LinuxTag 2005: „Linux macht Schule“

In Schule und Ausbildung spielt Freie Software eine zunehmend wichtige Rolle. Entscheidend für den Umstieg auf Freie Software ist oftmals die prekäre finanzielle Situation vieler Bildungseinrichtungen. Denn durch den Einsatz von Linux & Co können Lizenzkosten eingespart und Anschaffungskosten reduziert werden, da die Hardwareanforderungen Freier Software im Vergleich zu anderen Systemen eher niedrig sind. Darüber hinaus erlaubt der Einsatz Freier Software einen kreativen und effektiven Einsatz von Computern im Unterricht. Gerade der Informatikunterricht kann flexibler und anschaulicher gestaltet werden, denn die Schüler lernen mit der Software arbeiten und sie nicht nur benutzen. Aber auch andere Unterrichtsfächer können durch die zahlreichen Fachprogramme, die als Freie Software verfügbar sind, bereichert werden.

Unter dem Stichwort „Linux macht Schule“ greift der LinuxTag 2005 das Thema Freie Software in der Bildung auf und macht es zu einem Programmschwerpunkt. Lehrer, Schüler und Vertreter der Schulbehörden sind eingeladen sich über die Einsatzmöglichkeiten von Linux im Schulumfeld zu informieren. Mehrere Projekte haben sich der Förderung des Einsatzes Freier Software in Schulen verschrieben, verfolgen dabei jedoch ganz unterschiedliche Strategien. Der LinuxTag will einen Beitrag dazu leisten und bietet Projekten aus dem Schulumfeld die Gelegenheit sich auf der Fachmesse kostenlos zu präsentieren.

Ursprünglich in Norwegen beheimatet, ist das Skolelinux-Projekt mittlerweile in ganz Europa zu Hause. Die Distribution basiert auf Debian 3.0 und bringt Freie Software nicht nur auf die Schulserver. Als Live-CD kann Skolelinux direkt auf den Schülerarbeitsplätze eingesetzt und da es sich um Freie Software handelt, den Schülern auch mit nach Hause gegeben werden. Bereichert wird das Skolelinux-Spektrum zudem durch zahlreiche Lernprogramme.

PingOS ist hingegen eine virtuelle Initiative der deutschen GNU/Linux-Gemeinde, deren Ziel es ist, den Einsatz des Freien Betriebssystem an Schulen zu fördern. Versierte Linux-Anwendern haben sich darum zu einem Netzwerk zusammengeschlossen und stehen bereit, um Schulen bei der Einrichtung und Wartung von Linux-Rechnern zu unterstützen.

SelfLinux hat sich die Erstellung eines umfassenden Hypertext-Tutorials über das Betriebssystem Linux zur Aufgabe gemacht. Die derzeit verfügbare Dokumentation des Betriebssystems wird als ungenügend empfunden, da diese aus isolierten, nicht immer logisch verknüpften Dokumenten besteht, die noch dazu mehrheitlich englisch verfasst und nur mangelhaft illustriert sind. Um Ein- und Umsteigern aber auch erfahrenen Administratoren den Umgang mit Linux zu erleichtern, arbeitet SelfLinux an einem Linux-Nachschlagewerk. Dieses gibt einerseits einen systematischen Überblick über den aktuellen Stand der Linux-Entwicklung, anderseits hilft es bei der schnelle Einarbeitung in neue Themen oder der Suche nach speziellen Informationen.

Arktur ist eine spezielle Schulserver-Lösung, die in Zusammenarbeit von Offenes Deutsches Schulnetz (ODS) und der c’t entwickelt wurde. Insbesondere unerfahrene Administratoren ohne Linuxkenntnisse sind mit Arktur in der Lage, einen Server selbständig zu installieren, ans Internet zu bringen und auch fortlaufend zu betreuen. Natürlich steht für Rückfragen ein Team aus langjährigen Linux-Experten bereit.

„Eine gute schulische Ausbildung ist für den Standort Deutschland besonders wichtig und sollte allen Schülern gleichermaßen zuteil werden. Freie Software kann zur effektiv zur Chancengleichheit in der Bildung beitragen. Der LinuxTag e.V. hat sich daher entschlossen, das Thema Linux in der Schule in diesem Jahr zu einem Programmschwerpunkt zu machen.“ so Nils Magnus, Vorsitzender des LinuxTag e.V.. Schulverwaltungen, Lehrer und interessierte Schüler können sich auf http://www.linuxtag.org/2005/de/schule über das Programm und einzelne Projekte informieren. Für Fragen und Auskünfte stehen die Veranstalter jederzeit zur Verfügung. Drei Beiträge widmen sich am 25. Juni auf dem Freien Kongress ebenfalls dem Thema Linux und Bildung. Das Panel Education and Research findet von 10.00 bis 13.00 Uhr statt.

Das Open Source Course Management System (CMS) „Moodle“ gehört zu den erfolgreichsten Umgebungen für Online-Lernprozesse. Moodle ist eine flexible Lernumgebung und wurde insbesondere für interaktive Gruppenarbeit konzipiert. Ralf Hilgenstock (Dialog Beratungsgesellschaft) informiert über den Einsatz von Moodle in Unternehmen und Verwaltungen. Marcus Denker (Squeak Deutschland e.V.) stellt Squeak, eine auf Smalltalk aufsetzende Entwicklungsumgebung Squeak für Kinder jeden Alters, vor. Es handelt sich um Freie Software, die plattformunabhängig und kostenlos erhältlich ist. Auch in Schulen kommt Squeak zunehmend zum Einsatz. Freie Software eignet sich besonders für den Einsatz an Schulen. Die Gründe erläutert Mario Fux (ALIS – Arbeitsgruppe Linux an Schulen) und stellt dabei verschiedene freie Lernsoftwareprojekte aus Europa vor. Ein Migrationsbericht einer Grundschule rundet den Beitrag ab.

Der LinuxTag 2005 findet vom 22. bis 25. Juni im Messe- und Kongresszentrum Karlsruhe statt. Informationen zum Konferenzprogramm und zur LinuxTag-Fachmesse sind auf der Webseite vom LinuxTag 2005 zu finden.

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