weil mehr geduldet wird


  2. Also ich trage fast nichts mehr zur deutschsprachigen Wikipedia bei, weil ja eh alles gelöscht wird und da eh nur Leute am Werk sind, die keine Ahnung von Wikis haben. Die haben die Wikipedia kaputtorganisiert – und als Quelle taugt sie auch nicht. Manchmal denkt man: Wenn der Begriff nicht in der Wikipedia ist, ist er nicht relevant – aber weit gefehlt. Durch die massive Unkenntnis der dortigen Bürokraten stellt die Wikipedia nur noch ein Zerrbild der Wirklichkeit da und eignet sich somit immer weniger zur Recherche, eben auch weil viele Wissensträger die Lust verloren haben Arbeit zu investieren, die dann einfach gelöscht wird. – Thilo


  3. Wie in diesem Blog in einem anderen Bericht geschrieben wurde schlägt Wikipedia den Brockhaus im Informationswert. Daher glaube ich im Gegensatz zu meinem Vorredner schon das die Wikipedia als Quelle gut taugt.
    Auch die Entscheidungsfindung bezüglich der Aufnahme und Löschung von Artikeln leuchtet mir ein. Würde man diese nicht einem qualifizierten Administrator überlassen, könnte möglicherweise die Löschung eines Artikeln von einer unqualifizierten Mehrheit beschlossen werden.

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