NPP 220 zu DeplatformingGoodbye, Mr. President

Die sozialen Medien haben Donald Trump verbannt. Ist das jetzt konsequentes Vorgehen gegen einen Diskurszerstörer oder Zensur? Auch in der Redaktion gehen die Meinungen auseinander. Für diesen Podcast haben wir deshalb mit Expert:innen gesprochen und das Für und Wider des Deplatforming mit Constanze Kurz und Ingo Dachwitz erörtert.

Die Frisur von Donald Trump mit einem Vogel, der dem Twitter-Logo ähnelt als Kopf.
Donald Trump hat keinen Zugriff mehr auf sein liebstes Sprachrohr: Twitter. Vereinfachte Pixabay Lizenz Gerd Altmann


Nach vier langen Jahren wurde der wohl kontroverseste Twitterer seines Amtes enthoben. Donald Trump ist zwar noch Präsident, aber Twitterer-in-Chief ist er seit der permanenten Suspendierung seines Accounts nicht mehr. Nachdem Anhänger:innen des Präsidenten das Kapitol stürmten, wurde er von einer Plattform nach der anderen verbannt.

Kurz vor dem offiziellen Ende seiner Präsidentschaft ist also das passiert, was Kritiker:innen wegen Falschaussagen und zunehmend hetzerischen Botschaften schon lange gefordert hatten: Donald Trump wurde sein ungefiltertes Sprachrohr entzogen. Dabei ist das sogenannte „Deplatforming“ des Präsidenten nicht unkontrovers. Angela Merkel zum Beispiel sah die Sperrung seiner Accounts kritisch. Der Ausschluss von Plattformen, die durch ihre gigantische Reichweite als Quasi-Öffentlichkeit fungieren, wird von manchen als Beschneidung der Meinungsfreiheit gesehen.

Auch in unserer Redaktion gehen die Meinungen zum Deplatforming auseinander. Als wir in unserer Redaktionssitzung am Montag überlegten, in welchen Formaten wir Für und Wider am besten erörtern können, kamen wir schnell auf unseren Podcast. Die Fragen, die uns beschäftigen, besprechen wir deshalb in einer Art offenen Sitzung mit Ingo und Constanze. Außerdem unterhält sich Serafin mit Jan Penfrat von der Organisation European Digital Rights über geplante Regulierungen auf EU-Ebene, mit Jillian C. York von der Electronic Frontier Foundation über Meinungsfreiheit und mit dem Rechtsextremismusforscher Maik Fielitz darüber, ob man mit Deplatforming Rechtsextremismus erfolgreich bekämpfen kann.


Hier ist die MP3 zum Download. Es gibt den Podcast wie immer auch im offenen ogg-Format.


Links und Ressourcen

Jillian C. York
Buch: https://www.versobooks.com/books/3772-silicon-values
Website: https://jilliancyork.com/

Maik Fielitz
Buch: https://shop.duden.de/products/digitaler-faschismus
Studie: https://www.idz-jena.de/hatenotfound/

Jan Penfrat
Website: https://edri.org/


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Quellen

ARD Tagesschau: https://www.youtube.com/watch?v=wG9usC-1lO0
MSNBC Rachel Maddow: https://www.youtube.com/watch?v=WRIjJr544j8
Fox News: https://www.youtube.com/watch?v=vRVxIIfgjhI
Bundespressekonferenz
The Black Conservative Preacher: https://www.youtube.com/watch?v=Rzuu-_jfM9I
PBS News Hour: https://www.youtube.com/watch?v=SiUE_3LtS9I, https://www.youtube.com/watch?v=QhtULpI3gKw, https://www.youtube.com/watch?v=S2RW9ttwgvA
Musik von Blue Dot Sessions.

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6 Ergänzungen

  1. Moin,
    schön, dass ihr die Dateien auch als ogg veröffentlich, aber leider konnte ich den zugehörigen Feed nicht finden. Könnt ihr mir die Adresse nennen, dann kann ich den im Podcatcher hinterlegen, falls es überhaupt einen Feed gibt. Ein Link dazu im „Abonnieren“-Bereich auf https://netzpolitik.org/podcast/ wäre auch toll.

    LG Dennis

      1. Moin Serafin,

        danke für die schnelle Antwort.
        Naja, da (https://netzpolitik.org/podcast/) steht der Link zum mp3-Feed, den du in deiner Antwort auch nochmal genannt hast. Aber für das ogg-Dateiformat finde ich keinen Feed. Die einzelnen ogg-Dateien verlinkt ihr in den Beiträgen, so auch hier über dem Abschnitt „Links und Ressourcen“. Ein Feed, der diese Dateien enthält wäre toll.

  2. Guter Podcast, solide Fragen, tolle Gäste. Das einzige was mich etwas gestört hat, war die Hintergrundmusik bei 2:20 im Intro, ansonsten top aufbereitet!

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