Judith Duportail nutzt seit knapp vier Jahren die Dating-App Tinder. Nun hat sie beim Unternehmen nach den Daten gefragt, die über sie gespeichert sind. Das ist nach europäischem Recht möglich, die Firmen müssen antworten. Nach der Anfrage kamen 800 Seiten mit privaten Daten. Sie enthielten Facebook-Likes, Fotos aus ihrem zwischenzeitlich gelöschten Instagram-Account, das Altersprofil der Männer, für die sie sich interessierte, und natürlich die Chat-Daten mit den Personen. Und vieles, vieles mehr.
In Duportails Artikel im Guardian steckt ein schönes Zitat von Luke Stark, einem Technologiesoziologen an der Dartmouth University. Er sagt, dass wir Daten nicht fühlen könnten. Der Ausdruck der 800 Seiten, die Materialisierung der Daten, berühre hingegen.
