Kultur

Tagesschau-Webschau

Gestern lief zum ersten mal die Tagesschau-Webschau an. Das Format soll täglich in rund drei Minuten den Unter-30-jährigen irgendwas kommunizieren. Was genau habe ich nach der ersten Ausgabe noch nicht verstanden. Da ging es um die komische Pseudo-Abstimmung der Facebook-Datenschutzerklärung, eine Computerspiele-Messe im Ausland und ein neues Label aus dem Umfeld von Occupy-London. Alles nett gemacht, aber – abgesehen von dem Facebook-Ding – sind das wirklich interessante und relevante News in der Welt von Unter-30-jährigen? Das hatte eher den Charme der boulevardesken Kurz-News bei RTL-Aktuell zum Themenbereich „irgendwas mit Internet“.


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Vielleicht liegt es daran, das sich bereits fünf Jahre der Zielgruppe entwachsen bin, vielleicht liegt es auch nur an der Themenwahl der Erstausgabe – vom Hocker hat mich das nicht gerissen und den Video-Podcast hab ich mir auch nicht sofort gespeichert. Ich wünsche trotzdem viel Erfolg mit dem Experimentieren, besser man probiert was neues aus als die ganze Zeit im gestern zu verweilen.

Übrigens machte die Webschau erst mal eine Zeit lang unter meinem Linux Probleme. Schön wäre ja auch der Hinweis, dass alles auch mit Offenen Standards läuft.

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11 Kommentare
  1. Überflüssig ist noch freundlich ausgedrückt – das Angebot von besseren Sendungen ist überwältigend groß ….

    Die ARD hätte lieber an ihre normalen Nachrichtensendungen einen Block für die „internetfernen“ Zuseher – mit behutsamer Hinführung zu dem, was das Internet ausmacht – anfügen sollen. Sowas ist wahrscheinlich schon zu weit von der ARD-Kernkompetenz entfernt.

  2. Die E3 ist eine Spielemesse, wo Spielehersteller neue Spiele dieses und des nächsten Jahres vorstellen (Exklusive Trailer, erste Szenen aus von den Fans erwarteten Spielen). Also so unwichtig ist das nicht. Für die Spieleindustrie ist das eine der wichtigsten Messen, wenn nicht sogar die wichtigste.
    Und Spieler gibt es in allen Altersklassen. Wenn man kein Spieler ist, juckt einem das nicht wirklich. Wenn man Hardcore-Gamer ist, dann läuft einem schon der Sabber beim Anblick von Spielszenen aus „Hitman Absolution“ oder „CoD: Black Ops 2“ oder „Tomb Raider“ oder oder oder.

  3. „Vielleicht liegt es daran, das sich bereits fünf Jahre der Zielgruppe entwachsen bin, …“

    eher im gegenteil würde ich sagen, die vorstellungen die die ard programmgremien von der jugend haben eher auf die jahrgänge 35+ zutreffen wie ja auch die ard-digitalkanäle vor allem in der mittelschichtigen zielgruppe dieses alters einschlagen.

    eine vorstellung davon was tatsächlich junge menschen zwischen 15-25 für ansprüche haben sind diese nicht in der lage zu entwickeln wie mir scheint.

    jedenfalls fällt die webshow genauso wie die seltsamen vorstellungen von interaktivität in im ÖRR unter das rubrum tanzen zu architektur.

    aber besser als auf den biologischen abbau des problems zu warten ist es allemal.

  4. Also ich bin gestern um 3 Uhr aufgestanden um die Sony PK live zu verfolgen. Mit twitter sich währenddessen unterhalten und die Show zu kommentieren.

    Trotzdem ist dieses Tagesschauformat so einfach nicht passend.

    1. zu kurz (man kann auf Themen nicht eingehen und sie erklären), 2. Wo ist der Feedbackkanal? 3. Es ist schon sehr herausfordernd, das wichtigste im Netz herauszufinden und zu berichten. Da sollten sie versuchen kleinere Brötchen zu backen.

    Guckt euch mal die Rundshow an, so in etwa stelle ich mir sowas vor!

  5. „Alles nett gemacht, aber – abgesehen von dem Facebook-Ding – sind das wirklich interessante und relevante News in der Welt von Unter-30-jährigen?“

    Also wirklich, wenn es eine wichtige Spielemesse gibt, dann ist das ja wohl die EEE. Hier ein Beitrag zu bringen ist sehr wohl angemessen.

  6. Selbe Meinung. Ein bisschen lächerlich ist dieser Versuch, jüngere Zielgruppen mit für sie relevanten Themen anzusprechen, ja schon. xD Die Berichterstattung ist eindeutig verbesserungswürdig. Grundsätzlich finde ich es aber gut, dass sich mal was bewegt. Das Potenzial des Internets ausschöpfen, bitte. <.< Schlecht ist die Idee ja nicht.

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