Jeder zweite Internetnutzer informiert sich online über Politik

Die Forschungsgruppe Wahlen hat für das zweite Quartal 2010 Daten zur Internetnutzung in Deutschland veröffentlicht. Befragt wurden insgesamt 3.728 Deutschen ab 18 Jahren. Männer nutzen mit 79% das Netz mehr als Frauen mit 65% (Das liegt vor allem an den über 65-jährigen Frauen, die nur zu 25% im Netz sind).

Interessant sind die Daten zu Politik:

In den Partei-Anhängerschaften der Grünen (88 Prozent) und der FDP (85 Prozent) ist die Rate der Internet-Nutzer weit überdurchschnittlich. Bei der Partei-Anhängerschaft der CDU/CSU liegt sie leicht unter dem Durchschnitt (67 Prozent), die Anhänger von SPD (71 Prozent) und der Linken (74 Prozent) sind ungefähr genauso häufig wie alle Deutschen online. Vergleichsweise rege wird das Internet genutzt, um sich mit Nachrichten über Politik zu versorgen. Mehr als jeder dritte Deutsche (36 Prozent) nutzt diese Möglichkeit. Bezogen nur auf die Gruppe der Internet-Nutzer ist dies jeder Zweite (51 Prozent). Auch beim Onlineabruf von Politiknachrichten nutzen Männer aller Altersgruppen das Internet intensiver als Frauen.

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7 Kommentare

  1. Tharben
    Erstellt am 19. Juli 2010 um 20:17 | Permanent-Link

    Man stelle sich nur einmal vor, die Leute würden sich immer mehr frei im Netz bewegen, würden sich auf Sites wie netzpolitik.org informieren ..

    Was muss das für ein Alptraum für Pressekonzerne, CDU/CSU, FDP und Apple sein?

  2. Andreas
    Erstellt am 19. Juli 2010 um 21:22 | Permanent-Link

    Na da haben wir doch den wahren Grund für die Netzsperren und Stoppschilder.

    Kann ja nun mal nicht sein daß mündige Bürger, diese treulosen Hunde, sich abseits vom Regierungsfunk über den Staat™ informieren.

    Auch die Autoren des neuen JMStV wissen dies im übrigen ganz genau.

  3. KinNeko
    Erstellt am 19. Juli 2010 um 22:13 | Permanent-Link

    Du musst aber eingestehen Markus, dass das Internet schwerer zu manipulieren ist, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk oder die Zeitungen. Und dass eine Manipulation der Medien im Einzelfall stattfindet, ist wohl auch erwiesen.

  4. Susan Calvin
    Erstellt am 19. Juli 2010 um 22:32 | Permanent-Link

    > Und dass eine Manipulation der Medien im Einzelfall stattfindet, ist wohl auch erwiesen.

    Wenn man sich die Handvoll Medienkonzerne ansieht, liegt die Anzahl der Manipulierenden wohl im einstelligen Bereich. Die Formulierung “Einzelfall” finde ich dennoch verharmlosend.

  5. KinNeko
    Erstellt am 19. Juli 2010 um 23:57 | Permanent-Link

    Mir ist durchaus bewusst, dass die Vorfälle häufiger auftreten. Als Beispiele darf man hier sicher den Maulkorberlass in Schleswig-Holstein, der Vortrag des BKAs der zur Studie wurde, bewusst falsch zusammengeschnittene Beiträge bzgl Bundespräsidentenwahl und Killerspielen.

    Ich habe aber bewusst das Wort “Einzelfall” gewählt, da diese Vorfälle nicht zentral gesteuert initiert werden. Dort geht es immer um Interessen Einzelner. Belohnt wird ein “guter” Reporter dann erst nachher durch besondere Jobs (z.B. Regierungssprecher) oder “schlechte” werden rausgemobt.

    Übrigens ist neben der CDU die SPD die Partei, die am stärksten auf die Medien Einfluss nimmt. Es geht hier also nicht um pauschale Regierungskritik.

  6. ChristianH
    Erstellt am 2. August 2010 um 11:50 | Permanent-Link

    Ohne das hier im Einzelnen auseinanderrechnen zu können, erklärt sich die unterschiedliche Nutzung sicher auch über die Alterszusammensetzung der Wählerschaft:

    Selbst wenn CDU- und Grünen-Wähler der gleichen Altersgruppe auch mit der gleichen Wahrscheinlichkeit online sind, hätte die CDU einen größeren “Offliner-Anteil”.

    Zumdest teilweise führt “Alt-Sein” zu “Offline-Sein” und (gewissermaßen als Nebenwirkung) zum CDU-Wählen. Dazu muss das Wahlverhalten keine kausale Folge der Mediennutzung sein(auch wenn die Thesen von weiter oben ganz plausibel klingen).

2 Trackbacks

  1. Von Forestwalk» Blogarchiv » Aktiv sein! am 20. Juli 2010 um 17:55

    [...] Thema erforschen zu können. Daher nutze ich als digital Native meine Möglichkeiten und informiere mich, wie viele andere auch, hauptsächlich online über alle Kanäle, die sich mir so bieten um mir von anderen Thesen und Antithesen [...]

  2. [...] netzpolitik.org berichtet heute über eine Studie der Forschungsgruppe Wahlen zur Internetnutzung in Deutschland. [...]

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