Justizgeheimnis und Pressefreiheit in Portugal

Portugal, meist etwas außerhalb des europäischen Blicks, hat auch seine Skandale: die Pressefreiheit ist hier nicht unantastbar, wie es aussieht.

Vergangene Woche hat die portugiesische Polizei, autorisiert von der Justiz, die Redaktionsräume des Boulevardblattes „24 Horas“ durchsucht. Zwei Reporter hatten vor einem Monat Informationen aus einem Untersuchungsbericht über den Pädophilen-Skandal von Casa Pia, in dem Ende 2004 die Urteile gesprochen wurden, veröffentlicht. „Wenn man jemandem mitteilt, dass er abgehört wurde, dann ist das eine Verletzung des Justizgeheimnisses“, kommentiert die Chefredaktion von Diário de Notícias. „Aber das Problem liegt woanders, und zwar in der Interpretation dieses Gesetzes zum Justizgeheimnis… Die Regierung ist dabei, ein regelrechtes Netz von administrativen und rechtlichen Beschränkungen über die Ausübung eines freien und unabhängigen Journalismus zu spannen. Und genau das werden wir mit allen Mitteln bekämpfen.“

Wer kann mehr darüber sagen? Mein portugiesisch ist nicht allzu gut.

[gefunden im Diário de Notícias, über den Eurotopics-Newsletter]

Du möchtest mehr kritische Berichterstattung?

Unsere Arbeit bei netzpolitik.org wird fast ausschließlich durch freiwillige Spenden unserer Leserinnen und Leser finanziert. Das ermöglicht uns mit einer Redaktion von derzeit 15 Menschen viele wichtige Themen und Debatten einer digitalen Gesellschaft journalistisch zu bearbeiten. Mit Deiner Unterstützung können wir noch mehr aufklären, viel öfter investigativ recherchieren, mehr Hintergründe liefern - und noch stärker digitale Grundrechte verteidigen!

Unterstütze auch Du unsere Arbeit jetzt mit deiner Spende.

Unterstütze auch Du unsere Arbeit jetzt mit deiner Spende.