Sven Regener hat sich im Ton vergriffen, da sind sich die meisten einig. Er musste für Remixes und böse Kommentare herhalten. 51 von über 350 400 Tatortautoren haben sich zu einem etwas seltsamen offenen Brief hinreißen lassen, der wiederum vom CCC süffisant beantwortet wurde. Und inzwischen thematisiert sogar Sat 1 das GEMA-YouTube-Urteil eines Landgerichts. Trotzdem redet man meist aneinander vorbei, manche pöbeln, viele schimpfen und fast alle argumentieren einseitig. Währenddessen bastelt die Bundesregierung an einem neuen Leistungsschutzrecht und einem 3. Korb zum Urheberrechtsgesetz – oder auch nicht, wer weiß das schon. Alle sind irgendwie dialogbereit, aber irgendwie auch unbelehrbar. Das muss doch nicht sein.
Zur Feier des heutigen Tages des geistigen Eigentums braucht es deshalb den Beginn einer Sammlung der verschiedensten Argumente der ewigen Urheberrechtsdebatte. Die heillos ineinander verwickelten Baustellen der Urheberrechtsdebatte müssen entwirrt werden. Man kann nicht sinnvoll zugleich über so unterschiedliche Dinge wie den Wert geistiger Leistung, das Vorrecht von professionell Kreativen gegenüber Laien und die Grundidee von Fair Use sprechen. Darum ist seit heute ja-zum-urheberrecht.net aufgesetzt, eine noch recht rudimentäre Drupal-Site als Heimat einer Matrix möglichst aller Argumente der Debatte. Gesammelt wird dort ab sofort per E‑Mail bzw. Kontaktformular, sortiert wird anschließend per Hand. Das Ganze ist ein Experiment, insofern bleibt zu hoffen, dass alle Interessierten am Ende was davon haben …