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Bundesregierung beerdigt ELENA

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass die Bundesregierung das umstrittene System für den Elektronischen Entgelt-Nachweis (Elena) beerdigen will. Das Bundeswirtschaftsministerium und das Arbeitsministerium einigten sich darauf, den Elektronischen Entgelt-Nachweis (Elena) „schnellstmöglich einzustellen“, wie die Ministerien am Montag mitteilten. Sie begründeten das Aus mit dem Datenschutz: Die sogenannte qualifizierte elektronische Signatur werde sich nicht schnell genug verbreiten.…

  • Markus Beckedahl

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass die Bundesregierung das umstrittene System für den Elektronischen Entgelt-Nachweis (Elena) beerdigen will.

Das Bundeswirtschaftsministerium und das Arbeitsministerium einigten sich darauf, den Elektronischen Entgelt-Nachweis (Elena) „schnellstmöglich einzustellen“, wie die Ministerien am Montag mitteilten. Sie begründeten das Aus mit dem Datenschutz: Die sogenannte qualifizierte elektronische Signatur werde sich nicht schnell genug verbreiten. Diese sei aber „für das Elena-Verfahren datenschutzrechtlich zwingend geboten“.

Erst vergangene Woche hatte das Arbeitsministerium eine Frist zur Einreichung einer Stellungnahme beim Bundesverfassungsgericht verstreichen lassen.

PS: Hier noch die Pressemitteilung aus dem Ministerium: http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=424742.html

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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29 Kommentare zu „Bundesregierung beerdigt ELENA“


  1. Peter

    ,

    Wieviel Euros wurden da doch gleich vertüddelt?


    1. @Peter: Das hab ich mich eben auch gefragt.


    2. nur noch Flopps haben die aufzuweisen
      Elena, Bildungspaket, Eurorettung .….….….….… tzzzzzzzzz
      wir scheinen ja noch sehr viel Geld zum Verschleudern übrig zu haben, wie es scheint?


      1. laut Wiki also schon mal mindestens 55 Mill.:
        „Für die Infrastruktur werden einschließlich Anschubfinanzierung 55 Millionen Euro zu Verfügung stehen.“


      2. Chris

        ,

        Du hast noch einige vergessen: Tollcollect, Stuttgart 21, …

        Es wird langsam mal zeit für echte Demokratie!


  2. Euren Tippfehler mit dem „beedrigen“ habt ihr wenigstens konsequent durchgezogen. ;-)


    1. Und den mit „Bundesverfassnugsgericht“ auch ;-)


      1. Wieso? Den gibt’s doch nur einmal!?


    2. Jetzt habt ihr’s im Titel korrigiert, aber nicht im Text.


  3. Lasgo

    ,

    Herrlich. Netzsperren, VDS, etc. – Alles wurde unbedingt gebraucht. Alles war zukunftsweisend. Alles war enorm vernünftig. Alles ist wieder weg.


    1. Oh wie wahr! Wäre trotzdem schön, wenn neben der Verhinderung von zusätzlichem Überwachungs-Schrott (was inzwischen ja doch recht gut klappt) dann auch mal wieder etwas Bewegung in Gegenrichtung kommt.


    2. Vor allem ist natürlich alles ALTERNATIVLOS.

      Und wenn wir die VDS nicht jetzt endlich durchdrücken, dann kommen die phitter phösen Verbrecher ins Internetz.


  4. […] ich soeben über netzpolitik.org mitbekommen habe, meldet die AFP Das Bundeswirtschaftsministerium und das Arbeitsministerium […]


  5. Decore

    ,

    Gute Entscheidung! Hatte schon Sorge, dass da iwan mal was auf mich zukommen könnte, weil ich der Weitergabe meiner Daten widersprochen habe.

    Und bitte, BITTE liebe Bundesregierung, erspart uns zukünftig Projekte dieser Art. Und falls ihr noch mehr beerdigen wollt … der Biometrie-schice in unseren Pässen, Bundes- und Bayerntrojaner, Internetrasterfahndung (VDS) … usw


  6. [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Server IP]
    […] (Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, via Netzpolitik) […]


  7. peter meier

    ,

    und wenn die bundesregierung jetzt noch die gesundheitskarte ad acta legt, würde ich ihr sogar fast bescheinigen im datenschutzbereich erfolgreich politik gemacht zu haben ;-)
    HAHAHAHAAAAHAA


  8. jamesdödel

    ,

    also ihr glaubt ernsthaft daran, dass hier so was wie einsicht in den bullshit vorherrschte. ich sage was anderes:

    wahrscheinlich wurden schon millionen von datensätze geklaut und werden bereits irgendwo irgendwie verschachert…man wollte halt nur schadensbegrenzung übern.

    einsicht bei politikern…grins…voher wird sarah palin US-präsidentin.…oh scheisse…was für ein untreffendes beispiel.….


  9. Frage

    ,

    Entwurf eines Gesetzes zur Änderung von Vorschriften über Verkündung und Bekanntmachungen
    17/6610
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/066/1706610.pdf

    § X
    Rechtsverordnungen nach diesem Gesetz können abweichend von § 2 Absatz 1 des Verkündungs- und Bekanntmachungsgesetzes im Bundesanzeiger verkündet werden.”

    findet man überall, eigentlich geht’s auch nur um unseren neuen „Bundesanzeiger“, dennoch benötigt wohl der Wechsel von analog nach digital mehrere Seiten pdf.


  10. […] Sache weiter verfahren wird? Laut Netzpolitik.org hat das Arbeitsministerium letzte Woche eine Frist zur Stellungnahme verstreichen […]


  11. Tippen für die Tonne…

    Seit eineinhalb Jahren tippen Arbeitgeber Daten für ELENA ein wie es das Gesetz befiehlt (Kleinunternehmer 12xjährlich statt einmal), Programmierer schreiben Software, Firmen kaufen diese Software und Admins patchen ihre Programme. Und jetzt soll das G…


  12. In der Tagesschau kam, die Unternehmen bejammerten zig Millionen Investitionen, die nun für den Fuxx wären. Mal abgesehen davon, dass die sich ja gleich hätten lautstark dagegen aussprechen können, sollten sie die Bundesregierung auf Schadensersatz verklagen. Weh tun soll es…


  13. ELENende…

    ich mag grad nicht viel schreiben, deshalb nur als kurzer Link: Bundesregierung beerdigt ELENA und Elena: Der elektronische Gehaltsnachweis kommt in den Schredder. Da ist jetzt also Jahre lang verdachtsunabhängig jede Gehaltszahlung gespeichert worden,…


  14. Dave-Kay

    ,

    Ich bezweifele irgendwie, dass sich diesbezüglich lang anhaltende Freude einstellen wird. Da steht ja nur, hat so nicht geklappt, wir ziehen die Notbremse, bevor wir da noch(!) mehr Geld versenken, gucken, was wir aufgebaut haben und verwenden es für das gleiche System in grün.
    hm.


    1. Ralf Kühne

      ,

      Stimmt! Da steht eigentlich nur: „Wegen der geringen Verbreitung der qualifizierten Signatur wird das ELENA-System jetzt auf DE-Mail umgestellt…“ ;-).


  15. […] also Schluss. Also Friede, Freude, Eierkuchen? Applaus für die Einsicht? Nix da, es wird fleißig nachgetreten. Millionen versenkt! Gescheitert! Nächster Flop der Bundesregierung! Ja, war teuer, geschenkt. […]


  16. […] Datenschutz: Bundesregierung beerdigt ELENA…Netzpolitik […]


  17. Kkaddi

    ,

    Was für eine gute Entscheidung von der Bundesregierung , beerdigt ELENA zu Gunsten des Datenschutz der Bürger., zu treffen. Dank Netzpolitik wird immer gleich auf die neusten Ereignisse informiert was passieren tut in durch die Bundesregierung gesehen wird .


  18. […] Die Bundesregierung hat das elekronische Lohnmeldeverfahren ELENA mit sofortiger Wirkung eingestellt. Das Programm war unter anderem von Datenschützern kritisiert worden, während Kommunen und Unternehmen große Mehrkosten befürchtet hatten. (tagesschau.de + netzpolitik.org) […]


  19. Volker

    ,

    Das erinnert mich irgendwie an das berühmte Rathaus von Schilda…

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