Gefährliche Worte der Woche: Bombe, töten, Völkermord, Terrorismus…

Um den Zugriff auf Anleitungen zum Bombenbau zu verhindern plant der für Justiz und Sicherheit zuständige EU-Kommissar Franco Frattini die Europaweite Sperrung von Schlagwörtern und Inhalten: EU-Kommissar will “gefährliche Wörter” im Internet sperren.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters soll Frattini laut dieser gesagt haben, er wolle zusammen mit der Privatwirtschaft untersuchen, wie technisch verhindert werden kann, dass Menschen “gefährliche Worte” wie “Bombe” (bomb), “töten” (kill), “Völkermord” (genocide) oder “Terrorismus” (terrorism) nutzen oder nach diesen suchen. Frattini wolle dies den Mitgliedsstaaten im Rahmen eines Anti-Terror-Plans im November vorschlagen, so Reuters. [...] Die Meinungsfreiheit sieht Frattini dadurch nicht beeinträchtigt, denn Anleitungen zum Bombenbau hätten mit Meinungsfreiheit nichts zu tun, so Frattini im Telefoninterview mit Reuters. Die absoluten Rechte müssten die höchste Priorität haben, allen voran das Recht auf Leben.

Da steht uns wohl ein Zensur-Winter bevor.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Digital Rights, EU, Zensur und getagged . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

9 Kommentare

  1. noone
    Erstellt am 11. September 2007 um 15:01 | Permanent-Link

    solange er “torrent” nicht sperrt, kann er machen was er will.

  2. Erstellt am 11. September 2007 um 15:09 | Permanent-Link

    Gefährliche Wörter sollten generell verboten werden. Wer nichts Illegales vorhat braucht sie sowieso nicht. Das wäre endlich mal ein wirksamer Beitrag zum Krieg Kampf Gegen-den-Terrorismus-sein.

  3. Arne
    Erstellt am 11. September 2007 um 16:31 | Permanent-Link

    ein wirklich super vorschlag! Da Terrorismus, Völkermord und vermutliche viele andere Grundrechtsverletzungen nicht mehr erwähnt werden dürfen kann ja Amnesty International ihre Seite genauso zu machen wie in China.

    1A Methode um die Illusion einer heilen Welt zu verbreiten…

  4. Erstellt am 11. September 2007 um 23:23 | Permanent-Link

    Frattini kann ja schon einmal bei MSN nachfragen, wie man funktionsfähige Filter™ bastelt, damit auch Kombinationen böser Worte erfolgreich gesperrt werden können, wie z.B. „skill“, „war on terrorism“ oder simple Meldungen des Kampfmittelräumdienstes – welcher Bürger will schon wissen, warum seine Straße nach Bauarbeiten geräumt wurde?

    Aber um Herrn Frattini eine Frage zu stellen: Es sterben mehr Menschen auf Grund von Hunger und mangelnder medizinischer Vorsorge, warum verbietet er nicht diese unterlassene Hilfeleistung? Oder den Autoverkehr, so viele Todesopfer wie der bei uns fordert.

  5. Erstellt am 11. September 2007 um 23:52 | Permanent-Link

    orwells newspeak im experimentierstadium. beachtlich!

    FAREHELL.
    cato

  6. unbescholtener Bürger
    Erstellt am 27. September 2007 um 08:39 | Permanent-Link

    wenn ich jetzt arkane bombe suche (World of Warcraft) werde ich überwacht? da bekomme ich angst …und wenn ich nicht frei suchen darf weil ich angst haben muß das ein falsches wort eingebe und ein sondereinsatzkommando morgens meine wohnung stürmt….
    oder Wasserbombe,bombengeschäft,das girl ist aber ne bombe…etc..das keinen bezug zum terror hat….da bekommt man angst…
    na ja es gibt ja noch torpark…anonym surfen! damit läß sich eben nicht herrausfinden wo die person sitzt…und terroristen wissen sich besser zu schützen und sind nicht so dumm vom eigenen i-net anschluß nach sowas suchen …die gehen dann ins internetcafe oder suchen ein offenes w-lan oder besorgen sich bücher( sogar in schulbüchern steht wie man bomben baut!)
    Bin absolut gegen zensur !

  7. zerobrain
    Erstellt am 27. September 2007 um 08:42 | Permanent-Link

    … und was passiert mit den Top 10, die auf diese Suchanfragen hin gefunden werden: Die Welt, Berliner Morgenpost, Uni Kassel, Die Zeit, Verfassungsschutz, SPD, …?

  8. Erstellt am 27. September 2007 um 17:37 | Permanent-Link

    Was hat denn meine Uni damit zu tun?

  9. Janna Retoli
    Erstellt am 24. Mai 2008 um 02:13 | Permanent-Link

    Dann müsste ja gesperrt werden “Bomben bauen”, ansonsten finden ja die Schweizer ihre Tischbomben nicht mehr. Terroristen in der Politik finden wir dann auch nicht mehr. Völkermordgeschichten sperren, wesshalb denn Herr…. wie heissen Sie schon wieder? Tja die Zensur. Es brennt einigen anscheinend sehr unter ihren Hintern. Wie kännte es den anders sein wenn nun die M….. schon in Brüssel regiert.

3 Trackbacks

  1. Von dataloo » Bombige Technikkunst am 19. September 2007 um 07:36

    [...] geht es (ganz ganz extrem kurz mal von der rechtlichen Fragwürdigkeit abgesehen) um den Schwachsinn einer Zensur, die von Inkompetenz nur so strotzenden Informationstechniklahmen gefordert wird. Bombe töten [...]

  2. [...] will “gefährliche Wörter” im Internet sperren (golem.de) Gefährliche Worte der Woche: Bombe, töten, Völkermord, Terrorismus… [...]

  3. [...] hat einem am Schäuble Bei all dem Zensurgedöns á la Frattini usw. schlage ich vor doch gleich alle Buchstaben des Alphabets in gefährdenden Kombinationen zu [...]

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