Man merkt, es wird warm. Der Sommer begann kürzlich.
Jetzt müssen konkrete politische Themen her: Dinge, die die Welt bewegen, die Menschen interessieren, und unsere Gesellschaft zementieren:
Die Innenminister von Bayern (Joachim Herrmann, CSU), Niedersachsen (Uwe Schünemann, CDU) und Nordrhein-Westfalen (Ralf Jäger, SPD) wollen Facebook-Parties verbieten. Wo kämen wir auch hin?
Überraschend: Die Idee, den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu ihren Parties einzuladen haben, finden selbst Wolfgang Bosbach und Dieter Wiefelspütz übertrieben – das muss man erstmal schaffen.
Aber spielen wir das Gedankenspiel doch trotzdem mal ein paar Minuten mit, denn nichts ist unmöglich – denken wir nur an das stolze Resultat des letzten Sommerlochs. Wie will man eine solche Regelung überhaupt formulieren? „…über Facebook…“ – eine Klage und die nächste Twitter-Party wären nicht fern, und trotzdem wäre dadurch warscheinlich der Vorsprung Facebooks vorm neuen Konkurrenten Google+ auf ewig zementiert: Faceook wäre das verbotenere Social Network.
Nein, der Begriff Facebook dürfte nicht drin vorkommen. Soziales Netzwerk ist nicht vernünftig definiert, außerdem gibt es ja noch Email-Verteiler, also: Internet. Am Ende würden wir wohl – nur um sicher zu gehen dass nicht beim nächsten Mal zum Kaffetrinken eingeladenwird – bei „…über das Internet zu Versammlungen aufzurufen“ landen.
Nie vergessen: Die dümmsten Ideen sind auch meist die gefährlichsten. Dazu gehört auch das öffentliche Einladen zu Privatparties.