Free Culture Charta

Ende Oktober fand in Barcelona das erste “Free Culture Forum” statt. Dort wurde kollaborativ die “Charter for Innovation, Creativity and Access to Knowledge” geschrieben. Diese kann man als Entwurf einer gemeinsamen programmatischen Leitlinie der globalen Free Culture / Netzpolitik – Bewegung sehen. Die Free Culture Charta ist kein fertiger Text und soll noch weiter entwickelt werden. Wichtig ist aber auch eine Übersetzung in viele Sprachen, so dass die Ideen und Forderungen in alle Welt verteilt werden können.

Eine deutsche Übersetzung haben Christian Wöhrl und andere schon teilweise gemacht. Aber sie brauchen noch Hilfe zur Fertigstellung. Es fehlen noch das Ende von Kapitel 1, ein kleiner Abschnitt von Kapitel 5 und ansonsten nur noch die sprachliche Feinjustierung. In einem Etherpad kann man mitarbeiten.

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3 Kommentare

  1. Erstellt am 4. Januar 2010 um 19:08 | Permanent-Link

    …und *wiedereinmal* werden die Begriffe “Kultur” und “medien verwechselt, wie schon bei der Diskussion um die sog. “Kulturflatrate” (siehe hier: http://naturgetr.eu/230/ ).
    Traurig, wenn mal *Kultur*politik machen will, dann aber doch *Medien*politik macht – und das, ohne es zu merken.

    Gerade heutzutage, im Medienzeitalter bzw. in der Informationsgesellschaft wäre es doch mehr als dringend nötig, die Begriflichkeiten auseinander halten zu können.

    Kultur != Medien, genausowenig wie Wasser==Flasche oder Wort==Schall.

    Und damit will ich nicht ausschliesslich auf wissenschaftliche Kulturbegriffe und -definitionen hinaus; es geht schlichtweg um eine simple Unterscheidung, die schon fast traditionell übersehen wird – wodurch wirkliche Kulturpolitik, aber auch wirkliche Medienpolitik unmöglich wird.

    (Informationsgesellschaft scheint zu bedeuten, dass die Informationen vorliegen, aber sie nicht genutzt werden. )

  2. Erstellt am 4. Januar 2010 um 19:30 | Permanent-Link

    Die spanische Charter vom Free Culture Forum. Im Prinzip ein Agendaprozess, nahmen wir natürlich gerne daran teil, und steuerten unsere Inhalte bei. Bei einem Agendaprozess immer wichtig: Unter welcher Klammer wird das gefasst? “Free culture”? Ich kann damit eigentlich nicht viel anfangen. Du überträgst das Anliegen ins Deutsche als “Netzpolitik”. Wovon grenzt sich der Inhalt ab? Wovon setzt es sich ab?

    In den letzten Jahren sind immer vor allem junge Personen draufzugekommen, die bekundeten, sich für “Freies Wissen” zu interessieren. Ich kann mit dem Begriff, mit der Terminologie aber auch mit der Motivation nicht so viel anfangen, und denke bei “Freie Kultur” aus irgendeinem Grund an FKK-Badestrände.

    Das Merkwürdige ist nun, dass wir offenbar im Auge eines solchen Freiheitssturmes standen, der Menschen dazu motivierte aus irgend welchen Gründen das zu ihrem Kult zu machen. Ich finde, dass es sehr wichtig ist, dass Personen über ihre Motivationen und Werte reden, aus denen sich bestimmte Forderungen ableiten.

    Mir fehlt einfach einerseits eine “gute Theorie” und zweitens eine Klarheit darüber, was die Interessen und Weltbilder derjenigen sind, welche dieses Thema auf das Schild heben.

    Zur Theorie würde ich gerne beitragen; Forderungen zu formulieren und strukturieren ist eine nur Fingerübung mit der ausreichenden Zeit, aber Motivationen sind immer extrem intransparent.

  3. Erstellt am 4. Januar 2010 um 23:02 | Permanent-Link

    Thx for spreading the word, Markus :) Und danke allen, die schon am Pad mitgewirkt haben.

    Gute Kommentare hier. An diesem Themenkomplex ist in der Tat vieles unscharf, die Definitionen wie auch die Motivationen. Viel mehr als ein Anstoß zum Weiterdenken, eine sehr rudimentäre Diskussionsgrundlage, kann ein so allgemein gefasster Text deshalb auch gar nicht sein; aber auch das ist besser als nichts, und die öffentliche Diskussion diesbezüglich ist bislang doch arg überschaubar …

Ein Trackback

  1. [...] AKs ging, um Netzneutralität oder eben um die Barcelona-Charta (deren deutsche Übersetzung with a little help nun auch bald fertig sein dürfte). Diese Plauderrunden waren für mich das eigentlich Interessante [...]

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