DRM-Pläne der BBC schließen Freie/Open-Source-Software aus

Cory Doctorow schreibt im Guardian über Pläne der BBC, ihre digitalen HD-Programme mit DRM zu versehen. Dabei sollen nicht die Inhalte selbst, sondern „nur“ die Metadaten – darunter Zusatzinformationen für Hör- und Sehgeschädigte – verschlüsselt werden.

Das Vorhaben hatte in Großbritannien anlässlich der ersten Prüfung durch den Regulator Ofcom für breite Proteste gesorgt. Vor der zweiten Konsultationsrunde der Behörde schreibt Doctorow nun über die Auswirkungen der geplanten DRM-Maßnahmen auf Open-Source-Software.

Die BBC wird einen kleinen, aber kritischen Teil des Signals verschlüsseln. Um es entschlüsseln zu können, muss eine Lizenzvereinbarung mit einem Konsortium namens Digital Transmission Licensing Administrator (DTLA) unterschrieben werden, das zudem selbst teilweise nicht öffentlich ist.

DTLA lizenziert diverse Geräte für das Abspielen, Aufnehmen und limitierte Kopieren von Filmen. Welche Sendungen aufgenommen werden können, wie viele Kopien möglich sind und wie lang aufgenommen werden kann ist zusammen mit anderen Beschränkungen im System festgelegt.

Um eine Lizenz zu erhalten müssen Hersteller zusagen, diese Restriktionen einzuhalten. Sie verpflichten sich zu dem dazu, ihre Geräte so zu gestalten, dass sie keine Filme auf unlizenzierte Geräte weitergeben.

Durchgesetzt werden diese Regeln durch eine Reihe von Strafen für Unternehmen, die sich nicht daran halten. DTLA hat allerdings auch die Möglichkeit, bereits verkaufte Geräte „für ungültig zu erklären“.

With DTLA devices, the integrity and usefulness of your home theatre is subject to the ongoing approval of the consortium, and they can switch it off if they decide, at any time in the future, that they don’t trust it any more.

Das ganze baut auf der Geheimhaltung der Schlüssel auf, die nötig sind, um lizenzierte Geräte zu authentifizieren und das Signal zu entschlüsseln. Kann ein Unternehmen diese nicht ausreichend garantieren, wird keine Lizenz erteilt.

An dieser Stelle schließen sich die DRM-Pläne der BBC und Open-Source-Software aus, denn letztere wird bekanntlich dadurch charakterisiert, dass sie offen ist. Und damit lassen sich im Code versteckte Schlüssel nicht geheimhalten, die Auflagen für die Erteilung einer Lizenz also nicht erfüllen.

And so, when the BBC threatens to infect its high-def broadcasts with DTLA, it also threatens to remove free/open software from consideration for any device that can play, record, or manipulate the video that the licence fee pays for. It means that you can’t use a GNU/Linux phone to watch a show, or an open video player like VLC on your laptop. It means that your kids can’t use free/open video-editing software to cut some of last night’s news into a presentation for class.

Das stellt nicht nur eine unnötige Einschränkung der Freiheit dar. Es bedeutet auch einen gewichtigen wirtschaftlichen Nachteil, wie Doctorow ausgesprochen deutlich darlegt:

It means that British entrants into the DTV device market can’t avail themselves of the free software that their competitors all over the world are using, and will have to spend fortunes reinventing the wheel, creating operating systems and programs that do the same things as their free counterparts, but in such a way as to enforce restrictions against the device’s owner.

(via)

13 Kommentare
  1. Steve Gates 22. Dez 2009 @ 17:43
  2. Frank Oswalt 26. Dez 2009 @ 17:13
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