Open Technology Institute

  • : Initiative will Hintertüren in IT-Produkten verhindern
    Die Debatte um verpflichtende Hintertüren in IT-Produkten will nicht aufhören. CC BY 2.0, via <a href="https://www.flickr.com/photos/miggslives/4516035317/">flickr/Rafael Castillo</a>
    Initiative will Hintertüren in IT-Produkten verhindern

    IT-Unternehmen wie Apple und Google fordern im Verbund mit Kryptologen und Politikern US-Präsident Barack Obama auf, sich gegen Hintertüren in Kommunikationsgeräten auszusprechen. US-Ermittlungsbehörden haben sich in der Vergangenheit wiederholt dafür eingesetzt, die Verschlüsselung von Smartphones und anderen Geräten zu schwächen, um darauf liegende Daten abgreifen zu können.

    Der Aufruf geht auf eine Initiative des Policy Directors des Open Technology Institute Kevin Bankston zurück, der mehr als 140 Unternehmen und Sicherheitsexperten dafür gewinnen konnte, einen an Obama gerichteten Brief zu unterzeichnen. „Starke Verschlüsselung ist der Eckpfeiler für die Sicherheit moderner Informationsökonomie,“ zitiert die Washington Post aus dem ihr zugespielten Brief und richtet sich damit gegen andauernde Bestrebungen des FBI und des US-Justizministeriums, IT-Unternehmen dazu zu verpflichten, Hintertüren in ihre Produkte einzubauen.

    Vergangenen Herbst zeigte sich etwa FBI-Chef James Comey verwundert über die Ankündigungen von Apple und Google, standardmäßig starke Verschlüsselung einzusetzen, die weder die Unternehmen selbst noch Ermittlungsbehörden knacken könnten. Er finde es unverständlich, wie Konzerne etwas vermarkten könnten, was es ermöglichen würde, sich über das Recht zu stellen, so Comey. Mit einem konkreten Vorschlag wartete erst vergangenen April der NSA-Chef Michael Rogers auf, indem er statt einer Hinter- eine Vordertür forderte und Unternehmen gern dazu verpflichten würde, Schlüssel für Smartphones und Rechner zu hinterlegen, mit denen der Inhalt der Geräte entschlüsselt werden könnte.

    Sicherheitsexperten bezweifeln jedoch, dass es möglich wäre, Hintertüren einzubauen, die anschließend nicht auch beliebigen Angreifern offenstehen würden. Ronald Rivest, einer der Mitentwickler des RSA-Verschlüsselungsalgorithmus und Unterzeichner des Briefs, betont die globale Dimension des Problems und warnt eindrücklich davor, Sicherheitsstandards zu verwässern. „Wenn man einmal Ausnahmen für US-Ermittlungsbehörden einrichtet, macht man Ausnahmen für die Briten, Franzosen, Israelis und Chinesen, und irgendwann werden es die Nordkoreaner sein,“ so Rivest.

    Schützenhilfe erhält Rivest von einigen Mitgliedern der 2013 von Obama eingesetzten „Review Group on Intelligence and Communications Technologies“, die sich in ihrem Abschlussbericht klar dagegen aussprechen, Hintertüren einzuführen. Drei der fünf Mitglieder zählen zu den Unterzeichnern des Briefs, darunter auch Richard Clarke, ehemaliger IT-Sicherheitsberater von George W. Bush. Auch im US-Kongress mehren sich die Stimmen gegen eine Aushöhlung von Verschlüsselung. So bezeichnete kürzlich der Abgeordnete Ted Lieu Hintertüren als „technisch dumm.“ Der Initiator des Briefs Bankston selbst sagte vor knapp drei Wochen vor einem Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses aus und verwies dabei auf die in den 1990er-Jahren geführte Crypto-Wars-Debatte, die letztlich damit endete, dass den aktuellen Vorstößen ähnelnde Vorschläge beerdigt wurden.

    Solche Vorstöße beschränken sich nicht auf die USA, auch in Europa gab es wiederholt ähnliche Forderungen. Mangels dominierender Smartphone-Hersteller konzentrieren sich die Ansätze jedoch darauf, verschlüsselte Kommunikation lesbar zu machen. So forderte etwa der EU-Anti-Terror-Koordinator Gilles de Kerchove im letzten Januar, dass Internet- und Telekommunikationsanbieter verpflichtend Hintertüren für verschlüsselte Kommunikation einbauen sollten. Das deckt sich mit Aussagen des britischen Premierministers David Cameron oder des deutschen Innenministers Thomas de Maizière, die ebenfalls darauf drängen, „verschlüsselte Kommunikation zu entschlüsseln oder zu umgehen, wenn dies für ihre Arbeit zum Schutz der Bevölkerung notwendig ist.“ Unterstützung für diese Forderungen erhielten sie von niemand geringerem als Barack Obama.

    19. Mai 2015 3
  • : Cyber-Definitions-Datenbank: Überblick im Cyber-Dschungel
    Cyber-Definitions-Datenbank: Überblick im Cyber-Dschungel

    Das Open Technology Institute hat untersucht und zusammengetragen, welche Definitionen von typischen Cyber-Wortschöpfungen es gibt und welche Definitionen für selbige es gibt:

    Wie Internet Society 2012 angemerkt hat, „ist Cybersecurity als Schlagwort erschreckend unexakt und kann für eine schier endlose Liste unterschiedlicher Sicherheitsprobleme, technischer Herausforderungen und „Lösungen“ von technischer bis gesetzgeberischer Natur stehen“. Das hebt die Notwendigkeit eines besseren Verständnisses hervor, was eigentlich mit Cybersecurity gemeint ist.

    Die Ergebnisse kann man sich entweder direkt auf der Webseite anschauen, den Bericht lesen oder den gesamten Datensatz herunterladen und weiterbearbeiten. Außerdem können neue Definitionen hinzugefügt werden, denn die Auswahl weiterer Cyber-Neologismen ist groß.

    7. November 2014
  • : Exportkontrollen für Überwachungs­technologie: Regelungen updaten, Menschenrechte schützen
    Exportkontrollen für Überwachungs­technologie: Regelungen updaten, Menschenrechte schützen

    Überall auf der Welt wird gefiltert, zensiert und überwacht. Kaum ein Regime ist dabei zu gruselig, um nicht in den Genuss technologischer Aufrüstung aus der westlichen Welt zu kommen. Auch in Deutschland sitzen eine ganze Hand voll Unternehmen, die auf dem Markt kräftig mitmischen. An Menschenrechten interessierte Gruppen fordern immer wieder wirksame Exportkontrollen, um die Repressionen zu erschweren. Bei einem Markt, dessen jährlicher Umsatz schon vor drei Jahren auf 5 Milliarden Dollar beziffert wurde, ist klar dass die Lobby-Ressourcen ein wenig ungleich verteilt sind und die besser finanzierten Interessen nach wie vor dominieren. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, die Kontrolle so zu definieren und auszuüben, dass Sicherheitsforscher und Kryptologen nicht bei gesellschaftlich wichtiger Arbeit eingeschränkt werden.

    Tim Maurer, Edin Omanovic und Ben Wagner haben für den Digitale Gesellschaft e. V., Privacy International, das Open Technology Institute und die New America Foundation eine Studie zur Problematik (englisch) verfasst, die sich mit den existierenden Regularien ebenso auseinandersetzt wie mit dem technologischen Wettrüsten auf diesem Gebiet und den Wechselwirkungen dieser Bereiche. Im Fokus stehen die Exportkontrollen in den USA, in Großbritannien, Deutschland und der EU sowie das multilaterale Wassenaar-Abkommen.

    25. März 2014 1
  • : International Summit for Community Wireless Networks (IS4CWN) am 2. – 4. Oktober in Berlin
    International Summit for Community Wireless Networks (IS4CWN) am 2. – 4. Oktober in Berlin

    logo Zum zehnten Mal findet vom 2. bis 4. Oktober das IS4CWN statt – dieses Mal in der c‑base in Berlin. Initiatoren und Sponsoren sind Acorn Active Media Foundation bzw. Chambana.net, das Open Technology InstituteFreifunk und die Heinrich Böll Stiftung. Das Summit richtet sich an all jene, die sich mit Community-Netzwerken beschäftigen – sei es von akademischer Seite aus, als Aktivist, Administrator oder mit einer rechtlichen Perspektive. Als Sprecher werden u.a. Amelia Andersdotter, Mahabir Pun, Joana Varon Ferraz, Virginia Eubanks, Björn Böhning, Juergen Neumann und Sascha Meinrath vor Ort sein.

    The International Summit for Community Wireless Networks brings together leading technology experts, policy analysts, on-the-ground-specialists and university researchers working on state-of-the-art community broadband projects across the globe… and will serve as an opportunity to share ideas and challenges, discuss policy issues, and coordinate research and development efforts.

    5. September 2013
  • : 3sat: Freiheit fürs Internet – Vernetzt gegen die Zensur
    3sat: Freiheit fürs Internet – Vernetzt gegen die Zensur

    Die Proteste und Revolutionen in der arabischen Welt haben sowohl Möglichkeiten als auch Gefahren von Technologien im Kampf gegen autoritäre Regime verdeutlicht. Eine Sendung von 3sat zeigt Beispiele für „Liberation Technologies“ und Überwachung durch moderne Kommunikationsmittel.

    Die ganze Sendung gibt’s für ein paar Tage auf 3sat.de (Direktlink), oder als Backup bei YouTube:

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    Dabei sind unter anderem:

    Dazu hat 3sat.online noch einen Artikel über das Anti-Zensur-Tool Telex.

    [via]

    17. Juli 2012 11