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Businessmodell: Profitable Freie Software

Die Öffnung eines Unternehmens für Entwicklung durch Freie Software könnte das Geschäft langfristig beflügeln und andererseits freien Entwicklern ein Einkommen bieten. Zu diesem Resultat kamen zwei amerkianische Forscher, Doktorand Marshall Van Alstyne von der Boston Univercity und dem MIT – Center for E‑Business und Geoffrey Parker, außerordentlicher Professor an der Tulane University in New Orleans.…

  • Markus Beckedahl

Die Öffnung eines Unternehmens für Entwicklung durch Freie Software könnte das Geschäft langfristig beflügeln und andererseits freien Entwicklern ein Einkommen bieten. Zu diesem Resultat kamen zwei amerkianische Forscher, Doktorand Marshall Van Alstyne von der Boston Univercity und dem MIT – Center for E‑Business und Geoffrey Parker, außerordentlicher Professor an der Tulane University in New Orleans. Bereits im September veröffentlichten sie ihre Wirtschaftsanalyse „Innovation Through Optimal Licensing in Free Markets and Free Software“, die sich mit verschiedenen Lizenzen, von der proprietären bis zur Freien Software-Lizenz beschäftigt. Ihr Ergebnis als PDF-Datei: „[Wir] finden, dass das Öffnen einer Plattform die Gewinne steigern kann, basierend exklusiv auf den Netzwerkeffekten, exklusiv auf der Innovation, oder auf beidem. Die Fähigkeit einer Firma, nach gelagerte Innovation zu kontrollieren, gibt ihr Gründe, sich rational mehr wie ein Sozialplaner zu verhalten und sogar Piraterie auf einem begrenzten Niveau zu tolerieren. Die wird sogar als freier Nutzerzugang interpretiert.“ Weiterhin wird wird vorgeschlagen, offene Verträge über bescheidene Tantiemen mit allen mitwirkenden Entwicklern abzuschließen. Diese wiederum könnten die Unterverträge mit den Hauptentwicklern bestimmen, die mittels des „Nash Bargaining“-Verfahrens fest geschlossen waren.

Van Alstyne und Parker spielten verschiedene Businessmodelle durch, von Open-Source-geführten bis zu gänzlich nach außen bei der Entwicklung geschlossenen. Das Resultat sieht eine Art Tantiemensystem für alle Beteiligten vor und beschreibt das Modell eines dreiteiligen Veröffentlichungszyklus: In der ersten Phase wird eine Beta-Version entwickelt. In der zweiten Phase wird die vollständige Version an Käufer abgegeben, die sie entwickeln, verbessern und weiter geben dürfen. Verkauft ein Anwender jedoch seine Verbesserungen, muss er Tantiemen an den ursprünglichen Entwickler entrichten. Das bedeutet, dass die Software zunächst für einen bestimmten Zeitraum gegen Gebühr abgegeben wird. Das Timing für die spätere zweite Veröffentlichung als Freie und Offene Software ist demnach entscheidend.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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2 Kommentare zu „Businessmodell: Profitable Freie Software“


  1. Morpheus

    ,

    Das beste Beispiel dafür ist doch der PC selbst. Damals hat IBM die Entwicklung von Komponenten und Software durch Dritte dadurch gefördert, dass die Schnittstellen offengelegt wurden.

    Das Gegenteil davon hat Apple gemacht… Obwohl das bessere System war es dadurch nie so erfolgreich.


  2. Ja,allerdings hatte IBM nie besonders viel davon. Das große Geschäft machten damals dann AFAIK die Billigerhersteller aus Ostasien.

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