Der Taz-Redakteur Tarik Ahmia argumentiert, dass Google nicht „der neue Feind“ sei: Keine Angst vor Google.
In diesem Geben und Nehmen ist Google geradewegs zu einem seriösen Umgang mit den Kundendaten verdammt. Der Verlust des Vertrauens seiner Kunden wäre der Google-GAU: Würden Fälle bekannt, in denen Google Schindluder mit den Daten seiner Kunden betreibt, ist der nächste, vertrauensvollere Google-Konkurrent nur einen Mausklick entfernt. Googles Firmenmaxime „Dont be evil“ ist deshalb nicht nur ein Marketingspruch, sondern ist überlebenswichtig für das gesamte Geschäftsmodell des Konzerns. Die Welt der Internet-Ökonomie in althergebrachte Kategorien der Datenschützer einzuteilen – hier die rechtschaffenen Datenbewahrer, dort die skrupellosen Datensauger – greift deshalb auch zu kurz. Diese Welt ist komplexer geworden, und sie braucht ein neues Verständnis von Datenschutz, das dem Prinzip von Geben und Nehmen Rechnung trägt. Allein das Sammeln von Nutzerdaten lässt sich heute nicht mehr automatisch mit unlauteren Zielen eines Unternehmens gleichsetzen.
Er beschreibt anschaulich, dass die Nutzer selber darauf achten müssen, was sie wie und wo im Netz publizieren. Einen wichtigen Punkt übersieht er aber leider in seiner Argumentation: Google ist ein Unternehmen, was staatlichen Regulierungen unterliegt. Durch die Datenanhäufung werden bei Sicherheitsbehörden Begehrlichkeiten geweckt, auf die Datenberge zugreifen zu können.