Hintergrund: Deutsche Kinderhilfe

Neues Hintergrundmaterial zur Deutschen Kinderhilfe, der leicht dubiosen Pro-Netzzensur-Organisation, gibt es bei Freitag.de. Der Bundestagsabgeordnete Markus Kurth erzählt ausführlich über die Hintergründe und Geschäftsmodelle der Deutschen Kinderhilfe und ihrer Hintermänner: Gut im Geschäft.

Der Rummel um die fragwürdigen Geschäftspraktiken hat der “Deutschen Kinderhilfe” aber nur bedingt geschadet. Mit großem Eifer setzt Georg Ehrmann alles daran, seinen Laden als Lobbyorganisation im politischen Berlin zu etablieren. Zum Geschäftsmodell gehört nämlich noch zwei weitere Säulen: Die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern und die mediale Präsenz in öffentlichen Debatten.[...]

Die zweite Säule – die Sicherung der Präsenz in der medialen Öffentlichkeit – erfolgt ebenfalls nach einem klaren Schema: Die “Deutsche Kinderhilfe” meldet sich vorrangig bei emotional aufgeladenen und öffentlich äußerst umstrittenen Themen zu Wort. Anders als klassische Wohlfahrtsverbände oder der Deutsche Kinderschutzbund hat sie mit den Niederungen des Sozialrechts oder mit komplizierten fachlichen Debatten nicht viel am Hut. Konsequent konzentriert sich die “Deutsche Kinderhilfe” auf Themen, die eine allgemeine öffentliche Erregung garantieren: Kindesmissbrauch, Verwahrlosung und sexuelle Gewalt gegen Kinder sind die bevorzugten Anlässe, zu denen sich Georg Ehrmann äußert. Natürlich nicht differenziert oder analytisch, sondern in Form brachialer Vorschläge und vermeintlicher Patentrezepte.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Deutschland und getagged , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

4 Kommentare

  1. Utahro
    Erstellt am 9. Juni 2009 um 15:23 | Permanent-Link

    Vielleicht auch noch von Interesse:
    TP:Die Deutsche Kinderhilfe fordert zu Straftaten auf

    *muuuh*
    Uta

  2. Harkai
    Erstellt am 9. Juni 2009 um 17:50 | Permanent-Link

    Man sollte generell mal eine Dokumentation über Lobbyisten machen.
    Solche Vereine sind ja leider in der Lobbyarbeit keine Seltenheit mehr.

  3. Julian
    Erstellt am 9. Juni 2009 um 19:03 | Permanent-Link

    Kaufhof am Alex hatte bei meinem letzten Besuch (Samstag) ne Aktion bei der eine Spende an die Kinderhilfe ging. Wer mag, kann ja mal Kaufhof informieren und so. (Hab leider keine Zeit)

  4. Hoba
    Erstellt am 10. Juni 2009 um 07:41 | Permanent-Link

    Gab/Gibt es nicht sowas wie “Lobbywatch”?

5 Trackbacks

  1. [...] [via>] [...]

  2. [...] (via) [...]

  3. Von Kirchensumpf am 10. Juni 2009 um 07:57

    [...] (via) Bookmarken auf: [Trackback] | Doppelmoral, Geldgier, Medienmanipulation, Scheinheiligkeit, Ursula von der Leyen [...]

  4. [...] Zur Deutschen Kinderhilfe kann man auch nur eines sagen. Ein Lobbyverein, den am allerwenigsten die Kinder interessieren.  [...]

  5. Von Jahresrückblick 2009 : netzpolitik.org am 22. Dezember 2009 um 15:30

    [...] Neues Hintergrundmaterial zur Deutschen Kinderhilfe, der leicht dubiosen Pro-Netzzensur-Organisation… [...]

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