Entfernungsanfragen
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: Probleme privater Rechtsdurchsetzung via Google: Der Fall „Total Wipes“
: Probleme privater Rechtsdurchsetzung via Google: Der Fall „Total Wipes“ Wie bereits berichtet erhielt Google im vergangenen Jahr 345 Millionen Löschanträge für Suchergebnisse, die (vermeintlicherweise) auf urheberrechtlich geschützte Inhalte verweisen. Wiederkehrendes Thema in diesem Zusammenhang sind fälschlicherweise zur Löschung beantragte Links, wie beispielsweise Löschanträge darauf, Webseiten wie Chillingeffects.org auszulisten, die ebensolche Löschanträge sammeln.
Wie wichtig Seiten wie Chillingeffects.org und die Kontrolle von Löschanträgen sind, wurde Anfang der Woche am Beispiel des deutschen Unternehmens „Total Wipes“ deutlich. Wie Torrentfreak berichtet und Chillingeffects dokumentiert, hatte dieses unzählige Links zur Löschung vorgeschlagen, die nicht einmal im entferntesten mit urheberrechtlich geschützter Musik zu tun hatten, u.a. Downloadseiten von Anbietern wie Skype, Java oder OpenOffice.org:
Der öffentliche Teil der Webseite von Total Wipes ist derzeit offline, via Facebook gibt sich die Firma zerknirscht und spricht von einem bedauerlichen technischen Fehler:
Due to technical servers problems on the first february week our script sent hundreds DMCA to hundreds domains not related at all any copyrights of our contents.
It was our fault, no doubts about it. The DMCA is a serious issue and it must be carefully managed.
We contacted most of these domains but it was too late, the DMCA had already been sent. Google rejected most of these wrong DMCA but we totally understand the damage of it for small and medium companies that have to remove and manage them manually. It was a bug just on that week. However, our Antipiracy system has been taken down a week ago in order to add more improvements and avoid any future sending of wrong DMCA.
Our apologies again for all sites involved and thanks to all persons that reported us the issue.
In einem weiteren Facebook-Eintrag berichtet Total Wipes, dass Google 97,29% der falschen Löschanträge zurückgewiesen und weitere nicht umgesetzt hat. Im konkreten Fall Total Wipes mit derart offensichtlich falschen Löschanträgen hält sich der Schaden also offensichtlich in Grenzen. Gleichzeitig ist bei der enormen Anzahl an Löschanträgen von derzeit über 30 Millionen pro Monat von einer substanziellen Zahl an fälschlicherweise entfernten Suchergebnissen auszugehen.
Als unmittelbare Maßnahme bräuchte es von Seiten von Google strengere Regeln für solche Unternehmen, die wiederholt und in großer Zahl falsche Löschanträge einreichen. Warum gibt es nicht auch hier eine Three-Strikes-Regel wie beispielsweise für Nutzer bei YouTube, die Unternehmen nach wiederholt falschen Anträgen für die Einreichung von weiteren Anträgen sperrt? Das würde jedenfalls den Druck erhöhen, sorgfältiger bei der Einreichung von Löschanträgen zu sein.