Mal wieder: Pfeiffer warnt vor Computerspielen

Der Kriminologe Christian Pfeiffer dürfte mal wieder eine Studie zum Thema Jugendschutz und Computerspiele erstellen. Wenig überraschend ist das Ergebnis des mit fast missionarischem Eifer gegen Computerspiele agitierende Wissenschaftlers, worüber die Zeit relativ unkritisch berichtet: “Spiele ohne Grenzen

Je öfter ein Kind am Computer ballert, desto schlechter die Schulnoten, zeigt eine neue Studie. Die Spiele lassen eine Generation von Jungs verwahrlosen

Und ich frag mich gerade, wieso immer nur der Pfeiffer Studien wie diese finanziert bekommt. Oder kann er nur am lautesten in die Medien schreien, um über die Bekanntheit wieder mehr Forschungsgelder zu bekommen? Etwas mehr Abwechslung in der Untersuchung würde der Debatte etwas gut tun. So scheint das Ergebnis immer vorher schon festzustehen. Und die Fronten auch.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Deutschland, Jugendschutz? und getagged . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

4 Kommentare

  1. Erstellt am 3. November 2006 um 00:18 | Permanent-Link

    moment. das ist keine studie. sondern die gezielte fehlinterpretation von bekannten statistiken (das wird schon aus dem ziemlich lächerlichen zeit-artikel klar).

    wenn computerspiele (comics, krimis, romane, rocknroll, der walzer, fernsehen, radio etc pp) die jugend zu seelenlosen killermaschinen stempeln würden, wären wir schon alle tot. erschossen. oder schlimmeres.

    ewiggestrige wie ayatollah pfeiffer erhalten viel medienaufmerksamkeit, weil sie plakative äusserungen verbreiten. in wirklichkeit spielen sie nur geschmackspolizei, was nebenbei betrachtet, keine verfassungsgemässe haltung darstellt.

  2. Erstellt am 9. November 2006 um 14:34 | Permanent-Link

    Das ist eine ganz einfache Sache. Ich bin zunächst Innenminister in der Regierung, die später mein Institut mit Studien beauftragt. Was ist daran unklar?

  3. Kai
    Erstellt am 9. November 2006 um 16:18 | Permanent-Link

    Wie wäre es mal mit einer sachlichen Analyse, warum Pfeiffer denn so falsch liegen soll bzw. warum die Studie fehlerhaft ist? Einfach nur “Zensur!!!!!11111elf” zu schreien, wenn jemand Computerspiele und Verrohung in einen Zusammenhang stellt, qualifiziert sicher für den Titel “Heise-Forum-Poster des Monats” aber nicht mehr. Mann kan durchaus anderer Meinung sein – aber man muss diese auch begründen können. Also: Was ist an der Studie oder ihren Ergebnissen falsch?

  4. markus
    Erstellt am 9. November 2006 um 18:58 | Permanent-Link

    @ Kai: < ahref="http://www.falk-lueke.de/index.php/2006/11/08/moral-wissenschaft-betriebswirtschaft-%e2%80%93-und-kinder-ubrigens-auch-noch/">Hier gibts ne ganze gute Zusammenfassung der Kritik. Ich weiss ja nicht,was Du mit “Zensur” meinst, das konnte ich zumindest gerade nicht nachvollziehen.

Ein Trackback

  1. Von ptx1981.org » Verderben am Bildschirm am 5. November 2006 um 15:30

    [...] Wieder einmal ist der populäre Kriminologie Christian Pfeiffer, der gewohnt öffentlichkeitswirksam vor Gewalt-Spielen sowie zu viel einseitigem Konsum warnt und dabei den mangelnden Jugendschutz anprangert. So nehmen sich die Medien in diesen Tagen einer seiner zahlreichen “Studien” an und Begnügen sich – wie Pfeiffer selbst – mit Oberflächlichkeiten, wenn es um die Auswertung der Ergebnisse geht. Markus von netzpolitik.org: [...]

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