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  • : Facebook liebt nur die eigene Netzneutralität
    Facebook liebt nur die eigene Netzneutralität

    30c3-der-kampf-um-netzneutralitt-9-638In Indien ist die Facebook-Initiative internet.org im Rahmen der dortigen Netzneutralitätsdebatte in die Kritik gekommen. Immer mehr Unternehmen weigern sich, dort mit Facebook privilegiert zusammen zu arbeiten, weil durch sogenannte Zero-Angebote die Netzneutralität verletzt wird. Ein Zero-Angebot ist das, was die Deutsche Telekom mit ihren Drosselkom-Tarifen plant: Einzelne ausgewählte Partnerangebote werden privilegiert durchgeleitet und nicht auf das Datenvolumen angerechnet. Facebook und Google sind vor allem im globalen Süden dabei, „The next billion“ Internetnutzer zu erreichen. Das sind diejenigen, die die Märkte von Morgen bedeuten. Und die sollen Internet bekommen, wo dann halt nur Facebook und Google enthalten ist, was die beiden Unternehmen halt als Internet sehen: Ihr eigenes (geschlossenes) Ökosystem zum Kommunizieren und Konsumieren.

    Das führt leider dazu, dass zwar mehr Menschen Zugang zu einem kleinen Teil des Netz haben, aber dann nur Facebook kennen und mit Menschen kommunizieren können, die auch auf Facebook sind. Und aus dem geschlossenen System nicht mehr rauskommen. Aber sowas gibt es nicht nur im globalen Süden als Problem. Wenn bei uns die Deutsche Telekom bei T‑Mobile Spotify vom Datenvolumen ausnimmt, bevorzugt das den Partner-Streamingdienst und diskriminiert alle anderen Wettbewerber und nicht-kommerzielle Alternativen. Das ist toll für Spotify, toll für T‑Mobile, kurzfristig toll für Spotify-Nutzer, langfristig schlecht für alle Nutzer und für Innovation, weil durch weniger Wettbewerb Konkurrenten schlechtere Zugangschancen zum Markt haben. Wenn Facebook bei ePlus im Rahmen eines Zero-Angebotes vom Datenvolumen ausgenommen wird, bevorzugt das Facebook, aber nicht nur unser Blog wird dann benachteiligt.

    Insofern entspricht es keineswegs der Wahrheit, wenn Mark Zuckerberg auf Facebook behauptet, das Unternehmen würde Netzneutralität voll und ganz unterstützen. Facebook unterstützt nur die Netzneutralität, wenn das die Dienste des eigenen Unternehmens beinhaltet. Die Netzneutralität von anderen interessiert Facebook nicht. Sonst würde man nicht durch die eigene Monopolstellung Zero-Angebote auf den Markt schmeißen um die eigene Marktdominanz noch auszubauen.

    We’re proud of this progress. But some people have criticized the concept of zero-rating that allows Internet.org to deliver free basic internet services, saying that offering some services for free goes against the spirit of net neutrality. I strongly disagree with this. We fully support net neutrality. We want to keep the internet open. Net neutrality ensures network operators don’t discriminate by limiting access to services you want to use. It’s an essential part of the open internet, and we are fully committed to it. But net neutrality is not in conflict with working to get more people connected. These two principles — universal connectivity and net neutrality — can and must coexist.

    Zuckerberg hat Recht, wenn er sagt, dass der Zugang zum Netz und Netzneutralität jeweils wichtig sind. Aber durch Zero-Angebote schafft Facebook nur Zugang zum eigenen geschlossenen Ökosystem und nicht zum offenen Netz. Und verletzt damit die Netzneutralität für alle.

    18. April 2015 8