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Berlin Open Data Day: Die coolsten Projekte

Der Open Data Day Berlin war heute mehr als einfach nur überfüllt. Organisiert hatte ihn die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen – bzw. federführend deren Büroleiterin Julia Witt, der es gelungen war, dort einer abwechslungsreichen und sehr breiten Sammlung von Open-Data-Projekten und ‑Aktivisten die Gelegenheit zur Vorstellung und Diskussion zu geben. Die coolsten der…

  • Linus Neumann

Der Open Data Day Berlin war heute mehr als einfach nur überfüllt. Organisiert hatte ihn die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen – bzw. federführend deren Büroleiterin Julia Witt, der es gelungen war, dort einer abwechslungsreichen und sehr breiten Sammlung von Open-Data-Projekten und ‑Aktivisten die Gelegenheit zur Vorstellung und Diskussion zu geben. Die coolsten der diesjährigen Projekte kamen dabei ohne Verwaltungsdaten aus (bzw. mussten bisher ohne sie auskommen).

Besonders interessant fand ich persönlich mundraub.org. Dort wird das Wissen über Obstbäume gesammelt, deren Früchte dem Gemeingut anheimfallen, also von jedermann gepflückt werden können. Mehr dazu in Mundräubers Handbuch. Inzwischen verabredet die Community sich dort zu gemeinsamen Erntetouren und im Schwesterprojekt Stadtgarten.org tauschen sich urbane Guerilla-Gemüsegärtner aus. 

Einen regelrechten Pep Talk für Open-Data-Hacker hielt Edial Dekker vom holländischen Projekt Hack de Overheid, der seinen Open-Data-Aktivismus unter dem Motto Don’t ask for permission, ask for forgiveness later! betreibt. Für den Erfolg der Projekte bezeichnete er Sexiness als wichtigen Faktor, deshalb legt man bei Hack de Overheid besonderen Wert auf Design: Jedem Hacker-Team gehört mindestens ein Grafikdesigner an. Internationale Zusammenarbeit wird übrigens angestrebt, und Edial erwähnte beiläufig, dass er den Domainnamen hackdieregierung.de dafür bereithält (Open-Data-Freunde aufgepasst, Zaunpfahl!) Als radikaleren Flügel der niederländischen Open-Data-Bewegung nannte er dann noch Rewired Strate – Coding a better country, deren Seite auch einen Besuch Wert ist.

Sebastian Sooth von Wikimedia e.V. stellte die Zusammenarbeit zwischen der deutschen Wikipedia und OpenStreetMap vor: Von Wikipedia-Artikeln mit Lokationsdaten kommt man zur offenen Karte mit Wikipedia-Layer und umgekehrt. Bald wird der Öffentlichkeit dann noch eine Denkmalsammlung vorgestellte werden, die Fotos unter CC-Lizenzen, die freien Open-Steetmap-Daten und Wikipedia-Informationen verbindet.

Natürlich waren auch „Klassiker“ wie OffenerHaushalt dabei, ein Projekt, das mit seinem Vorbild Openspending (Where does my Money go?) zusammenarbeitet, und erst vor wenigen Tagen den Berliner Haushalt online gestellt hat, und um crowdsourcing-Unterstützung bei der Prüfung der Daten bat.

Raul von Wheelmap.org, dem Vorzeigeprojekt, das man wohl nicht mehr vorstellen muss, war natürlich ebenso vor Ort wie Lorenz Matzat (das war der mit Malte Spitz’ Vorratsdaten), der den Flugroutenatlas vorstellte. Dann war natürlich auch noch jemand vom Kiezatlas, dem Berliner deepamehta-Projekt dort. Das gesamte Programm mit allen Links findet sich hier.

Was mich ein bisschen wunderte, war der von Ulrike Rockmann, der Präsidentin des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg vorgestellte Plan, dass man im Namen des Datenschutzes eine anonymisierte Auswertungs-API zur Verfügung stellen wolle. Mit der sollen denn statistische Abfragen umgesetzt werden können, ohne dass dem Abfragenden die Rohdaten zur Verfügung gestellt werden. Das klingt für mich nach einem Ansatz, der, wenn er entgegen aller Wahrscheinlichkeit nicht als Totgeburt zur Welt kommt, kurz danach wegen mangelnder Anwendung & Anwendbarkeit eingestampft werden wird. Das Bereitstellen anonymisierter Rohdaten erscheint mir da auf Anhieb sinnvoller und wenigstens der Idee „Open Data“ eher gerecht zu werden. Natürlich sind aber vereinfachte Visialisierungs- und Auswertungsmöglichkeiten wichtig, es bleibt also abzuwarten, was am Ende dabei herauskommt.

Alles in allem war der BODDY ein in meinen Augen sehr interessantes und erfolgreiches Event, das Lust & Hoffnung auf mehr macht. Lob an alle Beteiligten!

Über die Autor:innen

  • Linus Neumann

    Dipl.-Psych. Linus Neumann war seit 2010 mehrere Jahre Mitglied der Netzpolitik-Redaktion und ist einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs. Zusammen mit Tim Pritlove macht er den wöchentlichen Podcast Logbuch:Netzpolitik. Er arbeitet in Berlin bei einem Unternehmen im Bereich der IT-Sicherheit. Ab und an twittert er ein bisschen Unsinn. Per E-Mail erreicht man ihn hier.


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22 Kommentare zu „Berlin Open Data Day: Die coolsten Projekte“


  1. Monay – merkste selbst, ne?

    (Dieser Kommentar kann bedenkenlos gelöscht werden.)


  2. Nine of Thirteen

    ,

    Kleiner Hinweis: Der Link zur Wikipedia/OpenStreetMap-Kooperation zeigt auf das Mundräuber-Handbuch.
    Und der Flugroutenatlas zeigt ins Nirgendwo.


    1. Danke für den Hinweis, ist korrigiert.


  3. […] Aktionsplattform Berlin Open Data sagt: nein. Sie bündelt und initiiert Berliner Datenprojekte, die nicht nur offen sein wollen, […]


  4. Open Data und Ggogle Tools — geht das zusammen?
    http://berlinergazette.de/berlin-open-data


  5. mundraub.org verwendet google Maps und kein Openstreetmap das macht es für mich eigentlich schon wieder uncool. OSM mit Openlayers ist echt keine Kunst mehr.


    1. @Sven Geggus: Klar wäre es in richtig frei schöner, aber manchmal zählt auch einfach eine gute Idee (Die dann jemand anderes in frei nachbauen kann).


    2. Jens Best

      ,

      Noch cooler wäre es natürlich, den Leuten zu helfen, ihre Site auf OSM zu portieren und an der usability von OSM zu arbeiten.

      Deine Hausbrauerei-Map ist auch eine gute Idee, aber irgendwie halt auch nicht open.


      1. > Deine Hausbrauerei-Map ist auch eine gute Idee, aber irgendwie halt > auch nicht open.

        Was ist daran bitteschön _nicht_ open?

        Sven


      2. BTW ich glaube da liegt auch ein Mißverständnis vor. bei OSM geht es in erster Linie um Daten und nicht um coole APIs um mit den Daten zu arbeiten.

        Gruss

        Sven


  6. … herzlichen Dank für den informativen Beitrag, die Konferenz und die Werkschau waren wirklich toll! Eine kleine Korrektur am Rande: Auf der vor 2 Monaten gestarteten Pilotfläche von http://www.stadtgarten.org in Lichtenberg bauen urbane Gemüsegärtner und solche die es werden wollen gemeinsam Gemüse an – die Guerillagärtner sind dagegen eher im Großstadtdschungel direkt unterwegs (Mehr Infos z.B. auf http://www.gruenewelle.org/index_en.html)


  7. […] meinen Augen sehr interessantes und erfolgreiches Event, das Lust & Hoffnung auf mehr macht.» Berlin Open Data Day: Die coolsten Projekte Jimdo Jimdo hat allen 4 Millionen JimdoPages eine – tatsächlich recht schicke – […]


  8. […] Berlin Open Data Day: Die coolsten Projekte, netzpolitik.org, 18.05.2011 […]


  9. […] Open Data: Berlin Open Data: Was haben Früchte mit Regierungsdaten zu tun? – Berliner Gazette – In Berlin findet der Open Data Tag statt. Ein amüsant zu lesender Hintergrundartikel zu diesem Thema von der Berliner Gazette. Siehe auch dazu: Netzpolitik.org […]


  10. […] Open Data Day statt. Die seiner Ansicht nach “coolsten Projekte” hat Linus Neumann sind auf netzpolitik.org zusammengefasst und gibt damit einen Überblick was sich in Deutschland diesbezüglich […]


  11. […] Auf Netzpolitik schreibt Linus Neumann über die coolsten Projekte des Berlin Open Data Day […]


  12. […] » netzpolitik.org: Berlin Open Data Day – Die coolsten Projekte […]


  13. […] an dieser Stelle die sehr kuriose Tischtennisplatten-Karte vorgestellt. In einem Beitrag über den Berlin Open Date Day, bin ich nun auf einer weitere sehr außergewöhnliche Karte […]


  14. [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Server IP]
    […] ein paar Links zum Medienspiegel Der Bericht bei Netzpolitik Der Medienpartner Behörden Spiegel Der Bericht bei Politik Digital […]


  15. [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Server IP]
    […] aussieht? Ich bin durch Netzpolitik.org mal wieder auf die Seite aufmerksam geworden. Aber bei dem Bericht vom Berlin Open Data Day wurden noch andere interessante Projekte […]


  16. […] Einige erinnern sich sicherlich noch an den Startschuss in Form des ziemlich erfolgreichen Berlin Open Data Day, der  von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen – bzw. federführend […]

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