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Allensbach: Mehrheit fürchtet zu wenig Datenschutz

Eine neue Untersuchung des Marktforschungsunternehmen Allensbach hat sich mit der Frage beschäftigt, wie Bundesbürger den Datenschutz sehen (PDF). Und die Ergebnisse sind interessant: In der Bevölkerung hat sich viel Misstrauen entwickelt in puncto Datenschutz. Die große Mehrheit glaubt nicht daran, dass Daten, die bei Unternehmen oder von Staats wegen abgespeichert sind, ausreichend geschützt werden. Dabei…

  • Markus Beckedahl

Eine neue Untersuchung des Marktforschungsunternehmen Allensbach hat sich mit der Frage beschäftigt, wie Bundesbürger den Datenschutz sehen (PDF). Und die Ergebnisse sind interessant:

In der Bevölkerung hat sich viel Misstrauen entwickelt in puncto Datenschutz. Die große Mehrheit glaubt nicht daran, dass Daten, die bei Unternehmen oder von Staats wegen abgespeichert sind, ausreichend geschützt werden. Dabei ist das Misstrauen gegenüber Unternehmen noch größer als gegenüber dem Staat. Nur 8 Prozent sind davon überzeugt, dass man den Unternehmen bezüglich der Daten, die sie gespeichert haben, über den Weg trauen kann. Im Blick auf den Staat ist die Zahl an Menschen, die in diesem Punkt Vertrauen haben, zwar doppelt so groß (16 Prozent), aber aufs Ganze gesehen hat ebenfalls nur eine Minderheit Vertrauen. 82 Prozent misstrauen den Unternehmen beim Datenschutz, 72 Prozent sprechen dem Staat gegenüber ihr Misstrauen aus.

Die große Mehrheit macht sich mehr Sorgen, dass ihre Daten nicht ausreichend geschützt sind. Dies sollte vor allem der Großen Koalition zu Denken geben, die gerade im Rahmen der Modernisierung des Bundesdatenschutzgesetzes soviele Ausnahmen auf Druck gewisser Lobbys einbaut, dass auch weiterhin unsere Daten nicht wirklich geschützt sind.

Dazu passt auch ein Artikel von Zeit-Online von heute: Regierung verabreicht Datenschutz-Placebo.

Die Gesetzesnovelle zum Datenschutz galt als ein Gewinn für die Verbraucher. Aber inzwischen hat die Regierung alle Fortschritte wieder herausgestrichen

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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3 Kommentare zu „Allensbach: Mehrheit fürchtet zu wenig Datenschutz“


  1. Möglicherweise habe ich meinen Bekanntenkreis mit dem Thema schon überstrapaziert, aber mein Eindruck war immer die „breite Masse“ der Bevölkerung schere sich um das Thema Datenschutz recht wenig. Schön immer mal wieder positive Zahlen zu lesen, die ein Bewusstsein für die Problematik zumindest erkennen lassen.
    Aber gerade die aktuell „herrschende“ große Koalition schert sich leider sehr wenig um die Belange oder Ängste der Bevölkerung, außer wenn man diese missbrauchen kann um irgendwelche Überwachungs‑, Zensur- und Kontrollmechanismen auszuweiten, ist schon eine wirklich beängstigende Entwicklung derzeit…


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