Soll die Open-Source-Community Zeit aufwenden, um ihre Programme auf Windows lauffähig zu bekommen?
Diese Frage teilt die Entwickler-Gemeinde in glühende Verfechter und in kompromisslose Gegner. Ich persönlich gehöre zu den glühenden Verfechtern, denn ich bin überzeugt, Freie Software auf Windows ist ein Gewinn für die jeweilige Software im speziellen und die Philosophie Freier Software im Allgemeinen. Dies führe ich auf folgende Punkte zurück:
- Die Software bekommt eine größere potenzielle Benutzerbasis. Wenn die Software gut ist, wird sich das zwangsläufig in einer größeren Nutzerbasis auswirken.
- Freie Software zeigt damit seine größere Flexibilität. Bei propritärer Software kann nur der Hersteller die Portierung auf ein neues Betriebssystem vornehmen. Bei Freie Software kann es prinzipiell jeder Nutzer, der die Fähigkeiten dazu besitzt. Somit sind Portierungen möglich, auch wenn der Hersteller dies nicht unterstützt.
- Freie Software für Windows erleichtert die Migration auf ein Freies Betriebssystem. Jede Freie Software, die ein Nutzer unter Windows verwendet nimmt ihm ein Stück Angst vor einem Wechsel.
Der letzte Punkt ist in meinen Augen strategisch gesehen das stärkste Argument für Freie Software unter Windows. Jeder Nutzer, der mit Thunderbird seine E‑Mail liest, mit Firefox im Internet surft, mit VLC seine Videos ansieht, mit OpenOffice seine Texte schreibt, wird bei einem Betriebssystemwechsel weniger Umstellungsprobleme haben. Ein Betriebsystem wird damit endlich wieder auf die Funktion degradiert, die ihm angedacht ist: ein Programmstarter und Ressourcenverwalter!
Freie Software für Windows stellt somit einen großen Schritt zur Wahlfreiheit und zur Verringerung der Herstellerabhängigkeit dar. Außerdem werden damit effektiv Monopole in der IT verhindert, was der Innovation und dem Markt zu Gute kommt. Also eine reine Gewinn-Situation!
Somit ist die Diskussion zu diesem Thema hier eröffnet :) Wer Argumente dafür oder dagegen hat, der teile sie mir bitte in den Kommentaren mit.