Google Book Settlement: Deutsche Bücher nicht mehr betroffen

Am Freitag wurde in New York das „Amended Google Books Settlement“ vorgestellt, die überarbeitete Version des gerichtlichen Vergleichs zwischen amerikanischen Autoren, Verlegern und Google. Die wichtigsten Änderung sind in diesem Dokument dargestellt.

Bedeutsam ist vor allem, dass Bücher, die nicht in den USA veröffentlicht wurden, nur noch in Ausnahmefällen von der Einigung betroffen sind. Das ist entweder der Fall, wenn sie beim United States Copyright Office registriert wurden oder wenn sie in Kanada, Großbritannien oder Australien veröffentlicht wurden.

Deutsche Bücher sind demnach nicht mehr von dem Settlement betroffen. Ihre Autoren und Verleger behalten alle Rechte gegenüber Google, bekommen allerdings auch keine Zahlungen aus der Einigung. Wenn sie dennoch an Google Books teilnehmen wollen, müssen sie einen Partnervertrag mit Google abschließen. Die Bedingungen dieses Programms sind allerdings zumeist weniger verlagsfreundlich als die in dem Settlement vorgesehene Umsatzbeteiligung von 63 Prozent.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der sich bisher ablehnend zu Googles Plänen geäußert hatte, kritisiert unterdessen, dass die neue Regelung Europa bei der Digitalisierung von Büchern ins Hintertreffen geraten lasse.

Eine wirkliche Überraschung gab es bei der Verwertung verwaister Werke. Mit der „Unclaimed Works Fiduciary“ wird eine Interessenvertretung für jene Autoren eingerichtet, die keine Ansprüche anmelden. Sie soll als deren Rechte treuhänderisch gegenüber der Book Rights Registry vertreten.

Die Gelder aus der Verwertung verwaister Werke sollten ursprünglich für den Erhalt dieses Registers genutzt bzw. nach Ablauf einer Frist an andere Rechteinhaber ausgeschüttet werden. Eine ähnliche Regelung für verwaiste Werke steht aktuell auch in Deutschland zur Debatte. Nach der neuen Regelung sollen sie der Suche nach den Urhebern verwaister Werke dienen und ansonsten in gemeinnützige literarische Einrichtungen fließen.

Ilja Braun hat alle Veränderungen des Settlements für irights.info ausführlich analysiert und besprochen.

15 Kommentare
  1. Dirk Moebius 17. Nov 2009 @ 7:29
  2. ninjaturkey 17. Nov 2009 @ 9:14
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