In Folge der Unterzeichnung des ACTA-Abkommens durch die EU und 22 Mitgliedsstaaten ist es heute wohl zu lose koordinierte DDos-Attacken gegen EU-Institutionen und das EU-Parlament gekommen. Uns wurde eine Mail der IT-Abteilung aus dem EU-Parlament weitergeleitet, die wohl an alle EU-Abgeordnetenbüros ging.
Der Zugang zum Internet und zur Europarl Webseite war heute morgen gestört. Nach unseren Informationen waren externe Attacken, durchgeführt von der „Anonymous Hacker“ Gruppe, im Zusammenhang mit der Schließung der „Megaupload“ Seite und der heutigen Unterzeichnung des ACTA Vertrags in Brüssel (Anti-Counterfeiting Trade Agreement), die Ursache. Internationale Organisationen, darunter andere Europäische Institutionen waren Ziel dieser Attacken. Wir haben Maßnahmen eingeleitet, die die Auswirkungen dieser Attacken reduziert haben und die zuständigen technischen Teams überwachen derzeit die Situation. Wir werden Sie darüber informieren, sollte sich die Situation ändern. Wir tun alles nötige, um die Unannehmilchkeiten zu begrenzen und wir danken Ihnen im Voraus für Ihr Verständnis.
Einerseits kann ich die Wut über die Unterzeichnung und den ganzen intransparenten ACTA-Prozess nachvollziehen, andererseits sind DDos-Attacken gegen das EU-Parlament mehr als kontraproduktiv, während zahlreiche ACTA-Gegner versuchen, dort Mehrheiten gegen das Abkommen zu organisieren. Zumal das EU-Parlament im Moment gar nicht zugestimmt hat, das passiert je nach Interpretation und Diskussionslänge wahlweise im Juni oder September. Man sollte auch bedenken: Das EU-Parlament ist unsere letzte Chance, die Auswirkungen des ACTA-Abkommens noch zu verhindern. Abgeordnete anrufen und anschreiben bietet effektivere und nachhaltigere DDos-Möglichkeiten, wenn man schon bei dem Aktions-Mittel bleiben will. Ansonsten kann man immer noch auf die Straße gehen, wie es tausende in Polen machen, aber niemand in Deutschland.