Behördenkommunikation

Das Bundesjustizministerium veranstaltet Anfang Mai eine Konferenz über die Zukunft des Urheberrechts. Freundlicherweise habe ich dazu die Einladung bekommen mit einem PDF zur Anmeldung. Das soll man faxen oder ausfüllen und zurücksenden. Da ich viel unterwegs bin und seit Jahren zuhause keinen Drucker mehr habe und brauche, dachte, dass ich mich einfach per Mail anmelde und alle relevanten Informationen mitschicke.

Etwas verwunderte mich zwar die Mailadresse copyrightconference@online.de (Kein Scherz – Wahrscheinlich sind dem BMJ die Mailadressen ausgegangen). Gerade bekam ich aber die Antwort: Ist nicht. Anmeldung geht nur, wenn ich das PDF bearbeite. Dazu soll ich den Adobe Reader verwenden. Diesen brauche ich aber in der Regel nicht, weil ich freie PDF-Reader nutze. (Abgesehen davon konnte ich hier auf einem anderen Linux-Rechner das Formular mit Adobe nicht bearbeiten).

Soviel zum Stand der Behördenkommunikation in Deutschland im Jahre 2009. Die Logik hab ich immer noch nicht verstanden, warum ich mich nicht mit allen relevanten Informationen per Mail anmelden kann. Ich hab jetzt nochmal nachgefragt und auf das Ziel der Bundesregierung verwiesen, Offene Standards in der Behördenkommunikation einzusetzen. Mal schauen, was als Antwort kommt.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Deutschland, e-Democracy, Offene Standards und getagged , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

8 Kommentare

  1. Sven Geggus
    Erstellt am 16. März 2009 um 19:17 | Permanent-Link

    Deshalb brauchen wir soch DE-Mail…

  2. Sven Geggus
    Erstellt am 16. März 2009 um 19:17 | Permanent-Link

    Deshalb brauchen wir doch DE-Mail…

  3. Erstellt am 16. März 2009 um 23:30 | Permanent-Link

    Es sind leider nicht nur die Behörden. Auch bei privatwirtschaftlich organisierten Konferenzen erlebe ich das regelmäßig.

    Auf die Bitte, einen Link zu schicken, bekomme ich von Partnern oder Partnerinnen gelegentlich auch ausgedruckte Internetseiten per Fax.

  4. Shakorem
    Erstellt am 17. März 2009 um 00:04 | Permanent-Link

    PDFs ist eine der schlechten Angewohnheiten im Internet

  5. trapanal
    Erstellt am 17. März 2009 um 02:30 | Permanent-Link

    Das ist Realsatire. Aber hey, immerhin war es schon PDF und nicht Word.

  6. Christian Walde
    Erstellt am 17. März 2009 um 07:53 | Permanent-Link

    Korrekter Ablauf ist natürlich:

    Screenshot vom PDF machen. Entsprechende Feld-Daten auf ein weisses Blatt Papier schreiben, Photo mit Digitalkamera machen. Daten mittels Bildbearbeitung in den Screenshot einfügen. Screenshots per Online-Fax-Service zurückschicken.

    (Isn Halb-Scherz, habe diverse Kommunikation mit meiner Krankenkasse schon auf ähnliche Art und Weise gemeistert.)

  7. Dominic
    Erstellt am 17. März 2009 um 10:31 | Permanent-Link

    Das ist einfach ein vorgeschalteter Selektionsprozess. Wenn du nicht bereit bist, proprietaere Software zu benutzen, hast du auf der Veranstaltung nichts zu suchen. Du wuerdest dann dort wahrscheinlich eh nur stoeren… ;-]

  8. wobble
    Erstellt am 17. März 2009 um 18:03 | Permanent-Link

    Also es gibt auch Firmen, die bieten Produkte an mit denen kann man Faxe (also eingescannte! Dokumente) digital signieren…

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