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Datenleck mit 26000 Studenten Datensätzen bei der Uni Göttingen?

von markus um 23:04 am Mittwoch, 1. Oktober 2008

Die Uni Goettingen hat anscheinend gut 26000 Studentendatensaetze verloren. Mir wurde ein Anhang mit den pseudonymisierten Datensätzen zugeschickt, die anscheinend aus einem offenen LDAP-Server an der Uni Göttingen sind. Laut der unten geposteten Einleitung wurde die mindesten vor einem halben Jahr offenen Lücke wohl vor einem Monat der IT kommuniziert. Passiert ist wohl nichts.

#######################################################################
# #
# (nearly) complete record of all students of the #
# Georg-August-Universitaet Goettingen #
# #
#######################################################################
# 26/09/2008, 27/09/2008 #
#######################################################################
# #
# The following data has been extraced from a world-readable LDAP #
# server belonging to the University of Goettingen. The server is #
# controlled by StudIT. #
# #
# The leak has been open for at least half a year and as far as we #
# have been told StudIT has been informed about it a month ago. As it #
# has not been closed we will now publish sample data with masked #
# surnames and account uids from accounts with a account number #
# greater than 1000000. #
# #
# Though, you will be able to load a complete record from: #
# #
# himuro.stud.uni-goettingen.de:ldap #
# #
# The data on himuro itself contains only pre- and surname and the #
# eMail address, which is the same as the account name. #
# #
# By the way: There has also been a leak for all passwords in FlexNow #
# which should be closed by now. If you are a student at #
# the University of Goettingen: Please update your #
# password and get informed! #
# #
# Greetings #
# #
# Marten S. Greedy & Workgroup #
# #
#######################################################################
# Student data following: #
#######################################################################

Christin S. - c.s
Julia F. - jul
Allison P. - all

… Die Liste geht noch ewig weiter.

Weiss nicht genau, was da dran ist. Könnte aber real sein. Würde mich über weitere Infos von Studenten der Uni Göttingen freuen. Bis dahin: Updatet mal sicherheitshalber Eure Passwörter, wenn Ihr da eingeschrieben seid.

Ich hab mal die Universität Göttingen angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mir wurde eine Datei mit 26000 pseudonymisierten Datensätzen zugeschickt, die anscheinend aus Ihrem IT-System stammen soll. Laut der Datei steht Ihr LDAP-Server offen und evtl sind die Passwörter und Zugangsdaten Ihrer Studenten wohl über das Internet abrufbar. Mich würde interessieren, ob da was dran ist. Wenn die Datei und das Sicherheitsloch real sind, würde ich mich über die Beantwortung der folgenden Fragen freuen.

1. Seit wann ist Ihnen die Sicherheitslücke bekannt?

2. Sind die Studenten über das Sicherheitsproblem aufgeklärt worden?

3. Was wird unternommen, um das Sicherheitsloch zu schliessen?

4. Wie wollen Sie zukünftig verhindern, dass Datensätze Ihrer Studenten offen im Internet abrufbar sind?

Update: Seit Freitag Morgen kann nur noch jeder, der in Goettingen im Goenet angebunden ist (Also alles was Uni ist und ne menge Studenten und DSL-Anschluesse), nachwievor den LDAP anfragen. Das restliche Netz ist schon mal ausgesperrt (Danke für die Info). Antwort auf meine Anfrage an Datenschutzbeauftragten und Pressestelle habe ich noch nicht.

Update: Um 13:26 hab ich eine Antwort erhalten:

Stellungnahme der Datenverarbeitung der Universität Göttingen

Zu dem u.a. auf netzpolitik.org veröffentlichen Beitrag zu einem Sicherheitsloch im LDAP-Server für die Studierenden

In einer Anfrage an die Pressestelle, die den oben genannten Artikel als Quelle nutzt, wurden folgende Fragen gestellt, zu denen wir hiermit Stellung nehmen:

1. Seit wann ist Ihnen die Sicherheitslücke bekannt?

Die Tatsache , dass unser LDAP-Server nichtauthorisierte Anfragen außerhalb des Netzes der Universität zulässt, wurde erst durch den Artikel deutlich. Dabei war es möglich, Datensätze unserer Studierenden abzufragen, die folgende Informationen beinhalten:

Name, Vorname, E-Mail-Adresse.
Zu keiner Zeit abfragbar waren Passwörter (die grundsätzlich verschlüsselt sind).
Unverschlüsselte Passwörter sind im LDAP-Server nicht gespeichert.

2. Sind die Studenten über das Sicherheitsproblem aufgeklärt worden?

Bisher wurden die Studierenden nicht über den Sachverhalt informiert.

3. Was wird unternommen, um das Sicherheitsloch zu schliessen?

Am 1. Oktober um 19:40 Uhr wurde das Sicherheitsloch in seinem vollen Umfang bekannt. Am 2. Oktober um 1.30 Uhr wurde das Sicherheitsloch bereits wieder durch die Serveradministration geschlossen.

4. Wie wollen Sie zukünftig verhindern, dass Datensätze Ihrer Studenten offen im Internet abrufbar sind?

Die vorhandenen Schutzmechanismen werden wir erweitern. U. a. wird in den nächsten Tagen eine zweite Firewall in ein abgestuftes Sicherheitskonzept integriert werden.

Kommentare

16 Kommentare zu “Datenleck mit 26000 Studenten Datensätzen bei der Uni Göttingen?”

  1. Benjamin Flesch
    Okt 1st, 2008 @ 23:48

    Hallo!

    Also
    1. Ups.. das hätte nicht passieren sollen war aber in meiner alten Schule auch der Fall.
    2. Wo bekommt man die anonymisierte Liste? Könnte man einen netten Vornamen-Benchmark mit machen oder so ;-)

    Gruß Beni

  2. Greedy
    Okt 2nd, 2008 @ 0:05

    Zur Klärung: Passwörter updaten ist nicht nötig, da diese nicht veröffentlicht sind.

  3. Greedy
    Okt 2nd, 2008 @ 0:08

    Okay, war natürlich schwachsinn. Die passwörter wurden nicht im Zuge der Lücke veröffentlicht, sondern waren für gewisse Personen, die mit FlexNow arbeiten zugänglich. Von daher empfiehlt sich Passwort ändern schon. :)

  4. Datenschutz? Was soll das? at tubastian.de
    Okt 2nd, 2008 @ 0:44

    [...] … schickt mir ein Kollege das nächste Fundstück: [...] Die Uni Goettingen hat anscheinend gut 26000 Studentendatensaetze verloren. Mir wurde ein Anhang mit den pseudonymisierten Datensätzen zugeschickt, die anscheinend aus einem offenen LDAP-Server an der Uni Göttingen sind. Laut der unten geposteten Einleitung wurde die mindesten vor einem halben Jahr offenen Lücke wohl vor einem Monat der IT kommuniziert. [...] Quelle: http://netzpolitik.org/ [...]

  5. Farlion
    Okt 2nd, 2008 @ 1:40

    Von der Uni selbst wirst Du höchstwahrscheinlich keine kompetente Antwort bekommen, da der gesamte Datenverkehr und sämtliche Netzwerke von der GWDG (Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung http://www.gwdg.de)gehandelt wird. Diese Gesellschaft beherbergt u.a. die Server der Uni und der Max-Planck-Gesellschaft und ist eine gemeinnützige GmbH.
    Von dort wirst Du eher Antwort bekommen. Solltest Du direkt an die Uni gemailt haben kann es sogar sein, dass Deine Mail nie eine verantwortliche Stelle erreicht (sofern sich seit meiner Zeit dort nicht etwas gravierend geändert hat).

  6. datenschutz@asta.uni-goettingen.de
    Okt 2nd, 2008 @ 2:21

    Bezogen auf die Universität Göttingen, darf ich an dieser Stelle dafür Werbung machen, sich mit Hinweisen in Sachen Datenschutz an die Datenschutzbeauftragten und studentischen Datenschutzbeauftragten der Universität zu wenden.

    > http://www.uni-goettingen.de/de/3450.html

    Für Hinweise sind wir immer dankbar.

  7. Greedy
    Okt 2nd, 2008 @ 10:02

    @datenschutz@asta:
    Ja, das hat ein Kommilitone von mir gemacht. Und? Nichts ist passiert - der ldap war nachwievor noch offen. Von daher, kann man den Verein wohl haken.

  8. annalena
    Okt 2nd, 2008 @ 10:14

    Soweit ich das mitgekriegt habe wisst ihr als studentische Datenschutzbeauftragte schon seit mehr als einer Woche davon (der Server ist aber immer noch offen…).

    Und ehrlich gesagt hab ich sonst auch noch nichts gesehen, wo ihr euch für Datenschutz engagiert habt, ich lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen.

    Viele Grüße

  9. Doc Brown
    Okt 2nd, 2008 @ 11:27

    Über diese Liste bin ich auch gestolpert, bei Wikileaks.
    http://www.wikileaks.org/wiki/Complete_student_record_University_of_Goettingen

  10. Datenpanne der Universität Göttingen: Meine Wordlist | Benjamin Flesch IT Services Blog
    Okt 2nd, 2008 @ 14:41

    [...] ich in unzähligen Berichten über den LDAP-Datengau der Universität Göttingen gelesen habe und mich die [...]

  11. Stud.IP-Blog » Blog Archive » Stud.IP ist NICHT Stud.IT
    Okt 2nd, 2008 @ 14:44

    [...] Der initiale Artikel inkl. einer Stellungnahme der Universität findet sich auf netzpolitik.org Erstellt von Marco Bohnsack in [...]

  12. Mathias´ Blog» Blogarchiv » Datenleck an der Uni Göttingen
    Okt 2nd, 2008 @ 18:25

    [...] an vielen Stellen zu lesen ist, gab es wohl an der Universität Göttingen ein Datenleck. Betroffen [...]

  13. pregos blog » Blog Archive » DatenG(eorg)A(ugust)U(niversitaet)
    Okt 2nd, 2008 @ 22:31

    [...] Luecke hab ich heute Nacht ueber eine Mail auf der Goettinger Chaosliste wo auf einen Artikel bei Netzpolitik aufmerksam gemacht wurde. Dort ist auch eine erste kurze Stellungnahme der Uni zu lesen. Inzwischen [...]

  14. Stefan
    Okt 3rd, 2008 @ 15:41

    Erinnert an ein Datenleck der Uni Potsdam vor knapp einem Jahr: http://www.asta.uni-potsdam.de/sonst/ausgabe.php3?textfile=2769

  15. Binar
    Okt 3rd, 2008 @ 17:24

    Also zumindestens uniintern ist in Paderborn ebenfalls der LDAP-Server mit Echtnamen sowie Accountnamen (sowie ein paar andere Informationen: Student/Prof/etc) zugänglich.

  16. Datenleck - 26.000 studentische Datensätze im Internet veröffentlicht | Basisgruppe fIMP
    Okt 12th, 2008 @ 23:00

    [...] Wir verweisen auf den Bericht von netzpolitik.org/. [...]

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