Bundesregierung beerdigt ELENA

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass die Bundesregierung das umstrittene System für den Elektronischen Entgelt-Nachweis (Elena) beerdigen will.

Das Bundeswirtschaftsministerium und das Arbeitsministerium einigten sich darauf, den Elektronischen Entgelt-Nachweis (Elena) “schnellstmöglich einzustellen”, wie die Ministerien am Montag mitteilten. Sie begründeten das Aus mit dem Datenschutz: Die sogenannte qualifizierte elektronische Signatur werde sich nicht schnell genug verbreiten. Diese sei aber “für das Elena-Verfahren datenschutzrechtlich zwingend geboten”.

Erst vergangene Woche hatte das Arbeitsministerium eine Frist zur Einreichung einer Stellungnahme beim Bundesverfassungsgericht verstreichen lassen.

PS: Hier noch die Pressemitteilung aus dem Ministerium: http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=424742.html

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21 Kommentare

  1. Peter
    Erstellt am 18. Juli 2011 um 17:43 | Permanent-Link

    Wieviel Euros wurden da doch gleich vertüddelt?

    • Erstellt am 18. Juli 2011 um 17:46 | Permanent-Link

      @Peter: Das hab ich mich eben auch gefragt.

    • Emmi
      Erstellt am 18. Juli 2011 um 17:47 | Permanent-Link

      nur noch Flopps haben die aufzuweisen
      Elena, Bildungspaket, Eurorettung ……………….. tzzzzzzzzz
      wir scheinen ja noch sehr viel Geld zum Verschleudern übrig zu haben, wie es scheint?

      • pseu
        Erstellt am 18. Juli 2011 um 20:49 | Permanent-Link

        laut Wiki also schon mal mindestens 55 Mill.:
        “Für die Infrastruktur werden einschließlich Anschubfinanzierung 55 Millionen Euro zu Verfügung stehen.”

      • Chris
        Erstellt am 18. Juli 2011 um 22:52 | Permanent-Link

        Du hast noch einige vergessen: Tollcollect, Stuttgart 21, …

        Es wird langsam mal zeit für echte Demokratie!

  2. Erstellt am 18. Juli 2011 um 17:48 | Permanent-Link

    Euren Tippfehler mit dem “beedrigen” habt ihr wenigstens konsequent durchgezogen. ;-)

  3. Lasgo
    Erstellt am 18. Juli 2011 um 17:49 | Permanent-Link

    Herrlich. Netzsperren, VDS, etc. – Alles wurde unbedingt gebraucht. Alles war zukunftsweisend. Alles war enorm vernünftig. Alles ist wieder weg.

    • TheK
      Erstellt am 18. Juli 2011 um 18:05 | Permanent-Link

      Oh wie wahr! Wäre trotzdem schön, wenn neben der Verhinderung von zusätzlichem Überwachungs-Schrott (was inzwischen ja doch recht gut klappt) dann auch mal wieder etwas Bewegung in Gegenrichtung kommt.

    • Mark
      Erstellt am 18. Juli 2011 um 18:54 | Permanent-Link

      Vor allem ist natürlich alles ALTERNATIVLOS.

      Und wenn wir die VDS nicht jetzt endlich durchdrücken, dann kommen die phitter phösen Verbrecher ins Internetz.

  4. Decore
    Erstellt am 18. Juli 2011 um 18:24 | Permanent-Link

    Gute Entscheidung! Hatte schon Sorge, dass da iwan mal was auf mich zukommen könnte, weil ich der Weitergabe meiner Daten widersprochen habe.

    Und bitte, BITTE liebe Bundesregierung, erspart uns zukünftig Projekte dieser Art. Und falls ihr noch mehr beerdigen wollt … der Biometrie-schice in unseren Pässen, Bundes- und Bayerntrojaner, Internetrasterfahndung (VDS) … usw

  5. peter meier
    Erstellt am 18. Juli 2011 um 19:30 | Permanent-Link

    und wenn die bundesregierung jetzt noch die gesundheitskarte ad acta legt, würde ich ihr sogar fast bescheinigen im datenschutzbereich erfolgreich politik gemacht zu haben ;-)
    HAHAHAHAAAAHAA

  6. jamesdödel
    Erstellt am 18. Juli 2011 um 19:34 | Permanent-Link

    also ihr glaubt ernsthaft daran, dass hier so was wie einsicht in den bullshit vorherrschte. ich sage was anderes:

    wahrscheinlich wurden schon millionen von datensätze geklaut und werden bereits irgendwo irgendwie verschachert…man wollte halt nur schadensbegrenzung übern.

    einsicht bei politikern…grins…voher wird sarah palin US-präsidentin….oh scheisse…was für ein untreffendes beispiel…..

  7. Frage
    Erstellt am 18. Juli 2011 um 19:53 | Permanent-Link

    Entwurf eines Gesetzes zur Änderung von Vorschriften über Verkündung und Bekanntmachungen
    17/6610
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/066/1706610.pdf

    § X
    Rechtsverordnungen nach diesem Gesetz können abweichend von § 2 Absatz 1 des Verkündungs- und Bekanntmachungsgesetzes im Bundesanzeiger verkündet werden.”

    findet man überall, eigentlich geht’s auch nur um unseren neuen “Bundesanzeiger”, dennoch benötigt wohl der Wechsel von analog nach digital mehrere Seiten pdf.

  8. Sven
    Erstellt am 18. Juli 2011 um 20:53 | Permanent-Link

    In der Tagesschau kam, die Unternehmen bejammerten zig Millionen Investitionen, die nun für den Fuxx wären. Mal abgesehen davon, dass die sich ja gleich hätten lautstark dagegen aussprechen können, sollten sie die Bundesregierung auf Schadensersatz verklagen. Weh tun soll es…

  9. Dave-Kay
    Erstellt am 18. Juli 2011 um 21:40 | Permanent-Link

    Ich bezweifele irgendwie, dass sich diesbezüglich lang anhaltende Freude einstellen wird. Da steht ja nur, hat so nicht geklappt, wir ziehen die Notbremse, bevor wir da noch(!) mehr Geld versenken, gucken, was wir aufgebaut haben und verwenden es für das gleiche System in grün.
    hm.

    • Ralf Kühne
      Erstellt am 19. Juli 2011 um 09:51 | Permanent-Link

      Stimmt! Da steht eigentlich nur: “Wegen der geringen Verbreitung der qualifizierten Signatur wird das ELENA-System jetzt auf DE-Mail umgestellt…” ;-).

  10. Kkaddi
    Erstellt am 19. Juli 2011 um 07:09 | Permanent-Link

    Was für eine gute Entscheidung von der Bundesregierung , beerdigt ELENA zu Gunsten des Datenschutz der Bürger., zu treffen. Dank Netzpolitik wird immer gleich auf die neusten Ereignisse informiert was passieren tut in durch die Bundesregierung gesehen wird .

  11. Volker
    Erstellt am 19. Juli 2011 um 08:41 | Permanent-Link

    Das erinnert mich irgendwie an das berühmte Rathaus von Schilda…

8 Trackbacks

  1. [...] ich soeben über netzpolitik.org mitbekommen habe, meldet die AFP Das Bundeswirtschaftsministerium und das Arbeitsministerium [...]

  2. [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Server IP]
    [...] (Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, via Netzpolitik) [...]

  3. Von ELENA wird beerdigt! | blog.windfluechter.net am 18. Juli 2011 um 20:00

    [...] Sache weiter verfahren wird? Laut Netzpolitik.org hat das Arbeitsministerium letzte Woche eine Frist zur Stellungnahme verstreichen [...]

  4. Von Schnipsel am 18. Juli 2011 um 20:15

    Tippen für die Tonne…

    Seit eineinhalb Jahren tippen Arbeitgeber Daten für ELENA ein wie es das Gesetz befiehlt (Kleinunternehmer 12xjährlich statt einmal), Programmierer schreiben Software, Firmen kaufen diese Software und Admins patchen ihre Programme. Und jetzt soll das G…

  5. Von Compyblog am 18. Juli 2011 um 21:34

    ELENende…

    ich mag grad nicht viel schreiben, deshalb nur als kurzer Link: Bundesregierung beerdigt ELENA und Elena: Der elektronische Gehaltsnachweis kommt in den Schredder. Da ist jetzt also Jahre lang verdachtsunabhängig jede Gehaltszahlung gespeichert worden,…

  6. Von Umkehren muss erlaubt sein | Gregor Möllring am 18. Juli 2011 um 21:49

    [...] also Schluss. Also Friede, Freude, Eierkuchen? Applaus für die Einsicht? Nix da, es wird fleißig nachgetreten. Millionen versenkt! Gescheitert! Nächster Flop der Bundesregierung! Ja, war teuer, geschenkt. [...]

  7. Von Der Ruhrpilot | Ruhrbarone am 19. Juli 2011 um 06:46

    [...] Datenschutz: Bundesregierung beerdigt ELENA…Netzpolitik [...]

  8. [...] Die Bundesregierung hat das elekronische Lohnmeldeverfahren ELENA mit sofortiger Wirkung eingestellt. Das Programm war unter anderem von Datenschützern kritisiert worden, während Kommunen und Unternehmen große Mehrkosten befürchtet hatten. (tagesschau.de + netzpolitik.org) [...]

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