Die Rechteindustrie bietet seit einiger Zeit schon gerne die eigenen und garantiert nicht neutralen Lehrmaterialen für Schüler an. Bisher kamen die Materialien aber in der Regel von der Musikindustrie. Neu sind die Lehrmaterialien von Microsoft, die auch gerne mit Lehrmaterialien jungen Menschen das Weltbild des Konzerns erklären. Bei den aktuellen Urheberrehts-Lehrmaterialien ist aber einiges schief gegangen, wie das IRights-Blog berichtet: Microsoft will Schülern “geistiges Eigentum” beibringen (und braucht selbst Nachhilfe). Das mit dem „geistigen Eigentum“ ist auch schon schwer: Da bringen selbst die Experten locker flockig das Uhrberrecht und das Markenrecht durcheinander. Ob sich Brigitte Zypries die Materialien vorher angeschaut hat, die sie mit ihrem Grusswort empfiehlt?
Man ist sich in dem Heft auch nicht zu Schade, solche Fragen in einem Kreuzworträtsel zu stellen:
* “Wie nennt man das Echtheitszertifikat, das zu jedem Originalprodukt von Microsoft gehört? (Abkürzung)”
* “Darf ich die Kopie meines originalen Microsoft-Excel-Programms an einen Freund verschenken?”
* “Der Gründer der Firma Microsoft.”
Wäre ja schön, wenn man unser Bildungssystems nicht Industrie-Lobbyisten mit ihren einseitigen Interessen überlässt.