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0zapftis: Erste erwischte Täter sitzen beim LKA Bayern

Heute Morgen versuchte Wolfgang Bosbach im Deutschlandfunk, die Diskussion um den Staatstrojaner etwas zu entschärfen, indem er den Chaos Computer Club aufforderte, Beweise vorzulegen. Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Bosbach, hat den Chaos Computer Club aufgefordert, Vorwürfe zu belegen, wonach Bundesbehörden heimlich Überwachungssoftware einsetzen. Derartige Behauptungen seien nicht zulässig ohne konkrete Beweise, sagte der CDU-Politiker im…

  • Markus Beckedahl

Heute Morgen versuchte Wolfgang Bosbach im Deutschlandfunk, die Diskussion um den Staatstrojaner etwas zu entschärfen, indem er den Chaos Computer Club aufforderte, Beweise vorzulegen.

Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Bosbach, hat den Chaos Computer Club aufgefordert, Vorwürfe zu belegen, wonach Bundesbehörden heimlich Überwachungssoftware einsetzen. Derartige Behauptungen seien nicht zulässig ohne konkrete Beweise, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Sollten sich die Vorhaltungen bewahrheiten, sei dies ein ernst zu nehmender Vorgang

Der CCC hatte bisher darauf verzichtet, um die eigenen Quellen zu schützen, bzw. den Quellen selbst die Möglichkeit zu geben, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Nun ist der Rechtsanwalt Patrick Schladt mit einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit gegangen und erklärt, dass einer seiner Mandanten in Bayern betroffen war und er den Rechner samt Trojaner an den CCC übergeben hätte.

Einer der vom CCC dokumentierten „Staatstrojaner“ wurde auf der Festplatte eines meiner Mandanten gefunden, die ich im Einvernehmen mit dem Mandanten an einen öffentlich bekannten Vertreter des CCC habe übergeben lassen. Es handelt sich dabei um den Fall des „Screenshot-Trojaners“, der bereits im Frühjahr diesen Jahres Gegenstand der öffentlichen Diskussion war, siehe http://ijure.org/0zapftis. Die Beweiskette von mir zum CCC ist dabei lückenlos dokumentiert.

(Da der Server gerade zu schnell zu oft verlinkt wurde, ist der jetzt tot. Hier gibts den Google-Cache mit der PM.)

Über genau diesen Fall hatten wir übrigens bereits gestern spekuliert. Beim CCC sollen aber noch mehr Festplatten von mehr Betroffenen, auch aus anderen Bundesländern eingetroffen sein.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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26 Kommentare zu „0zapftis: Erste erwischte Täter sitzen beim LKA Bayern“


  1. […] Netzpolitik.org: “Ozapft is’: Erste erwischte Täter sitzen beim LKA in Bayern” […]


  2. Dazu gab es von den bayerischen Grünen auch schon im April eine schriftliche Anfrage an die Staatsregierung
    http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2011/10/Trojaner-I-16_0008125.pdf

    bzw, weil die Antworten nicht ausreichend waren, hier die Nachfrage von Susanna Tausendfreund:
    http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2011/10/Trojaner-II-16_0008747.pdf


  3. Grundewick

    ,

    Bundestrojaner ist doch Schnee von gestern, heute gehts nur noch um den vereitelten Terroranschlag auf den Berliner HBF.

    /ironie


  4. […] heise, fefe und netzpolitik.org haben etwas dazu […]


  5. […] aus Bayern stammt, wie auf Netzpolitik.org den Landshuter Rechtsanwalt Patrick Schladt zitiert, […]


  6. […] netzpolitik.org – Erste erwischte Täter sitzen beim LKA Bayern Ähnliche Beiträge:Der neue Personalausweis kommt – Sicherheitslücke inklusive„Ist er nun sicher, der neue Personalausweis?“Anonymous und Co. – Angriff der Web-GuerillaSicherheitsrisiko USB-PortBedrohung der Unternehmen durch Computerkriminalität und Wirtschaftsspionage steigt […]


  7. […] netzpolitik.org – Erste erwischte Täter sitzen beim LKA Bayern Ähnliche Beiträge:Der neue Personalausweis kommt – Sicherheitslücke inklusive„Ist er nun sicher, der neue Personalausweis?“Anonymous und Co. – Angriff der Web-GuerillaSicherheitsrisiko USB-PortBedrohung der Unternehmen durch Computerkriminalität und Wirtschaftsspionage steigt […]


  8. Irritierter

    ,

    Wenn es sich hier um den „Bayerntrojaner“ handelt, verstehe ich die Aufregung zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Wer jetzt „Skandal“ schreit, hätte auch schon im Zuge des Verfahrens gegen Schladts Mandanten „Skandal“ schreien müssen. Gab es damals irgendwelche Konsequenzen wegen des rechtswidrigen (?) Einsatzes der Software?


  9. Bundestrojaner-Artikel-Sammlung…

    Weil die Liste der Artikel über den Trojanerfund des CCC ständig wächst, lagere ich die Liste mal in diesen gesonderten Beitrag aus. Ich berücksichtige dabei allerdings keine Artikel der Boulevardpresse und der „Fast“-Boulevardpresse, wie Stern oder …


  10. CCC entlarvt Bundestrojaner [UPDATE]…

    Deutsche Sicherheitspolitik mit Verfassungsbruchgarantie»> Dem CCC ist gestern ein gigantischer Coup gelungen: sie veröffentlichten Teile des Quellcodes der seit ungefähr 2008 im Einsatz befindlichen Quellen-Telekommunikationsüberwachung, dem…


  11. wolfgang

    ,

    @Irritierter.
    „Verfahren gegen Schladts Mandanten“: Ich vermute, damals lag das Ding noch singulär vor, d.h. mit der Analyse und Veröffentlichung wäre man direkt beim Mandanten angelangt. Mit mehr vergleichbaren 0zapftis.dll konnten in der Analyse vom CCC die Teile des Trojaners anonymisiert werden („Schwärzen“ einzelner Passagen“), die typische Kennungsmerkmale aufwiesen. Damit konnte an die Öffentlichkeit gegangen werden, ohne die Bereitsteller auffliegen zu lassen. Siehe Addentum http://www.ccc.de/de/updates/2011/addendum-staatstrojaner


    1. Irritierter

      ,

      Aber es war doch damals schon bekannt, dass das LKA Bayern im Zuge einer richterlich angeordneten Quellen-TKÜ eine Software einsetzt, die eben mehr zu bieten hat als eine reine Überwachung der Telekommunikation. In diesem Fall ging es um die Übermittlung von Screenshots, deren Rechtswidrigkeit dann erst nachträglich festgestellt wurde. Das ist doch derselbe Sachverhalt, den der CCC jetzt bemängelt (abgesehen von den Sicherheitsproblemen). Aber mit Bezug auf die öffentliche Empörung gilt wohl: besser spät als nie.

      Ärgerlich ist allerdings, dass rechtswidriges Verhalten von Behörden in diesem Zusammenhang offensichtlich nicht mir irgendwelchen Konsequenzen verbunden ist. Das ist geradezu eine Aufforderung, auch weiterhin mit rechtswidrigen Methoden zu arbeiten.


  12. […] ist bemerkenswert und traurig. Bemerkenswert ist, dass ein solcher Trojaner auftaucht. Mittlerweile ist die Echtheit des Trojaners offenbar bewiesen, auch ein passendes Urteil gibt es dazu. Aber auch vor der Aufdeckung der Quelle, und das ist das […]


  13. […] Noch ist nicht sicher belegt was der CCC da untersucht hat, die Vermutung es handle sich um den so genannten Bundestrojaner (Quellen-TKÜ) liegt zwar nahe (pdf), es ist aber noch nicht klar woher die vom CCC untersuchte Software stammt. Die Software ist dem CCC zugespielt worden, ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte die Verfügbarkeit von Quellen-TKÜ Software und es gibt Hinweise darauf, dass die untersuchte Software von unzureichend gelöschten Festplatten aus Beständen der Landesermittlungsbehörden stammen könnten. Es ist also bislang noch nicht abschließend geklärt ob und in welchem Umfang die analysierte Software wirklich im produktiven Einsatz gewesen ist oder ob es sich nur um experimentelle Testversionen handelt. Hierzu ausführlicher Jens Ferner von der Kanzlei Ferner Alsdorf. [update] Laut einem Spiegel-Online Artikel von Christian Stöcker (Autor “Nerd Attac!” und SpiegelOnline-Netzwelt) stammt die untersuchte Software von unterschiedlichen Quellen aus mindestens zwei verschiedenen Bundesländern.[/update][update2] Der erste “User” scheint gefunden. Rechtsanwalt Peter Schladt hat sich – bzw. einen seiner Mandanten – als eine Quelle für den so genannten Bundes-/Staatstrojaner offenbart. Bayerische Ermittlungsbehörden und vermutlich Zoll und/oder Zollkriminalamt haben dabei die illegale Screenshotfunktion der Spionagesoftware eingesetzt. Die Screenshots wurden der Ermittlungsakte beigefügt, der Fall ist also gut dokumentiert und eine eindeutige Überschreitung des rechtlich Zulässigen. (Quelle im Google-Cache, wegen Serverproblemen des verlinkten Ziels, alternativ: netzpolitik.org) [/update2] […]


  14. Wenn der Staat zum Dealer wird:
    Der “ Hackerparagraf“:stellt die Beschaffung und Verbreitung von Zugangscodes zu zugangsgeschützten Daten sowie auch die Herstellung und Gebrauch von Werkzeugen, die diesem Zweck dienlich sind, als Vorbereitung einer Straftat unter Strafe.


  15. Der Staatstrojaner zum gucken und lesen…

    Zum gucken in einer Dreieinhalbminütigen Zusammenfassung: Und zum lesen:CCC: Chaos Computer Club analysiert StaatstrojanerCCC: Bericht über die Analyse des Staatstrojaners (PDF) FAZ: Staatstrojaner: Code ist GesetzSpiegelfechter: Das Watergate der de…


  16. Slammer

    ,

    Das bestätigt eigentlich meinen Verdacht. Bzw war ich mir sicher, daß der Trojaner, falls es sich bei ihm um kein Bundes„eigentum“ handelt, entweder auf bayrischem oder sächsischem Mist gewachsen sein muß. Die Polizeibehörden beider Länder waren ja in der Vergangenheit schon regelmäßig weit in Führung, wenn es um das bedarfsgerechte Ignorieren ..äh.. Auslegen des Grundgesetzes oder der Befugnisse der Exekutive ging.


  17. Watson_knows

    ,

    Der weitere Verlauf: Die Wellen schlagen so lange ans Ufer, bis die Spuren verschwunden sind.

    Was soll sonst passieren?


  18. @Bosbach

    Sie möchten immer BoSSbach genannt werden, mit scharfem SS. Das haben Sie Plasberg gesagt, er hat es in die Sendung gebracht.

    Doch sie heißen Bosbach, besprochen Boooosbach. Wie boooshaft.

    Gehen Sie zum Standesamt, anonsten kommt Bosbach von boshaft.
    Bossbach ist was anderes. Rechtschreibung ist Ihnen wichtig, Ausprache auch, also bitte. lernen Sie Deutsch.

    Ich kann auch nicht Me i er genannt werden möchten, nur weil mir Meier auf die Eier geht. Sie haben keine Sonderkonditionen.

    Sie sind BOOOsbach. (boshaft dito)


  19. Edit: Lernen mit großem L und auch AuSsprache. Die Flüchtigkeit.

    Tja, Booosbach, so geht es. Edit eben. Man sollte es nur merken.
    Sie merken gar nichts.


  20. […] 0zapftis: Erste erwischte Täter sitzen beim LKA Bayern – Rechtsanwalt im Namen seines Mandanten: „Einer der vom CCC dokumentierten „Staatstrojaner“ wurde auf der Festplatte eines meiner Mandanten gefunden, die ich im Einvernehmen mit dem Mandanten an einen öffentlich bekannten Vertreter des CCC habe übergeben lassen. … http://ijure.org/0zapftis." » Von markus » netzpolitik.org Veröffentlicht am 12 Oktober 2011 von Georg Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in link und verschlagwortet mit bverfg rundfunk law, bverfg rundfunkfreiheit rundfunk law, trojaner ccc, trojaner virus ccc, wdr arbeitsgericht journalismus von Georg. Permanenter Link zum Eintrag. […]


  21. […] aus Bayern stammt, wie Netzpolitik.org den Landshuter Rechtsanwalt Patrick Schladt zitiert, […]

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