Nina Scholz

  • Konferenz gegen Big Tech: Raus aus der Ohnmacht
    Eine Person mit langen, dunklen, lockigen Haaren steht vor einer Wand mit Plakaten und Fotos, auf denen zum Beispiel demonstrierende Menschen zu sehen sind
    Eine Ausstellung über den Protest gegen das Tesla-Werk in Grünheide
    Konferenz gegen Big Tech Raus aus der Ohnmacht

    Zur „ersten Bewegungskonferenz gegen Big Tech“ in Berlin kamen 750 Menschen zusammen. Bei „Cables of Resistance“ ging es um Protest, Betriebsräte und Widerstand gegen Rechenzentren. Die vielleicht radikalste Antwort der Aktivist:innen auf die Macht der Tech-Konzerne: Verweigerung.

    18. April 2026 2
  • : Francesca Bria im Interview: „Unsere Smart City ist nicht technologiegetrieben“
    Franscesca Bria auf der Veranstaltung "Die Zukunft unserer Städte" im letzten Dezember in Berlin.
    Francesca Bria im Interview: „Unsere Smart City ist nicht technologiegetrieben“

    Seitdem die Bürgerplattform Barcelona en Comú 2015 in der katalanischen Metropole die städtischen Regierungsgeschäfte in die Hand genommen hat, ändert sich einiges in der Smart City Barcelona. Im Januar war bekannt geworden, dass die Stadtverwaltung in den nächsten Jahren schrittweise auf Open Source Software umstellt, um die Abhängigkeit von großen IT-Unternehmen zu verringern.

    Francesca Bria ist seit letztem Jahr Chief Technology and Digital Innovation Officer im Büro der Bürgermeisterin Ada Colau. Die Journalistin Nina Scholz hat sie für die Wochenzeitung Der Freitag zum Wandel in Barcelona befragt. Ansätze, wie sie etwa in industriegetriebenen Wettbewerben wie die „Digitale Stadt“ des IT-Branchenverbands Bitkom praktiziert werden, hat Barcelona mittlerweile hinter sich gelassen:

    Die Regierung davor war neoliberal ausgerichtet. Sie hatte einen Smart-City-Plan forciert und dazu Verträge mit den üblichen Technologie-Unternehmen wie Cisco, IBM und Microsoft abgeschlossen. Sie behauptete, dass durch diese Unternehmen Geld und Fortschritt nach Barcelona kämen, dass die Abläufe in der Stadt optimiert werden könnten. Die Wirklichkeit sah aber komplett anders aus: Es wurden etliche Sensoren verbaut, alle von unterschiedlichen Anbietern, die nicht mal untereinander verbunden waren. Die Stadt hatte keine Kontrolle über die Daten, keine Kontrolle über die Sensoren, aber eine Menge technologischer Probleme. Am Ende hat sie sich mehr darum gekümmert als um die Probleme der Menschen. […] Unsere Smart City ist nicht technologiegetrieben. Wir fragen: Wie sieht eine lebenswerte Stadt aus? Und: Wie können die Menschen selbst darüber bestimmen, wie sie leben wollen? Technologie ist nur dazu da, das zu unterstützen.

    „Eine Smart City ist eine privatisierte Stadt“ – ließ der Internet-Kritiker Evgeny Morozow erst neulich dem Guardian gegenüber verlautbaren. Wege, dem entgegenzuwirken, hielten er und Bria in der Studie „Die Smarte Stadt neu denken“ aus dem vergangenen Dezember fest, die sie auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung auch in Berlin vorstellten und zusammen mit Katalin Gennburg und Andrej Holm diskutierten (Video).

    2. März 2018 1