Dieser Artikel ist mehr als 14 Jahre alt.

Deutschland wird ACTA vorerst nicht unterzeichnen

Deutschland wird vorerst das ACTA-Abkommen nicht unterzeichnen. Das Auswärtige Amt habe die Weisung zurückgezogen, wie dpa twitterte. Das ist zwar positiv, aber auch kein großer Grund zur Freude. Eine solche Aussetzung ist eine beliebte Strategie, um abzuwarten, bis der Protest wieder kleiner wird. Jetzt gilt es, den Druck auf das EU-Parlament auch auf der Straße…

  • Markus Beckedahl

Deutschland wird vorerst das ACTA-Abkommen nicht unterzeichnen. Das Auswärtige Amt habe die Weisung zurückgezogen, wie dpa twitterte. Das ist zwar positiv, aber auch kein großer Grund zur Freude. Eine solche Aussetzung ist eine beliebte Strategie, um abzuwarten, bis der Protest wieder kleiner wird. Jetzt gilt es, den Druck auf das EU-Parlament auch auf der Straße zu erhöhen, denn dort kann ACTA verhindert werden!

EDRi hat eine sehr hilfreiche FAQ zu ACTA zusammen gestellt. Wir haben drüben bei der DigiGes die deutsche Übersetzung:

1. Müssen alle ACTA-Länder Three-Strikes-Systeme einführen?

Länder, die das ACTA-Abkommen unterzeichnen, sind dazu aufgefordert, „Kooperationsbemühungen im Wirtschaftsleben“ zur straf- und zivilrechtlichen Rechtsdurchsetzung zu fördern. Diese Zusammenarbeit zwischen privaten Akteuren soll umfassend sein und auch Sanktionen wie Netzsperren für Endverbraucher beinhalten.

Dies geht aus einem geleakten Dokument hervor, welches das EU-Parlament selbst veröffentlicht hat (Fußnote 6 auf Seite 4: „Ein Beispiel für diese Maßnahmen ist, bei wiederholten Verstößen und unter entsprechenden Bedingungen, die Aussetzung von Verträgen und Konten in den Systemen oder Netzwerken der Internetanbieter“, siehe http://www.edri.org/files/acta_disconnection.pdf.)

In zwei kurzen Videos hab ich über ACTA ins Netz gesprochen.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


Veröffentlicht

Kategorie

Schlagwörter

Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

29 Kommentare zu „Deutschland wird ACTA vorerst nicht unterzeichnen“


  1. […] Zurücknahme der Weisung ist laut netzpolitik.org kein Grund zum Feiern. Eine solche Aussetzung ist eine beliebte Strategie, um abzuwarten, bis der […]


  2. […] endgültig vom Tisch gefegt wurde und im Abfalleimer der Internetgeschicte entsorgt wurde.via netzpolitik.org Verwandte Artikel:Protest gegen ACTA- Hacker legen Webseiten der polnischen Regierung lahmUSA […]


  3. […] Videos sind übrigens vor der Meldung gemacht worden, dass Deutschland vorerst (Betonung liegt auf vorerst) das ACTA-Abkommen unterzeichnet. Aber solange das vorerst extra betont wird, ändert sich nichts an der Lage. TwitternDieser […]


  4. Tja, dann müssen wir wohl bis zur Fußball-EM warten, bis endlich mal einer an die Kinder denkt.


  5. […] | Netzpolitik; Welt me gusta 0 Para votar identifícate o regístrate aquí. Tags: Propiedad […]


  6. […] news (Spiegel, Netzpolitik) seems to cast the future of ACTA into serious doubt. The accord requires signatures and […]


  7. Congrats from Czech republic


  8. „Keinerlei Gesetzgebungsbedarf zu Acta“ Ach nee!!! Jetzt auf einmal! ACTA wird nicht unterzeichnet, weil ein Null-Gesetz nicht benötigt wird. Damit haben sich die morgigen Demonstrationen wohl erledigt.


  9. Wie unauffällig …

    Dann wäre das ja jetzt die Gelegenheit, die Leute auch über IPRED (da stehen auf EU-Ebene all die fiesen Sachen drin, die jetzt bei ACTA ‚verschwunden’ sind und es wurde bereits in Schweden 2006 in vorauseilendem Gehorsam in ein Gesetz gegossen[1]) und über INDECT zu informieren (welches im echten Leben alle Fußballfans zur EM im Testlauf unter Abgleich aller vorhandenen Ressourcen, Videokameras und Datenbanken unter Generalverdacht stellt – bei der Gelegenheit, den Blick nach Wuppertal richten, da wurde das System maßgeblich mit entwickelt[2]).

    Es gibt also mindestens zwei weitere Gründe, Morgen gegen ACTA auf die Straße zu gehen und Guecht und der Ex-IFPI Prat zu zeigen, dass deren ‚Geschäftsmodelle’ nicht mehr ‚zeitgemäß’ sind und deren Hinterzimmerpolitik ebenfalls nicht mehr toleriert wird.

    Und wer sich schon mal die nächste EU-Horror-Roadmap in den Sicherheitswahn und den Sumpf der Akronyme anschauen möchte, dem sei der Artikel „Die Großen Brüder von INDECT“ bei Telepolis empfohlen – jetzt neu: mit nochmal 10 Projekten(!)

    [1] https://sv.wikipedia.org/wiki/Ipred-lagen
    [2] https://de.wikipedia.org/wiki/INDECT


  10. […] wird ACTA (vorerst) nicht unterschreiben Wie Netzpolitik.org berichtet wird Deutschland ACTA erstmal nicht unterschreiben. Das Auswärtige Amt hat laut DPA […]


  11. […] has just broken that Germany will not be signing ACTA,  (Spiegel, Netzpolitik) which will come as a huge blow to those who have lobbied governments around the world to get it […]


  12. […] wenn Deutschland ACTA vorerst nicht unterzeichnen will, sollte sich am morgigen Samstag jeder die Zeit nehmen und gegen das drohende Abkommen […]


  13. […] Deutschland wird ACTA vorerst nicht unterzeichnen (Netzpolitik.org) […]


  14. Edelweiß

    ,

    Deutschland spielt bis zur EM auf Zeit, ein äußerst durchsichtiges Manöver.


  15. […] Deutschland will ACTA »vorerst« nicht unterzeichnen. VORERST, der übliche Trick. Nee, ACTA muss komplett zurückgezogen […]


  16. […] Deutschland wird Acta vorerst nicht unterzeichnen. Eine solche Aussetzung ist allerdings eine beliebte Strategie, um den Widerstand zu schwächen. Daher heißt es immernoch: Morgen auf die Straße! […]


  17. […] wird das ACTA-Abkommen vorerst nicht unterzeichnen – so meldet die dpa heute. Die Politik beugt sich also vorerst dem Druck der Straße. Aber […]


  18. […] – Deutschland wird ACTA vorerst nicht unterzeichnen Deutschland wird vorerst das ACTA-Abkommen nicht unterzeichnen. Das Auswärtige Amt habe die […]


  19. […] Bov Bjerg vor mir gemacht, aber besser hätte ich es nicht beschreiben können: Deutschland mag ACTA jetzt doch nicht mehr. Deutschland wird vorerst das ACTA-Abkommen nicht unterzeichnen. Das Auswärtige Amt habe die […]


  20. […] Deutschland sollte auch weiterhin nicht unterzeichnen.[4] […]


  21. Die vollständige Meldung wurde von der DPA unterdrückt, nämlich den wichtigen Teil – das warum Sie vorerst nicht unterschreiben:

    Bundesregierung will ACTA weiterhin unterstützen:

    „Deutschland hat den Vertrag nur aus formalen Gründen noch nicht mit unterzeichnet, die fehlende Unterschrift werde „in Kürze“ nachgeholt, hieß es daraufhin im Auswärtigen Amt.“

    http://taz.de/Bundesregierung-verschiebt-Unterzeichnung/!87464/


  22. ACTA und Freiheit? Wie siehts aus mit dem Grundgesetz? Seit 50 Jahren wird die Freiheit immer weiter eingeschränkt. Endlich hat man ein vergleichsweise freies Medium Internet gefunden. Nun will man das letzte Refugium auch noch überwachen. Was soll das ganze?


    1. Astafix

      ,

      Das Grundgesetz ist kein Garant für Freiheit. Das sieht man mal wieder am Glasverbot im Karneval. Das jüngste Urteil: Glasverbot ist zwar grundgesetzwidrig, aber da das Gemeinwohl und die Sicherheit der Masse vorgeht, ist der Eingriff in die Selbstbestimmung des Einzelnen vertretbar. Revision unmöglich gemacht mit Richterspruch. Das zum Grundgesetz in Deutschland und zum blackout der Richterschaft, die ihren Job auch nicht mehr so ausüben, wie man es machen sollte. Nicht umsonst wenden sich Menschen oft genug an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, die Urteile aus dem angeblich so freien Deutschland mit Schimpf und Schande kassieren. Da kann ich Beispiele nennen, da fällt einem der Kitt aus der Brille.


  23. […] news (Spiegel, Netzpolitik) seems to cast the future of ACTA into serious doubt. The accord requires signatures and […]


  24. Kölner Anti-ACTA Demo: Bilder und Videos…

    Quelle: strassenstriche Quelle nerdbash.de Quelle: ACTA für’n Arsch Quelle: What Wallraf would do Tagesschau: ACTA-Proteste in mehreren deutschen Städten Die größte Demonstration findet in München statt. Hier versammelten sich nach Polizeiangaben…


  25. […] Links: Piratenpartei, Netzpolitik, Internet-Law […]


  26. […] und Lettland die Ratifizierung verschoben und wollen zunächst den Dialog suchen. Heute wurden ebenfalls bekannt, dass Deutschland das Abkommen zunächst nicht unterzeichnen will. Doch warum stößt dieses […]


  27. […] el horizonte electoral alemán no pinta muy bien para los defensores del tratado… Vía | Netzpolitik; Welt Fuente: Nacion […]

Dieser Artikel ist älter als 14 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.