Internetnetverbot für potentielle Terroristen

Schäuble setzt zum Sommerlochtheater an. Internetverbot für potentielle Terroristen, gezielte Tötungen und Guantanamo könnten wir auch hier gebrauchen. Was leider noch etwas stört, ist der Rechtsstaat: Schäuble fordert Handy- und Internetverbot für Terrorverdächtige.

“Man könnte beispielsweise einen Straftatbestand der Verschwörung einführen, wie in Amerika”, sagte Schäuble im Gespräch mit dem SPIEGEL. Zudem denke er darüber nach, ob es Möglichkeiten gebe, “solche Gefährder zu behandeln wie Kombattanten und zu internieren”.[...]

Daneben denkt Schäuble über “Auflagen” für Gefährder nach, die man nicht abschieben könne: “Etwa ein Kommunikationsverbot im Internet oder mit dem Handy.”

Als “rechtliches Problem” bezeichnete der Innenminister auch die gezielte Tötung von Verdächtigen durch den Staat.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Datenschutz, Deutschland. Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

10 Kommentare

  1. Erstellt am 7. Juli 2007 um 17:06 | Permanent-Link

    Da kommt man dann auf sowas: Internierungsschäublonen. Sehr passend, wie ich finde.

  2. X
    Erstellt am 7. Juli 2007 um 17:15 | Permanent-Link

    Also ich bin ja dafür, dass wir Terrorverdächtigen Terroranschläge verbieten.

    Bei den Hackertools klappt das mit dem verbieten ja auch!

  3. Erstellt am 7. Juli 2007 um 17:43 | Permanent-Link

    Wie wäre mal mit der vorsorglichen Internierung durchgeknallter Politiker? Schlimm ist das…

  4. Friggle
    Erstellt am 7. Juli 2007 um 18:08 | Permanent-Link

    Wenn sich der islamische Terror verstärkt, wird das alles kommen.

    Die Chinesen essen ja auch gegrillte Skorpione, warum sollen wir nicht unsere Terroristen grillen?

  5. blacky
    Erstellt am 7. Juli 2007 um 20:21 | Permanent-Link

    mir tut nur unser vs, mad und bnd leid – der unter solchen ministern arbeiten muß.

  6. Friggle
    Erstellt am 9. Juli 2007 um 02:12 | Permanent-Link

    Also, ich finds gut, wenn die Terroristen incl. Unterstützerszene härter rangenommen werden. Auch und gerade die ins Auge gefassten Massnahmen:
    - rechtliche Grundlage für gezielte Abschüsse von Top-Gefährdern in bestimmten Situationen
    - unbefristeet Inhaftnahme von Top-Gefährdern, die nicht abgeschoben werden können (statt denen jeweils bis zu 20 Bullen full-time zuzuordnen
    - Medienverbote für Top-Gefährder, die nicht präventiv inhaftiert werden
    - Kombattantenstatus für bestimmte Kämpfer
    - Vorratsdatenhaltung zwecks Nachbearbeitung von potentielelr Kommunikation zwischen oder von Gefährdern

    Eigentlich Selbstverständlichkeiten, die in D zurzeit politisch allerdings noch schwer zu vermitteln sind. Die Gafährlichkeit des politischen Islams hat sich noch nicht hinreichend bewiesen. Kommt aber noch.

    Lustigerweise werden die Massnahmen Schäubles von bestimmten Medien meist kontextfrei abgehandelt.

    Übrigens ist eine Schäuble-Massnahme (die allerdings wie die o.g. natürlich immer auch zusammen mit dem “linken” Justizmisterium bearbeitet werden) natürlich völlig ungeeignet, nämlich die Plicht für E-Mailkontenanbieter eine Identifizierung des Nutzers vorzunehmen. Das scheint erstens over-killed und zweitens ein wenig dümmlich.

    Was man beim allgemeinen Schäuble-Bashing noch meist unbeachtet lässt:
    - Schäuble schiebt ein grösseres Massnahmenpaket möglicherweise nur öffentlichkeitswirksam vor sich her um zumindest einige Sachen durchsetzen zu können (wobei der SPD die Möglichkeit angeboten wird zu behaupten: “Wir haben das Schlimmste verhindert.” LOL)
    - Schäuble verfügt über mehr Information als Otto Normalblogger bzw. Otto Normalverbraucher und weiss die Gefahrenlage vermutlich besser einzuschätzen als die genannten
    - Schäuble hat keine besonderen Karriereaussichten mehr und handelt nicht aus “unnatürlich-populistischem” Interesse

  7. Zunkel
    Erstellt am 9. Juli 2007 um 10:17 | Permanent-Link

    Als Reaktion auf diese “Neuigkeit”, hat sich aus dem heise Forum eine Initiative dagegen gebildet: http://82megaohm.de Schaut doch mal vorbei :-)

    Gruß Zunkel

  8. Erstellt am 9. Juli 2007 um 11:07 | Permanent-Link

    Wie wäre es mit einem Kartoffelschälmesserverbot für potentielle Touristen, äh, Terroristen. Vielleicht wollen die potentiellen Staatsfeinde damit wirklich nur Kartoffeln schälen, aber vielleicht wollen die die Dinger benutzen, um den Staat anzugreifen.Am besten Terroristen, Touristen und Kartoffelschälmesser verbieten. Sicher ist sicher.

  9. Erstellt am 9. Juli 2007 um 11:59 | Permanent-Link

    Noch eine Passage aus dem Interview:

    SPIEGEL: Ein Verkaufsschlager im Internet ist ein T-Shirt mit Ihrem Konterfei und der Unterschrift “Stasi 2.0″. Kennen Sie es?

    Schäuble: Bisher nicht. Da hat sich, wenn ich das ironisch sagen darf, wenigstens die Marktwirtschaft durchgesetzt. Im Ernst: Das ist das Ergebnis von unseriösen öffentlichen Debatten und unseriöser Berichterstattung, und das ärgert mich. Wenn ich mit 15- oder 16-jährigen Schülern diskutiere, dann tut es mir schon weh, wenn ich die Folgewirkungen dieser Debatten sehe. Diese Kinder, die überhaupt keine Hemmungen haben, alle ihre Daten im Internet zu verbreiten, glauben jetzt, sie würden in einem Staat leben, wo sie der Innenminister rund um die Uhr überwacht.

  10. markus
    Erstellt am 10. Juli 2007 um 11:07 | Permanent-Link

    Ich hab hier gerade einen Kommentar gelöscht. Ich akzeptiere keine behindertenfeindlichen Äusserungen in meinem Blog. Massvolle Kritik gegen Schäubleß s Politik ist gerechtfertigt, sein Rollstuhl tut hier aber nichts zur Sache. Und Anspielungen auf sienen Tod können bitte im eigenen Blog oder im Heise-Forum getätigt werden.

9 Trackbacks

  1. Von dhaunsch » Schäubloid - links 070707 am 7. Juli 2007 um 17:26

    [...] Verbieten [...]

  2. Von Schäuble legt nach | MellowBox am 7. Juli 2007 um 20:41

    [...] [via, via, via, via] var tabPane1 = new WebFXTabPane( document.getElementById( “tab-pane-1″ ) ); [...]

  3. [...] Ich fordere das natülich nicht aus Langerweile oder weil ich was gegen Behinderte oder Rollstuhlfahrer habe, Nein ich forderte das deswegen, deswegen, deswegen auch, deswegen und deswegen erst recht! [...]

  4. Von Freedom! Forever! am 8. Juli 2007 um 10:19

    Verdachtsmomente (1)…

    Schäuble dreht weiterhin durch. Die neuesten “Ideen”: Handyverbot, Internetverbot, Straftatbestand der Verschwörung, Internierung. Mal sehen, wie lange ein Innenminister durchdrehen kann. Ich mache mal eine kleine Serie daraus.

    Der Spiegel: “Schä…

  5. Von 24stunden.de am 8. Juli 2007 um 12:17

    Szenarien…

    Was der Bundesinnenminister für merkwürdige Szenarien entwerfen kann: Wenn die einmalige Möglichkeit bestünde, Terrorchef Osama bin Laden mittels eines gezielten Angriffes zu töten und deutsche Sicherheitskräfte daran beteiligt wären — ja,……

  6. [...] Auch auf Netzpolitik – Schäubles neueste Attacke gegen die Bürgerrechte: Internetverbot für potentielle Terroristen. Mich wundert nur, wie viel Unterstützung ein Politiker mit derart verfassungsrechtlich bedenklichen Vorstellungen noch genießt. [...]

  7. Von Jörns [B|Ph]log am 9. Juli 2007 um 09:39

    Schäuble füllt das Sommerloch…

    Unser Bundesinnenminister plant, das Grundgesetz weiter auszuhöhlen. In einem Interview mit Spiegel Online macht er ernst mit seiner Anti -Terror- -Grundgesetz-Mission.

    “Man könnte beispielsweise einen Straftatbestand der Verschwörung einf…

  8. Von Freiheitsfreund am 9. Juli 2007 um 18:33

    Mr. Stasi 2.0 im Interview…

    Die zugespitzte offene Kampagne “Stasi 2.0″ gegen die fehlgeleiteten Allwissenheitsbestrebungen unseres Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble haben sicher mittlerweile die meisten der im Internet Aktiven irgendwo gesehen. Zum Beispiel…

  9. [...] Netzpolitik.org “Internetnetverbot für potentielle terroristen” [...]

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