Gnosis, ein kleines Hackergrüppchen, hatte nach eigener Aussage einfach die Nase voll von Gawkers purer Arroganz.
Also nahm man sich ein paar Stunden Zeit um den Server zu hacken, den kompetten Quellcode des genutzten Content-Management-Systems herunterzuladen, und mehr als 80% der angeschlossenen Datenbank abzusaugen.
In diesem Dump enthalten: 273.789 Passwörter und Email-Adressen von Kommentatoren, aber natürlich auch die der Autoren. Da sich die Aktion gegen Gawker richtet, und insbesondere Nick Denton, wurden aber zunächst die Daten aller Autoren angeschaut. Im Fall von Nick Denton stellte sich schnell heraus, dass er überall das gleiche Passwort verwendet…
Damit kam man in seinen Campfire-Account, auf dem 4GB Chat logs lagen. Er sitzt also echt viel vorm Computer… Darunter fanden sich noch ein paar interessante FTP- und Dropbox-Zugänge, die er unverschlüsselt an andere versandt hatte.
Mit Gawker verbunden sind nicht nur lifehacker.com und kotaku.com, sondern auch gizmodo.com. Also machte man noch ein bisschen weiter mit dem munteren Stöbern. Als kleine Lehre wurden dann noch die Emailadressen aller registrierten Kommentatoren, deren passwort ‚password’ oder ‚querty’/‚querty1’/‚querty12’ war, mit in die Sammlung gegeben, und das ganze Paket als Torrent veröffentlicht.
One can only pray that they do not use the same password everywhere.
Aber selbst diejenigen, die nicht das gleiche Passwort für ihre Emails verwenden, werden sich dann wohl in Zukunft über die eine oder andere ungewünschte Email freuen…
Im vor ein paar Stunden veröffentlichten 500MB-Torrent befinden sich noch viele weitere Diagnose-informationen über das Server-Setup. Zusammen mit den PHP-Quelltexten sind damit viele Informationen an die Hand geliefert, die für den geneigten Leser interessant sind – ich hab mir die Fülle noch gar nicht im Detail angeschaut. Die beigelegte Readme-Datei liest sich aber schon sehr amüsant.
Wer sich nicht auf das dünne Eis begeben will, den Torrent herunter zu laden, bekommt auch hier einiges zu lachen. Und wer den Torrent laden möchte, findet ihn sicher auch schnell, ohne dass ich ihn hier verlinke.
Gawkmedia has possibly the worst security I have ever seen. It is scary how poor it is. Their servers run horribly outdated kernel versions, their site is filled with numerous exploitable code and their database is publicly accessible.
Gnosis betont, dass man nicht dem 4chan entstamme (Denton hatte über 4chan gelästert), und keine tiefergreifende Mission hatte, außer Denton eins auszuwischen.
We considered what action we would take, and decided that the Gawkmedia “empire” needs to be brought down a peg or two. Our groups mission? We don’t have one.
Ein wirklich erfolgreicher, bitterer Hack. Normalerweise macht man so etwas gerne mal als „Bewerbungsschreiben“, aber mit der Veröffentlichung eines Teils der Daten zeigen Gnosis klar, dass sie kein Interesse an einem Job als Security-Advisors haben. Den wird wohl jemand anderes abgreifen.
Und was auf diese Person wartet, sieht nach einer Menge Arbeit aus.