Weitere Tor-Razzia in Deutschland

In Düsseldorf ist der Betreiber eines Tor-Anonymisierungs-Servers Nachts von der Polizei besucht worden und seine Computer wurden beschlagnahmt. Er wird verdächtigt, in einem Forum über ein mögliches Bombenattentat auf ein Ministerium geschrieben zu haben. Hat er natürlich nicht, das lief über seinen Tor-Server und wurde von jemandem anderen geschrieben. Die ganze Story findet sich hier:

Die Aktion führt leider dazu, dass er seinen Service einstellt: Tor madness reloaded.

The consequences: I’ve shut down my Tor-server. I can’t do this any more, my wife and I were scared to death. I’m at the end of my civil courage. I’ll keep engaged in the Tor-project but I won’t run a server any more. Sorry. No.

Der Server wurde übrigens nicht beschlagnahmt. Zeigt einiges von der IT-Kompetenz der ermittelnden Polizei und des Staatsschutzes.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Datenschutz, Deutschland, Digital Rights, Digitalkultur, Zensur und getagged . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

7 Kommentare

  1. blubbs
    Erstellt am 16. September 2007 um 15:03 | Permanent-Link

    Echt ziemlich krass.
    Aber mal im Ernst, die Leute, die da sitzen, MUESSEN doch irgendwie irgendeine Ahnung von TOR haben. Zumindest muessten sie es kennen. Warum tun die da nicht schon was? Ich meine, wenn da nun irgendein uber-Polizeiboss ist, der etwas potentiell illegales gefunden hat und deswegen Schmitt* anklagen will und IT-Spezialisten Meier* einschaltet, wird IT-Spezialist Meier doch sagen, dass das nicht so wild sei; Schmitt stelle nur einen Anonymisierungsserver bereit und wahrscheinlich selbst bei der Aufklaerung bei potentiell Illegalem helfen wuerde.
    Voellig unverstaendlich fuer mich.
    Aber wie ich das verstanden habe ist der ja schon aus der Haft wieder raus und hat eine Anklage im Nacken?
    Hoffentlich klaert sich das – zu seinen Gunsten…

    *Namen natuerlich erfunden o.O :P

  2. Erstellt am 16. September 2007 um 16:44 | Permanent-Link

    Dass ich von Thailand aus den verlinkten Artikel nicht ohne TOR erreichen kann, ist ein huebsches Detail. Das “Informations-Ministerium” sperrt alle Seiten auf WordPress.com

    Siehe auch

    Aus JAP + AN.ON wurde JonDonym – die Alternative zu TOR
    > http://forum.opensky.cc/viewtopic.php?t=227

  3. fix
    Erstellt am 16. September 2007 um 17:35 | Permanent-Link

    @blubbs: so kann man aber schön die leute einschüchtern und die zahl der tor-server gering halten ;-)

  4. brodo
    Erstellt am 16. September 2007 um 18:29 | Permanent-Link

    Ich habe meinen Tor-Server schon damals nach der ersten Razzia dicht gemacht. Würde ich jedem empfehlen der in Deutschland wohnt.

  5. Dr. Michael Stehmann
    Erstellt am 17. September 2007 um 10:38 | Permanent-Link

    Ich habe die ansonsten wirklich tüchtige Landesdatendatenschutzbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen auf das Problem der TOR-exit-nodes angesprochen, die erklärt hatte, Anonymität im Internet sei ihr ein wichtiges Anliegen. Sie wusste leider weder was TOR ist, noch konnte sie mit dem Begriff exit-node etwas anfangen.

    Es scheint noch viel Aufklärungsarbeit notwendig.

  6. kobalt
    Erstellt am 17. September 2007 um 10:40 | Permanent-Link

    “so kann man aber schön die leute einschüchtern und die zahl der tor-server gering halten ”

    Genauso ist es. Bestrafe einen, erziehe hundert.

  7. Erstellt am 20. September 2007 um 13:34 | Permanent-Link

    bedeutet das auch, dass wenn ich warum auch immer über sprengstoffe und “anschläge” im netzt mich austausche mache ich mich interessant für die Polizei

    das bringt mich auf eine idee :) – problem ist nur wenn man es in der hinsicht zu weit treibt wird man wegen irgendwas vorbestraft und verbaut sich sein leben

7 Trackbacks

  1. [...] gegen Tor Exit Router Betreiber (Rabenhorst) Weitere Tor-Razzia in Deutschland [...]

  2. [...] Geschichte des TOR Betreibers ist hier nachzulesen (Englisch), hier ein Eintrag auf netzpolitik.org [...]

  3. Von Aus dem Weg geschafft « FreiheIT-Blog am 16. September 2007 um 21:35

    [...] ehemals Betreiber eines TOR Exit Routers, über dessen Fall unter anderem das Rabenhorst-Blog und Netzpolitik berichten (beides übrigens sehr lesenswerte Beiträge, die ich wärmstens empfehle). Alexander [...]

  4. Von Wie man Anonymität verhindert | MamboBlog am 17. September 2007 um 09:21

    [...] man bei Netzpolitik schön nachlesen. Einfach einen Hausbesuch seitens der Sicherheitsbehörden machen und alle [...]

  5. Von Wieder TOR-Razzia in Deutschland | MellowBox am 17. September 2007 um 17:42

    [...] Netzpolitik – Weitere Tor Razzia in Deutschland [...]

  6. Von www.drokzid.net am 10. Oktober 2007 um 17:17

    TOR vs. I2P…

  7. [...] Tor-Server und wurde von jemandem anderen geschrieben. Die ganze Story findet sich hier… netzpolitik.org: » Weitere Tor-Razzia in Deutschland » Aktuelle Berichterstattung rund um die politi… Greez, abassin __________________ FSB = Foll des super Board Upps, IPV und Blacky ..::.. Mein [...]

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