Obama stellt Musikindustrie-Lobbyisten ein

Das sich in der US-Copyright-Politik wenig ändern wird, war spätestens mit der Nominierung von Joe Biden als Vizepräsident klar. Biden gilt als Architekt des Digital Millenium Copyright Act (DMCA). Nun gibt es ein weiteres Signal für keinen Wandel: Einer der Chef-Juristen der RIAA bekommt einen wichtigen Posten im Justizministerium. Und dort soll er sich vor allem mit Copyright-Fragestellungen auseinandersetzen. Besser kann es wohl kaum werden für die Rechteindustrie. Mehr Hintergrund gibt es bei CNet: Obama picks RIAA’s favorite lawyer for a top Justice post.

As a presidential candidate, Barack Obama won applause from legal adversaries of the recording industry. Stanford law professor Larry Lessig, the doyen of the “free culture” movement, endorsed the Illinois senator, as did Google CEO Eric Schmidt and even the Pirate Party. That was then. As president-elect, one of Obama’s first tech-related decisions has been to select the Recording Industry Association of America’s favorite lawyer to be the third in command at the Justice Department. And Obama’s pick as deputy attorney general, the second most senior position, is the lawyer who oversaw the defense of the Copyright Term Extension Act–the same law that Lessig and his allies unsuccessfully sued to overturn.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Urheberrecht und getagged , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

5 Kommentare

  1. Torsten
    Erstellt am 7. Januar 2009 um 19:17 | Permanent-Link

    Anwalt oder Lobbyist? Einem Juristen seine Klienten vorzuwerfen ist billig, wenn er sich nicht selbst kompromittiert hat.

  2. Sebastian
    Erstellt am 8. Januar 2009 um 00:17 | Permanent-Link

    Markus, ne Idee was wir dagegen tun könnten?

  3. Thomas
    Erstellt am 8. Januar 2009 um 10:11 | Permanent-Link

    “Yes, we can!”

    … but we will not!!!

  4. Erstellt am 8. Januar 2009 um 16:53 | Permanent-Link

    Ich habe diesem Change-Gedudel eh nie getraut, weil Systeme nicht von oben geändert werden. Dei Jubeltöne hier und anderswo waren eben verfrüht…

  5. markus
    Erstellt am 8. Januar 2009 um 17:27 | Permanent-Link

    In einigen Bereichen bin ich bisher doch positiv überrascht, wie z.B. bei change.gov und den Schritten hin zu OpenGovernment. Im Urheberrechtsbereich war ich schon länger skeptisch, seitdem Biden aufgestellt wurde.

3 Trackbacks

  1. [...] geht die Content-Mafia dazu über einfach selbst die Politik in die Hand zu nehmen. So geschehen bei Obama, der den Chef-Justitiar der Lobbyisten-Vereinigung RIAA mal eben als Justitiar im [...]

  2. Von Change has come to WhiteHouse.gov | diskursdisko am 21. Januar 2009 um 00:56

    [...] die Tatsache, daß Obama mit Tom Perrelli einen RIAA-Anwalt ins Justizministerium holt verbleibt in dieser Hinsicht als [...]

  3. Von Jahresrückblick 2009 : netzpolitik.org am 21. Dezember 2009 um 23:16

    [...] Obama stellt Musikindustrie-Lobbyisten ein. [...]

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
Die von uns verfassten Inhalte stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA.
Netzpolitik.org nutzt Wordpress. Das Design ist ein Thematic-Kind von Linus Neumann.