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Jamendo vor dem aus?

Die Plattform für CC-lizenzierte Musik Jamendo steht offenbar vor dem Verkauf oder einer Fusion. Laut TechCrunch geht dem Luxemburger Unternehmen das Geld aus.


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Jamendos Katalog umfasst 200.000 Titel unter einer Creative-Commons-Lizenz. Im März letzten Jahres wurde Jamendo Pro gestartet. Der Online-Shop bietet Lizenzen für Multimedia-Projekte und Hintergrundmusik in kommerziell betriebenen Räumlichkeiten an. 2009 brachte das 300.000 Euro von 2300 zahlenden Kunden ein.

Da das nicht für den Betrieb der Seite ausreicht, bemühte sich Jamendo zuletzt um 1,5 Million Euro von Investoren. Da die Verhandlungen gescheitert zu sein scheinen, wird nun über einen Verkauf des Unternehmens nachgedacht, wie CTO Sylvain Zimmer gegenüber gulli:news bestätigte:

Es ist wahr, dass wir uns in einer schwierigen finanziellen Situation befinden. Wie auch immer sind noch einige Optionen offen. Ich glaube nicht, dass die Webseite jemals offline gehen wird. Wir machen Umsätze. Aber in der jetztigen Zusammensetzung ist die Firma nicht tragfähig.

29 Kommentare
  1. Gut so, die Leute müssen endlich lernen das es auch im Internet nichts gratis gibt. Schließlich leben wir ja nicht im Kommunismus. Für Inhalte muss man eben zahlen.

    Das Gratis Geschäftsmodelle wie Jamendo nicht funktionieren war ja klar, dann doch besser Verkaufsangebote. Dazu müssen aber endlich die Raubkopierer durch einführung einer 3 strikes regelung ausgeschaltet werden.

  2. Verdammt, verdammt. Das ist ein großer Rückschlag für die freien Internetkünstler. Auf den großen Internetwebseiten werden ja Videos mittlerweile gesperrt, welche irgendwelche Musik von Künstlern der großen kommerziellen Labels drinhaben. Das ist einfach deprimierend, wie wirtschaftliche Interessen unser leben immer mehr kontrollieren.

  3. Es wäre wirklich sehr schade, wenn Jamendo den Bach runter ginge. Hab da einige Künstler gefunden, die jetzt zu meinen Lieblingen gehören. Das einfache Spendensystem ist auch gut.

    Also hoffentlich macht der neue Inhaber da keinen Mist draus.

  4. Nachvollziehbar und berechtigt. Eine Seite, die versucht, Umsätze mit Leuten zu machen, die davon keinen Cent abbekommen, stirbt zu Recht. Tschüss, Jamendo. Mögest du im digitalen Orkus hinter legalen P2P-Portalen verrotten.

  5. Also 50% ist zwar mehr als ein Künstler unter Vertrag sicher verdient („stars“ mal ausgenommen…) aber immer noch recht mager, oder? dafür dass jamendo nur Plattformanbieter ist, sollten doch eigentlich 70-80% für den Künstler drin sein.

  6. wäre wirklich schade, qualitativ hochwertige musik, gute künstler, da können mir die charts gestohlen bleiben.
    und die trolle da oben sollten sich wohl erst mal informieren, um was es da geht.

  7. „Meine“ Künstler auf Jamendo haben ihre Einnahmen von mir zu 100% bekommen. Und ich dafür signierte CDs mit hübschen Booklets für den Bruchteil des Preises einer „herkömmlichen“. Und der ist bestimmt auch noch mit jedem einzelnen Künstler verhandelbar.

    bernd

  8. Rednex geht ja jetzt auch den Spendenweg. Auch bei kleinen Spenden scheinen die wesentlich mehr zu verdienen als über die Verwerter.

    Ich finde es schon heftig, wie sehr die Künstler von den Verwerter abgezockt werden, denn anders kann ich es nicht mehr beschreiben, wenn die Künstler wirklich so wenig bekommen.

  9. Cool. Das ist das erste mal, dass eine von mir gefundene Nachricht über gulli zu netzpolitik gekommen ist. Ein Hoch auf das Internet! :)

    Zur Nachricht: Hier in den Kommentaren gibt es ja durchaus ein paar Beispiele dafür, warum Jamendo solche Probleme hat. Leute finden dort Musik und zahlen dann Geld direkt an die Künstler. Für die Künstler ist das super. Für die Plattform, über die sie entdeckt worden eher nicht.

    Dafür kann man jetzt aber definitiv den Spendern keinen Vorwurf machen. Jamendo vermarktet sich an der Stelle einfach zu schlecht. Sie wollten schneller wachsen und haben dafür Gelder geliehen (die 1,5 Mio haben sie vor drei Jahren bekommen!), und jetzt geht das Geld zur Neige, bzw der Investor will es zurückhaben.

    Andere Portale wie Magnatune wachsen da deutlich gemächlicher und nehmen mehr die Rolle eines Netlabels ein. Dafür sind sie zwar kleiner, aber halt auch gesünder.

    Eine der Zahlen, die ich ausgegraben habe (nicht, dass sie wirklich versteckt wäre), sind die Spenderzahlen. Von den weit über 600.000 registrierten Mitgliedern haben noch keine 2.000 jemals etwas gespendet. Die bisher angefallenende Spendensumme liegt bei unter 40.000€ – seit Start des Portals in 2003!

  10. @Musikpirat

    nicht ganz, Techcrunch hab‘ ich auch selbst im Reader ;-)

    Woher hast du die Info, die 1,5 Mio. seien Jamendos Startkapital gewesen? TechCrunch widerspricht dem nämlich: „The startup was looking to raise 1.5 million euros (roughly $2.15 million) after securing a ’significant amount’ in Series A funding back in June 2007.“

    1. @simoncolumbus
      Mist, du hast Recht. Der genaue Betrag, den sie 2007 bekommen haben wird nicht erwähnt. Da muss ich meinen Artikel wohl anpassen. Und hör sofort auf, techcrunch zu lesen. ;)

      Es muss eigentlich nur jeder Nutzer 5€ spenden, dann haben sie die 1,5 Mio. Und die Künstler bekämen auch gut was ab… ;)

  11. was soll bei jamendo unfair sein?habe selbst schon 8 alben auf jamendo veröffentlicht und keiner hat mich gezwungen.gibt es noch andere werte wie geld zu verdienen?ist doch einfach nett seine musik jedermann kostenlos zugänglich zu machen auch ohne komerziellen hintergrund.wäre echt schade diese plattform zu verlieren.

  12. Finde auch das Jamendo es mal mit nem Spendenaufruf probieren sollte. Zu Zeiten vom Gulli Board (bevor es verkauft wurde) hat das mit Spenden ja auch Super geklappt und Wikipedia hat ja auch ganz gut was bekommen.

    die Kommentatoren die gegen Jamendo sind haben die Seite und ihren Zweck scheinbar gar nicht verstanden. Ich finde es toll freie Musik für freie Projekte einzusetzen und zahle auch gern dafür wenn ich selbst etwas damit verdiene!

  13. Ja, das ist wirkich schade! Tolles Portal, aber ich war schon immer der Meinung, dass man den Musikkäufer nicht den Preis für die Musik bestimmen lassen kann. Da muss sich niemand wundern, wenn am Ende kein Geld reinkommt (für die Künstler und das Unternehmen). Das ist, als ob ich in einem Restaurant esse und danach soviel bezahlen kann, wie es mir wert war. Und was machen (leider!) 90% aller Menschen? Legen nen 5er für ein 3-Gänge-Menü hin und lachen sich ins Fäustchen. Warum sollte es bei Musik anders sein, wenn man bei Kauf ja quasi noch anonym bleiben kann (da online).

    Meiner Meinung nach machen Modelle, die feste Preise festlegen und dann in die Musik der Künstler in die gängigen Downloadshops liefern mehr Sinn. ich verkauf meine Musik über Dooload und das läuft ganz passabel, dafür, dass ich nicht sonderlich bekannt bin.

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