Kultur

Flattr jetzt auch für Nichtflattr’er

Wer geflattr’t werden wollte, musste bisher auch selber flattr’n und Geld in das System bringen. Sonst wurde der Account inaktiv geschaltet. Das sollte verhindern, dass einige Nutzer nur abgreifen, und andere nur zahlen. Die Trennung von Konsument und Anbieter kannte flattr nicht.

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Die Regelung, dass ein Account, in dem sich kein Geld mehr befindet, „inaktiv“ geschaltet wird, so dass der Inhaber selbst auch keine Spenden mehr erhalten kann, sollte dafür sorgen, dass das auch so bleibt.

Es stellte sich aber heraus, dass sie gerade die kleinen Nutzer vor dem Micropaymentdienst zurückschrecken ließ: Immerhin musste man pro Jahr mindestens 24€ ausgeben, um überhaupt anderen die Möglichkeit zu geben, einem ein paar cent oder Euro zukommen zu lassen. Einige Nutzer gaben nach ein paar Monaten ohne Einnahmen auf, und haben nun inaktive Accounts – andere meldeten sich gar nicht erst an, denn auch das Angeben von Bezahlungsdaten schreckte ab.

Ab Sonntag werden leere Accounts nicht mehr inaktiv geschaltet, und alle, die bisher gezögert haben, können kostenlos einen Account eröffnen, der aktiv ist und bleibt, egal, ob man selbst flattr’t. Man muss also keinen Cent bezahlen, und kann nur gewinnen.

Der Rest des Modell bleibt wie gehabt. Auch wenn ich die Änderung erst komisch fand, denke ich, dass die Entscheidung richtig ist: Es ist mit einem großen Zuwachs in der Flattr-Community zu rechnen. Und wer diese einmal kennen und schätzen gelernt hat, der muss auch nicht mehr dazu ‚erzogen‘ werden, selbst zu flattr’n.

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19 Kommentare
  1. In der Tat. Ich kenne wirklich mindestens 5, die genau deswegen auch keinen Bock mehr auf flattr hatten, was ich auch sehr nachvollziehen kann und so schon anfing zu zweifeln ob sich das noch je weiter durchsetzen oder gar immer weiter in vergessenheit geraten wird.
    Also definitiv guter Schritt.

  2. Hmm, leider nehmen sie auch weiterhin keine direkten Überweisungen. Moneybookers hat sich’s mit mir verscherzt seit sie grundlos Wikileaks abgeklemmt haben und Paypal ist bekanntermaßen ist ein krimineller Saftladen, der willkürlich Konten einfriert um sich zinslose Kredite zu verschaffen.

    Hatte Flattr nicht schon lange angekündigt auch Überweisungen unterstützen zu wollen?

    1. Dem schliesse ich mich an. So lange keine Direktüberweisung zwischen den Banken geht, kann ich da nicht mitmachen.

      Eigentlich sollte das doch einfach möglich sein, Flattr sitzt doch in Schweden, das ist doch der europäische Zahlungsraum mit IBAN und Co…

  3. Es wundert mich, dass es überhaupt so war. Ich meine, Flattr macht ja nur dann Sinn, wenn einige mehr Verteilen und andere mehr Einnehmen. Eine Asymmetrie zwischen den Flattr-Nutzer ist doch quasi systemimamment.

    Was übrigens aus meiner Sicht gegen Flattr spricht ist, dass man damit Paypal mitfinanziert. Eine, meiner Meinung nach, unerträglichen Firmen.

  4. Letztendlich stelle ich mir trotz dem tollen Flattr-Update die Frage: Von was soll das System zukünftig leben? Es geht doch nicht, dass alle verdienen wollen, aber keiner finanziert die ganze Geschichte? Vermutlich endet es damit, dass nach mehreren Wochen – wie es in den letzten Monaten der Fall war – alle Blogger ihre Buttons wieder von den Blogs nehmen, weil sie nicht ins Layout passen und zugleich nichts einbringen. Somit ist die Neuerung lediglich ein Aufschieben des Endes von Flattr, oder nicht? Ich bezweifle stark, dass die Zeit aktuell schon reif ist, um das Ich-zahle-für-guten-Content-Modell und somit Flattr nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

    Gruß

  5. Wer in Zukunft Geld verdienen möchte, sollte übrigens an folgender Hürde vorbeikommen:

    127.0.0.1 api.flattr.com

    Ergänzend kann man dazu noch die ganzen anderen Spionage-Dinger ausschließen:

    127.0.0.1 api.tweetmeme.com
    127.0.0.1 platform.twitter.com
    127.0.0.1 platform0.twitter.com
    127.0.0.1 urls.api.twitter.com
    127.0.0.1 api.flattr.com
    127.0.0.1 widgets.fbshare.me
    127.0.0.1 static.ak.fbcdn.net
    127.0.0.1 fbcdn.net

    Über Adblock unbedingt noch alles von fbcdn.net und alles mit /connect.php blocken, um Facebook nicht das eigene Surfverhalten zu präsentieren.

    Mal schauen, wann’s Netzpolitik versteht und auch mal den Datenschutz ernst nimmt.

  6. Überfällig. Die Interpretation „dass einige Nutzer nur abgreifen“ ist ja auch völlig falsch. Diese „einige“ produzieren schließlich, und das soll von anderen mit kleine Beiträge belohnt werden. Wenn das dann nicht klappt, war das mit der Croudfunding-Welle wohl doch wieder mal etwas übertrieben …

  7. Ja, das ist ja schon mal ein Anfang… wenn jetzt noch ganz konservativ Zahlungen durch manuelle Überweisungsscheine möglich ist, dann werd‘ ich auch bei flattr aktiv sein; so lange jedoch Nutzungspflicht für PayPal oder Kreditkarten besteht, bleib‘ ich dem Kram fern.
    Die jüngsten Vorfälle um dem Sony-Nutzerdaten-Leak bestätigen mich in dieser Haltung.

  8. Gibt es eine Möglichkeit, sich fattr-Einnahmen anonym auszahlen zu lassen oder z.B. flattr-Einnahmen direkt in so etwas wie Amazon-Gutscheine einzulösen?

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