Die Piratenpartei hat auf ihrem Bundesparteitag in Offenbach neben vielen anderen politischen Themen auch etwas zu Netzpolitik beschlossen: Zumindest einen Antrag zu Änderungen im Urheberrecht. Nach den Grünen haben die Piraten es auch geschafft, bei den Urheberrechtslaufzeiten einzuknicken und man fordert jetzt statt 70 Jahre nach Tod des Autors nur 10 Jahre nach Tod des Autors. Sollte ich noch 65 Jahre weiter leben, dann wird dieser Text nach dieser Forderung erst in 75 Jahren gemeinfrei. Wirklich progressiv ist das nicht, von radikal kann man da gar nicht schreiben, selbst die Grünen fordern weniger.
Auch wenn viele sinnvolle Forderungen in dem Papier stehen, so verwirren mich die zahlreichen unterschiedlichen Laufzeiten für unterschiedliche Werkformen. Filme sollen 50 Jahre geschützt werden, Software nur 20, Leistungsschutzrechte sollten 25 Jahre gelten und dann neu verhandelbar sein und um das Problem der verwaisten Werke zu lösen, sollen Werke von „anonyme und pseudonyme“ Künstlern nach 30 Jahren gemeinfrei werden. Wahrscheinlich habe ich nicht alles aufgezählt.
Aber es gibt auch sinnvolle Forderungen wie Legalisierung des Tauschens von urheberrechtlich-geschützten Werken zu nicht-kommerziellen Zwecken (Im Gegensatz zu den Grünen ohne Kompensierung der Künstler durch Kulturflatrate-Modelle), eine Ablehnung von DRM, eine Stärkung der Privatkopie und viele kleine Details, die der Großteil der Mitglieder wahrscheinlich gar nicht verstanden haben werden. Vielleicht hab ich es überlesen: Aber wo finde ich was zu transformativen Werken (Recht auf Remix)?
Ansonsten gilt wie bei jeder anderen Partei: Schön, wenn etwas beschlossen wurde, man muss es aber auch offensiv vertreten (wollen). Und als nächstes könnte man mal die unterschiedlichen Laufzeiten abfragen, das merkt sich sicher kaum jemand.