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Dienstag, 22. April 2008

Klassische Hausdurchsuchung online bestellt

Auf der niedersächsischen “Online-Wache” trudelte folgende Anzeige für den Landkreis Harburg gegen den 20jährigen “Steffen S.” ein, wie die Kreiszeitung Wochenblatt am Samstag berichtet:

Ein gewisser “Little Boy” hat sich in meinem Forum registriert und geschrieben, Schwarzpulver und Acetonperoxid bei sich zu Hause zu haben. Zudem äußerte er sich in einer radikalen Art und Weise über seinen ehemaligen Lehrer und deutete an, gegen ihn vorgehen zu wollen. Er verlinkte zu seiner Seite www.xplosives.org und veröffentlichte ein Video, dass eine von ihm gezündete Bombe zeigt.

Mit freundlichen Grüßen,
www.chemikalien-forum.de

Die Domain chemikalien-forum.de gibt es nicht. xplosives.org mit entsprechenden Inhalten schon - nur ist sie auf einen Menschen aus Berlin registriert.

Das scherte den zuständigen Ermittlungsrichter Christoph Haak vom Amtsgericht Tostedt nicht: Er ordnete, so die Wochenzeitung, offenbar allein Aufgrund dieser Anzeige und ohne jede weitere Überprüfung eine Hausdurchsuchung mit 15 Polizisten inklusive Sprengstoffspezialisten in der Kleinstadt Jesteburg an.

Über den Betroffenen weiß die Zeitung folgendes zu berichten (Quelle):

Der Abiturient und jetzige Auszubildende zum Fachinformatiker setzt sich in seiner Freizeit durchaus kritisch mit Themen wie Datenschutz und Überwachungsmethoden in Deutschland auseinander, ist Webmaster einer Homepage, auf der Internet-Nutzer darüber kontrovers diskutieren können. Zudem leistet er bei der Hompage www.xplosives.org, die Informationen über Chemikalen zur Verfügung stellt, den technischen Support. War die ganze Aktion also vielleicht nur ein Schuss vor den Bug, um Steffen von höchster Ebene einzuschüchtern?

Welche Ebene der Autor hier auch immer meint - einen Teil der Ermittlungen hat er hiermit schonmal gemacht. Auf die richterliche Begründung der Durchsuchung bin ich mal gespannt. Die Sachbearbeiterin im Kommissariat machte zu dem Fall erstmal keine Aussage.

<zyn>Vermutlich muss man jetzt die Möglichkeit nicht-persönlich Anzeigen zustellen zu können mit TOR-Server-Verboten und elektronischen Personalausweisen bewerfen.</zyn>

 

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