DRM: Neuer Name = besseres Image?

Lustige Sache. Während der Industrie DRM um die Ohren fliegt, sehen einzelne Industriemitglieder nur ein Imageproblem. Und haben eine Lösung parat: DRM: Neuer Name = besseres Image?

Bob Zitter, beim größten US-Bezahlsender Home Box Office (HBO) für Technologiefragen zuständig, hat am Dienstag auf dem jährlich in Las Vegas stattfinden Treffen der National Cable & Telecommunications Association (NCTA den Vorschlag unterbreitet, das bei Verbrauchern unbeliebte digitale Rechtemanagement umzubenennen, um dessen Akzeptanz zu erhöhen. “Ich möchte nicht mehr länger den Begriff DRM benutzen”, so Zitter. Dieser Begriff sei irreführend, denn er betone “Einschränkungen” statt “Gelegenheiten” hervorzuheben. Solche Technologien zum Schutz von Inhalten seien doch eigentlich dazu da, den Verbrauchern “eine bessere Nutzung der von ihnen bezahlten Inhalte zu ermöglichen”. In Zukunft solle daher nur noch die Rede von “Digital Consumer Enablement” (DCE) – etwa mit “digitale Ermächtigung der Verbraucher” zu übersetzen – sein.

Finde ich prima. Vor allem in Deutschland ist die Wortwahl “digitale Emächtigung” ja historisch unbepfleckt…

Ansonsten haben die doch einen Knall: Wieso denke ich aus Verbrauchersicht dabei nur an “Gelegenheiten”, die Restiktionen des Kopierschutzes irgendwie entfernen zu können?

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Digital Rights, Urheberrecht und getagged . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

6 Kommentare

  1. Erstellt am 14. Mai 2007 um 16:08 | Permanent-Link

    Ich habe von der Sache zuerst über diesen tollen
    Comic-Strip erfahren und es bis zu deinem Eintrag über einen bloßen Scherz gehalten. Im Comic wird übrigens vorgeschlagen, in Hinkunft statt von “Piracy” von “Consumer Choice Enhancement” zu sprechen…

  2. Hoshpak
    Erstellt am 14. Mai 2007 um 17:46 | Permanent-Link

    und bald gibts dann das “digitale Ermächtigungsgesetz”? Die Spinnen die Musikindustrierömer!

  3. markus
    Erstellt am 14. Mai 2007 um 18:29 | Permanent-Link

    Hoshpak, da steht ganz deutlich, dass der Vorschlagende bei einem Pay-TV Sender arbeitet und nicht bei den “Musikindustrierömern”…

  4. Erstellt am 14. Mai 2007 um 18:39 | Permanent-Link

    Nunja, das Tier zappelt noch etwas, hat aber nicht mehr viel Luft. Auch das Kürzel DCE kann man umdrehen… E für Entmächtigung, Entmündigung, Entblödung… Wir brauchen dann bald mal einen Wettbewerb… ;-)

  5. Heide
    Erstellt am 14. Mai 2007 um 18:41 | Permanent-Link

    Kann man dann die Verantwortlichen wegen Irreführung verklagen? Das ausgerechnet der Konsument mit dem Quatsch “enabled” werden soll ist eine Behauptung die sich nun doch schwer verteidigen lässt.

  6. Erstellt am 14. Mai 2007 um 21:37 | Permanent-Link

    wuahaha. und mrt verklagt apple (und andere) weil sie nicht das “gute” uns “sichere” mrt-drm einsetzen. und die riaa will jetzt nicht nur bei internetradios sondern auch beim alten terrestrischen radio pro song kassieren. ich denke, wir können jetzt bis zum zeitpunkt der branchenimplosion laut mitzählen. so wie an sylvester. links dazu hier:
    http://www.bootsektorblog.de/2007/05/das_copyright_f.html

6 Trackbacks

  1. [...] netzpolitik.org zum Thema DRM: Neuer Name = besseres Image? [...]

  2. Von DOBSZAY's Ansichten und Einsichten am 14. Mai 2007 um 23:43

    Neuer Name für Digital Rights Management…

    Digital Rights Management soll in Zukunft “Digital Consumer Enablement (DCE)” heissen. Verkauft werden soll es als “Technologie, die den Verbrauchern eine bessere Nutzung von Inhalten ermöglicht”. Diesen Vorschlag hat Bob Z…

  3. Von keimform.de » DRM: der neuste Lacher am 15. Mai 2007 um 01:13

    [...] Netzpolitik berichtet über den neusten Lacher zum Thema DRM: Bob Zitter, beim größten US-Bezahlsender Home Box Office (HBO) für Technologiefragen zuständig, hat am Dienstag auf dem jährlich in Las Vegas stattfinden Treffen der National Cable & Telecommunications Association (NCTA den Vorschlag unterbreitet, das bei Verbrauchern unbeliebte digitale Rechtemanagement umzubenennen, um dessen Akzeptanz zu erhöhen. […] In Zukunft solle daher  [statt von DRM] nur noch die Rede von “Digital Consumer Enablement” (DCE) – etwa mit “digitale Ermächtigung der Verbraucher” zu übersetzen – sein. [...]

  4. Von PC-Magazin am 15. Mai 2007 um 09:53

    [...] Via Golem, Netzpolitik [...]

  5. Von ~ barani ~ » wissen am 16. Mai 2007 um 08:33

    [...] Womit ich dann zu Dingen überleite, die mich ernsthaft nerven. Dazu gehört diese Idee DRM zu DCE umzubenennen. Eigentlich begann mich das Thema zu langweilen, aber das motiviert mich gerade wieder. [...]

  6. [...] Die drei Punkte lasse ich so stehen. Andere wollen mir aber glauben machen, dass Regulierung und Gängelung nur wegen dem Namen nicht funktioniert. Geht’s noch? Abgelegt in: Ich Höre MusikTags: download, drm, interweb, musik, musikindustrie, netzpolitikorg, punk, tim armstrong, vinyl [...]

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