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Spock.com – Alptraum der Datenschützer?

In der heutigen Taz ist ein guter Artikel über die neue „Menschen-Suchmaschine“ Spock.com: Der Alptraum der Datenschützer. Die Plattform aggregiert aus verschiedenen Quellen Informationen zusammen und ordnet diese Menschen zu. Dabei wird auf offene Daten aus Social-Networks und Suchmaschinen zugegriffen. Da die Technik noch nicht alle Personen namens „Christian Müller“ auseinanderhalten kann, können Internetnutzer mithelfen:…

  • Markus Beckedahl

In der heutigen Taz ist ein guter Artikel über die neue „Menschen-Suchmaschine“ Spock.com: Der Alptraum der Datenschützer. Die Plattform aggregiert aus verschiedenen Quellen Informationen zusammen und ordnet diese Menschen zu. Dabei wird auf offene Daten aus Social-Networks und Suchmaschinen zugegriffen. Da die Technik noch nicht alle Personen namens „Christian Müller“ auseinanderhalten kann, können Internetnutzer mithelfen: Mit dem Hochladen von Fotos und dem Verschlagworten von Personen. Scheint Spass zu machen, einer Person das Schlagwort „Mörder“ zuzuordnen. Oder etwas anderes. Was in diesem Fall passiert, ist unklar.

Ich wurde heute morgen dazu von MotorFM interviewt (Keine Ahnung, ob die sowas online stellen). Da der Dienst in den USA sitzt, greifen deutsche Datenschutzgesetze nicht. Unklar ist mir auch noch, „ob ich mich löschen kann“. Die Erläuterungen auf der Seite finde ich etwas ungenau in dieser Frage. Aber vielleicht hilft der neue Service ja, etwas mehr Bewusstsein für die eigene Datensouveränität zu schaffen. Die TAZ geht auch darauf ein:

Wem die eigene Privatsphäre wichtig ist, sollte in Zukunft etwas genauer überlegen, welche Informationen er über sich ins Netz stellt – beziehungsweise welche er öffentlich zugänglich macht. Wer Internetdienste nutzt, sollte zudem die Einstellungen zum Datenschutz, die sogenannten Privacy-Settings, ein wenig durchsehen. Häufig genügt es schon, wie im Fall von Social Networking-Diensten wie StudiVZ oder dem amerikanischen Facebook, das eigene Profil auf „nicht-öffentlich“ umzustellen – oder sich eben gar nicht erst eintragen.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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19 Kommentare zu „Spock.com – Alptraum der Datenschützer?“


  1. Sabotage leicht gemacht !

    Man läd irgendwelche Urheberrechtlich geshützten Bilder für eine Person hoch (anon Proxy benutzen) und schickt der GVU ne mail so das sie auf Urheberrechtsverletzung verklagt werden.

    Wenn die Seite erstmal als unzuverlässig usw gilt hat sich das Bedrohungspotentil für den Datenscutz schon minimiert.
    HaHaHa


  2. Torsten

    ,

    hubulus: Der GVU sind kopierte Bilder ganz egal. Wenn schon musst Du Dein Glück bei Marions Kochbuch probieren.

    Gemäß US-Recht kann Spock dann aber nachträglich bequem löschen – ohne zu zahlen.


  3. Man kann auch mal nach „Idiot“ suchen. Solche Suchmaschinen sind eine Gefahr. Ich bin schon am überlegen jegliche Infos die im Netz noch öffentlich über mich stehen zu löschen, sofern möglich und meine Webseiten aus dem Netz zu nehmen. Eigentlich müsste bei jedem Einwählen im Netz eine Warnung kommen: „Alles was sie hier sagen kann und wird gegen Sie verwendet werden.“ Verwechslungen bei so einem Dienst kann und wird sicher mal dem ein oder anderen den gewünschten Job kosten oder schlimmeres.


  4. spock.com war auch in der sz gerade thema …


  5. okay, was kann man dagegen machen?
    spock führt ja tatsächlich nur die gefahr des netzes an sich vor augen.


  6. Da der Dienst in den USA sitzt, greifen deutsche Datenschutzgesetze nicht.

    Wieso denn das? Wenn die Daten in Deutschland (= aus Quellen, die in Deutschland liegen) erhoben werden, dann greifen auch deutsche Datenschutzgesetze, § 1 Abs. 5 Satz 2 BDSG. Fraglich ist viel eher, ob diese Gesetze in den USA auch durchgesetzt werden…


  7. Soziale Netzwerke: Da haben wir es!…

    NutzerInnen sozialer Netzwerke aufgepasst: Wie die Financial Times Deutschland berichtet, geht demnächst die Daten-Suchmaschine Spock.com an den Start, mit dem sich soziale Netzwerke wie XING, Myspace und Facebook oder auch StudiVZ und sicherlich auch.…


  8. Die Gefahr ist echt, dass das ganze schnell zur Diffamierungsplattform verkommt. Statt noch kompliziert an Google-Bomben zu stricken, wird den Leuten nun einfach der böse Tag verpasst. Siehe dazu auch meinen Beitrag über George W. Bush, den „miserable failure“ von Spock: http://www.trice.de/2007/08/12/klaglicher-versager-bush/


  9. […] netzpolitik.org: Spock.com – Alptraum der Datenschützer? […]


  10. Danke für die netten Worte, Markus…

    Was das Löschen der Profile bei Spock angeht: Hast Recht, da bleiben sie ziemlich vage. Zunächst mal kann man zwar einfach eigenhändig falsche Informationen vom Profil löschen, bzw. falls das nicht klappt die Infos per Email löschen lassen. Auch das ganze Profil kann man entfernen lassen, nur wird es eben in der Regel wieder auftauchen.

    Aber im Großen und Ganzen macht es schwer den Eindruck, als ob sie es einfach mal auf sich zukommen lassen. Erstmal kräftig wachsen, sich später mit den rechtlichen Bedenken befassen…


  11. kobalt

    ,

    Paterva bietet Ähnliches schon länger:
    http://www.paterva.com/web/Evolution/index.html

    Und man muß auch auch nicht jedes Photo und jede Information die man besitzt, ins I‑Net hochladen.

    Ein anderer Punkt ist die glaubwürdigkeit der gefundenen Informationen. Man kann diese Menschsuche auch mit falschen Daten füttern, wenn ich beispielsweise davon ausgehe, daß mein künftiger Chef nach mir im I‑Net sucht, kann ich absichtlich irgendwelche tollen Informationen über mich ins I‑Net stellen.


  12. […] zu vorgestern: Netzpolitik.org hat noch etwas zu Spock und dem Datenschutz […]


  13. Obwohl der vermutlich altbekannt ist – http://www.blogbar.de/archiv/2006/12/04/deine-absolut-vollkommen-harmlosen-daten-bei-studivz/ – mir ist er erst gestern über den Weg gelaufen. Und der passt hier fabelhaft. :-)

    Nehmen wir mal an, eine Firma hat eine Stelle zu vergeben: Ein typischer guter Akademikerposten, verantwortlich für eine kleine Gruppe Mitarbeiter, […] Einkommen um die 4000 Euro. Es gehen dafür 150 Bewerbungen ein.

    Und nun haben wir eine andere Firma, die zufälligerweise die Daten hat, die bei […] so offen rumstehen. Nichts gehackt, nichts explizit illegal gekauft, einfach das, was da ist, mit einem kleinen Prgramm letzte Woche abgegrast und gespeichert. Diese Firma erhält nun die Namen der Bewerber mit der Bitte, sich die Leute doch mal genauer anzuschauen und Empfehlungen abzugeben, […]

    verantwortlich für eine kleine Gruppe Mitarbeiter: Stichwort Persönlichkeit und Menschenführung. Da geht es um so Sachen wie persönliche Integrität und Sozialkompetenz. Ganz schlecht: Absolut harmlose Daten wie die Mitgliedschaft in Gruppen, die eine gewisse Promiskuität vermuten lassen. Man will ja nicht, dass die Untergebenen belästigt werden. Absolut harmlose Daten wie 436 Freunde an 435 Unis – das sieht nicht gerade nach Teamfähigkeit aus. Absolut harmlose Daten wie […]

    Ich fand es lesenswert und – weitaus – hilfreicher, Dritte von Datenschutz zu überzeugen als das ewige „Die Juden haben sie ja auch nur wg. des Religionszugehörigkeit-Vermerks gekriegt. Stell dir mal vor, wir bekämen wieder so ein Regime…“

    HTH, wrs


  14. […] Spock.com – Alptraum der Datenschützer? – (netzpolitik.org) Tags: Data Mining, Datenschutz, Großkonzerne, Paranoia, Profilerstellung, Sicherheitsrisiko […]


  15. […] Datenschützer sind Personen-Suchmaschinen ein Alptraum. In einer Zeit, in der immer mehr Informationen über Privatpersonen im Netz herumschwirren, haben […]


  16. […] damit einhergehenden Fragen zu gläsener Mensch etc. schreiben. Aber in Stefans Blog als auch bei netzpolitik gibt es bereits Beiträge hierzu, so dass ich euch weitere Ausschweifungen von mir erstmal ersparen […]


  17. Nun ist in Deutschland die erste Perosnensuchmaschine yasni.de gestartet. Vorerst im closed betatest mit etwa 1000 Personen, die aber auch weitere Personen zum Test einladen können. Das Feedback ist aktuell sehr positiv – yasni verfolgt aber auch einen anderen Ansatz und hat eine andere Umsetzung als Spock.de – mehr dazu im Blog (blog.yasni.de) und insbesondere auch im Blog unseres betreuneden Datenschutzexperten Stephan Hansen-Oest (http://blog.say-ho.com/2007/10/16/yasni-die-deutsche-personensuchmaschine-ist-beta/).


  18. […] das deutschen Datenschutzrichtlininen widerspricht schießt ja echt den Vogel  ab (vgl. Stern und netzpoltitik.org),  da sie selbstständig Daten sammeln. Es war schon recht komisch zu sehen, was die über […]

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