Datenschutz

Irgendwie weg

In Grossbritanien sind zwei CDs mit personenbezogenen Daten von Kindergeld-Empfängern irgendwie mit der Post (in diesem Fall wohl TNT) verloren gegangen. Die CDs sollten zu einem Audit geschickt werden und enthielten die Daten von 25 Millionen Bürgern und 7,25 Millionen Famillien. Die Daten enthielten auch nur Name, Adresse, Geburtsdatum, Sozialversicherungsnummer und Kontenangaben aller Briten mit einem Kind unter 16 Jahren. Immerhin mit einem Passwort versehen. Wortfeld titelte dazu passend: Was fehlt


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Und die BBC berichtet ausführlich über den Fall und die Reaktionen: „UK’s families put on fraud alert

Die Regierung geht nicht von einem kriminellen Hintergrund aus, hat aber keine Ahnung, wo die Daten sind. Die Bürger sollten daher mal ihre Konten beobachten. Ausserdem wurde eine telefonische Hotline eingerichtet. Dort können sich die 25 Millionen britischen Bürger hinwenden, falls noch Rückfragen oder Sorgen haben. An der Hotline möchte ich nicht sitzen.

Der konservative Oppositionsführer Cameron brachte gleich noch Kritik am Aufbau einer nationalen Pass-Datenbank zum Ausdruck. Leicht verwunderliche konservative Rhetorik, wenn man das mit der Union vergleicht:

He urged the government to „get a grip“ and said it was the „final blow for the ambitions of this government to create a national ID database“ as „they simply can not be trusted with people’s personal information“.

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10 Kommentare
  1. Leicht verwunderliche konservative Rhetorik, wenn man das mit der Union vergleicht.

    Warum ? „Konservativ“ hat AFAIK das Betonen des Bewährten zum Inhalt. Und „kein Register“ ist doch offenbar althegebracht in GB ?

  2. Hierzulande ticken die Konservativen ja seither etwas anders. Wie schon Franz-Josef Straß sagte:

    Konservativ sein heißt, an der Spitze des Fortschritts zu marschieren.

    Und rein technisch betrachtet wäre ja die Totalregistrierung von Allem und Jedem eine gewisse Art von Fortschritt.

  3. Geil… ich würde gerne Wetten annehmen wie lang es braucht, bis CD’s mit gesammelten Daten aus der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland einfach verschwunden gehen…

  4. Kein krimineller Hintergrund? 25 Millionen Datensätze mit Adressen und Kontendaten dürften im Adresshandel zig Millionen Pfund wert sein. Die britischen Postzugräuber von 1963 mussten für einen etwa gleich hohen Betrag noch einen wesentlich höheren Aufwand betreiben.
    Zumindest ein Milliönchen sollten da als Finderlohn schon rausspringen.

  5. Zum Thema Passwort hatte Slashdot heute einen Artikel zum simplen „Cracken“: http://it.slashdot.org/article.pl?sid=07/11/20/1914209 Also wird das nicht unbedingt wirklich einen Schutz darstellen, oder?


    Hotline: Du willst da nicht sitzen. Dabei wäre das genau der Ort, wo man den Menschen mal stecken könnte, was man mit den Daten so alles anstellen kann… Nur, um dem Nothing To Hide mal einen fetten Riegel vorzuschieben.

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