Man fragte sich ja gestern, woher in einigen Kommunen die Abneigung gegenüber Wahlbeobachtern kam. Das Foto eines offiziellen Schreibens des Wahlleiters der Stadt Langen im Landkreis Offenbach-Land offenbart deutliche Warnhinweise der Verwaltung:
“Die geplanten Störungen und Angriffe des CCC (Chaos-Computer-Clubs), die sich als Wahlbeobachter ausgeben […] wollen. […]
Da sich die CCC-Wahlbeobachter in Chats und mittels eines Wikis koordinieren (!), musste man zu drastischen Massnahmen greifen:
1. Generelles Handyverbot in allen Wahllokalen für die Besucher
2. Keine Foto- und Filmaufnahmen im Wahllokal
3. Keine Interviews, bzw. Befragungen mit Besuchern im Wahllokal
4. Keine Benutzung von Notebooks im Wahllokal
5. Beachtung der Bannmeile von 10m
Fragt sich, wie der Aufwand und die Verbote demokratisch zu halten sind…
Vielleicht hat ja einer der mitlesenden Journalisten mal Lust, bei der Kommune anzurufen und nachzufragen. Der Versender des Schreibens ist ein Herr Emrich, Wahlleiter und Leiter des Dezernat 11.
In Langen gibt es in zwei Wochen eine Oberbürgermeister-Stichwahl, wie mit Wahlcomputern. Dafür werden noch Wahlbeobachter gesucht.
