Unsere Justizministerin Brigitte Zypries freut sich über die Renaissance des Datenschutzes im Rahmen der Proteste gegen die Vorratsdatenspeicherung. Dies sagte sie in einem Interview mit dem Rheinischen Merkur: „Renaissance des Datenschutzes“.
RM: Erleben wir nach den Bespitzelungsaffären bei Lidl und bei der Telekom eine Renaissance des Datenschutzes?
Zypries: Ja, es gibt eine Renaissance des Datenschutzes, ihren Ursprung hat sie in der Diskussion um die Einführung der Vorratsdatenspeicherung. Dieses Vorhaben war die Geburtsstunde einer Protestbewegung, die engagiert und mit Demonstrationen ihr Anliegen vorbringt. Die sechsmonatige Speicherung von Telekommunikationsdaten hat bei vielen Menschen offenbar Befürchtungen ausgelöst und ein neues Bewusstsein für persönliche Daten entstehen lassen. Das finde ich erfreulich – auch wenn ich im Fall der Vorratsdatenspeicherung die Bedenken nicht teile.
RM: Muss die Vorratsdatenspeicherung wirklich sein?
Zypries: In jedem Krimi kann man sehen, wie der Kommissar in die Wohnung kommt und im Telefonspeicher nachsieht, mit wem der Verdächtige zuletzt telefoniert hat. Auch der Anschlag von Madrid wurde aufgeklärt, weil durch solche Verbindungsdaten das Umfeld der Täter aufgedeckt werden konnte.
Irgendwie schaue ich wohl die falschen Krimis. Im Tatort kommt das nicht vor.