Wie man keine elektronische Gesundheitskarte bekommt

Widerstand gegen #eGK – Anleitung: Trollen auf höchstem Niveau http://ur1.ca/7dyf3

Dieser Tweet des Chaos Computer Club spricht eine interessante Thematik an: Die elektronische Gesundheitskarte kommt – aber was passiert wenn keiner mitmacht?

Die elektronische Gesundheitskarte (kurz e-Card) wurde 2004 von SPD und Grünen beschlossen, die Umsetzung wurde aber bereits mehrmals verschoben. Bis zum Ende des Jahres sollen jetzt endlich 70% der Versicherten mit der neuen Chipkarte ausgestattet sein. Am Einsatz der Karte ändert sich jedoch vorerst nichts: Das System der elektronischen Patientenakte, auf die der Arzt mit Hilfe der e-Card zugreifen kann, wurde vorerst ausgesetzt. Außer einem aufgedruckten Foto bietet die Karte keine Neuerungen.

Ob die marginalen Vorteile (Vermeidung von Verwechslungen) den Aufwand und die enormen Kosten (laut einem Antrag der Linkspartei bis zu 14 Milliarden Euro) rechtfertigen, ist mehr als fraglich. Auch angesichts solch schwerer Pannen ist es fraglich ob eine zentral gespeicherte Patientendatenbank überhaupt wünschenswert ist und von den Bürgern mitgetragen wird.

Hier setzt nun die Anleitung zum Widerstand gegen die e-Card des Bündnisses www.patientinformiertsich.de an. Detailliert wird die Vorgehensweise beschrieben, wie man sich vollkommen legal der e-Card widersetzen kann. Nach Angaben des Portals  erfordert dies neben Portokosten ca. zwei Stunden Zeit innerhalb eines halben Jahres. Die erforderlichen Widerspruchsbriefe sind im Volltext veröffentlicht.

Einen anderen Weg beschreibt Björn Grau in seinem Blog: Er schrieb eine freundliche E-Mail an den Kundendienst seiner Versicherung und wurde daraufhin von der Regelung zur neuen Gesundheitskarte ausgenommen.

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37 Kommentare

  1. sinewave
    Erstellt am 10. Januar 2012 um 14:20 | Permanent-Link

    Der Link “www.patientinformiertsich.de” ist nicht richtig eingebettet ;-)

  2. sta
    Erstellt am 10. Januar 2012 um 15:41 | Permanent-Link

    Mist. Das kommt für einige aber leider zu spät. Ich habe von der AOK das jetzt aufs Auge gedrückt bekommen. Nachdem ich damals den Brief mit der Aufforderung, ein Passbild einzureichen, bekommen habe, wurde mir an der Service-Hotline ziemlich nachdrücklich klar gemacht, dass ich bei einer Verweigerung eben nicht weiter versichert bin wenn die Gültigkeit der alten Karte erlischt.

    • Frank
      Erstellt am 10. Januar 2012 um 15:54 | Permanent-Link

      Mir gehts genauso. Ich hab auch kein Passfoto eingeschickt, aber noch keine Karte bekommen. – Ob ich wohl noch nachträglich einen Widerspruch einlegen kann?

    • Frank
      Erstellt am 10. Januar 2012 um 15:55 | Permanent-Link

      Mir gehts genauso. Hab auch ein Foto hingeschickt, allerdings noch keine Karte bekommen. – Ob ich da noch nachträglich Widerspruch einlegen kann?

    • Egal
      Erstellt am 24. April 2012 um 13:06 | Permanent-Link

      Wie fast immer gilt bei Service-Hotlines, dass man dort keinerlei Sachkompetenz erwarten darf. Die Aussage des Mitarbeiters ist unhaltbar. Die Versicherung besteht auch ohne eGK weiter. Im schlimmsten Fall erhält man eine eGK ohne Foto, was überhaupt kein Problem darstellt, da einige Personengruppen sowieso kein Foto erreichen brauchen.

  3. Erstellt am 10. Januar 2012 um 16:19 | Permanent-Link

    Ich hab keine Ahnung, ob durch so eine elektronische Gesundheitskarte wirklich mehr Sicherheit erzielt wird, selbst wenn sie irgendwann tadellos funktionieren sollte. Mir ist mit meiner gewohnten Chipkarte noch nie ein Maleur passiert, in 16 Jahren nicht. In meiner Kindheit, als ich noch familienmitversichert war, meinen Eltern genauso wenig. Zumindest weiß ich von keinem Debakel bzgl. der Krankenkassen-Chipkarte.

  4. Mett
    Erstellt am 10. Januar 2012 um 17:06 | Permanent-Link

    Ich lasse die Aufforderung zur Bildeinsendung erstmal so lange im Schrank liegen, bis meine alte Karte das Ende ihrer Gültigkeit erreicht hat. Und dann werde ich aus religiösen Gründen ablehnen. Meine Freundin hat auf die Anforderung ihrer Kasse auch nicht reagiert und kürzlich eine eGK ohne Foto bekommen.

  5. Henriette
    Erstellt am 10. Januar 2012 um 18:05 | Permanent-Link

    Ich finde die Aktion sehr gut, möchte jedoch darauf hinweisen, dass Renate Hartwig, nachdem sie eine Zeitlang über Scientology aufgeklärt hat, von der Psycho-Sekte zurückgekauft worden ist…

  6. rusma
    Erstellt am 10. Januar 2012 um 19:42 | Permanent-Link

    Bei mir kam die Aufforderung rund ein Jahr vor Ablauf der alten Karte. Hab diese einfach ignoriert. Zwei Monate vor Ablauf hab ich dann ohne weiteren Kommentar von meiner Krankenkasse nochmal eine “alte” Karte bekommen. Selbst ein weiteres Aufforderungsschreiben war denen wohl schon zu aufwändig. Jetzt hab ich bis Ende 2015 erst einmal Ruhe.

  7. Hasencharta
    Erstellt am 10. Januar 2012 um 19:59 | Permanent-Link

    Die Barmer schickte auch mehrmals eine Aufforderung, doch ein Photo zu schicken. Allerdings stand in der Lekütre, das dies freiwillig geschieht, weil die Karte irgendwann umgestellt wird. Bisher hat die Krankenkasse nicht wieder darauf hingewiesen. Aber danke für die Tipps oben.

  8. Sebastian
    Erstellt am 10. Januar 2012 um 20:11 | Permanent-Link

    Interessant wäre es bei welchen Kassen eine Karte ohne Bild zugeschickt wurde und welche sich quer stellen.

    • Panzergrenadier
      Erstellt am 10. Januar 2012 um 20:53 | Permanent-Link

      Z.B. die BKK Pfalz. Habe dennen sogar ne Email mit Begründung geschrieben warum ich keine EKK haben will, aber irgendwann haben die mir dann ne Karte zugeschickt, ohne das dort ein Bild von mir drauf ist, weil ich denen nie eins geschickt habe. Solange meine Alte Karte noch gültig ist werde ich die EKK auch nur rumliegen lassen.

  9. Srii
    Erstellt am 10. Januar 2012 um 22:08 | Permanent-Link

    Die TK ist sehr beharrlich. Auf den zweiten Aufforderungsbrief habe ich Ihnen schriftlich mitgeteilt, daß sie kein Bild bekommen werden. Als Antwort habe ich jetzt eine dritte Aufforderung hier, in der sie damit drohen, daß ich ohne Bild keine neue Karte (meine läuft 12/12 ab) bekomme und “es dazu kommen [kann], daß der Arzt Ihnen die erbrachten Leistungen privat in Rechnung stellt”.

    • anonym
      Erstellt am 13. Januar 2012 um 18:26 | Permanent-Link

      Lassen Sie sich bloß nichts erzählen. Das ist gelogen, die übliche Verunsicherungstaktik. Vor Gericht kommen sie damit nicht durch. Die meisten gesetzlich Versicherten sind ohnehin Zwangsversicherte; wenn die Kasse jeden Monat bis zu Hunderten von Euro kassiert, kann sie die Leistung nicht verweigern, damit scheitern die über kurz oder lang juristisch. Das wissen die im Grunde auch, aber erst einmal belügen sie alle nach Strich und Faden.

    • Fledermaus
      Erstellt am 26. März 2012 um 18:58 | Permanent-Link

      Können Sie den Passus, dass die TK meint, Sie müssen ansonsten ohne Karte “privat” bezahlen, hier ins Netz stellen? Ich benötige dringend dazu eine seriöse Quellenangabe. Danke.

  10. Thilo
    Erstellt am 10. Januar 2012 um 23:03 | Permanent-Link

    Hi,

    die Musterklage ist leider für freiwillig gesetzlich Versicherte nicht direkt verwendbar. In der Begründung steht nämlich, dass man aus wirtschaftlichen Gründen darauf angewiesen ist. Dies trifft aber nicht auf freiwillig gesetzlich Versicherte zu, weil sie eben freiwillig versichert sind. Also genau durchlesen und anpassen.

  11. EvanT
    Erstellt am 10. Januar 2012 um 23:11 | Permanent-Link

    Ich bin bei der DAK ein “Bitte schick ein Foto”-Brief, Ignoriert, Neue Alte Karte gültig bis 2017 erhalten. Bei meiner Frau das Gleiche.
    Zumindest sieht die Neue genau so aus wie die Alte und ich wüsste nicht wo da Platz für ein Foto wäre, daher gehe ich davon aus, das ich eine normale Karte erhalten habe.

  12. Erstellt am 11. Januar 2012 um 00:07 | Permanent-Link

    Der FoeBuD hat ein Paket mit Infos gegen die eGK geschnürt, mit dem Ärzte ihre Patienten über die “Risiken und Nebenwirkungen” aufklären können. Das Paket mit Info-Flyer und Plakaten kann HIER bestellt werden: https://shop.foebud.org/thema/gesundheitskarte/

    Natürlich gibts die Flyer im FoeBuD-Shop auch einzeln.

    Wie können Sie uns helfen?

    Sie sind selber Arzt, Ärztin oder Apothekerin? Dann bestellen Sie bitte unser Infopaket, hängen die Plakate im Wartezimmer oder Verkaufsraum auf und stellen den Ständer mit den Faltblättern auf oder legen sie aus.

    Alle anderen Menschen bitten wir, ihre Ärzte und Apotheker auf die Risiken und Nebenwirkungen der Gesundheitskarte hinzuweisen und ihnen ein Faltblatt und den Bestellzettel mitzubringen (können Sie beides auf http://www.foebud.org/gesundheitskarte finden und ausdrucken) und zu bitten, das Infopaket zu bestellen.

    Einge Argumente haben wir auf http://www.foebud.org/gesundheitskarte zusammen getragen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Gegen die “elektronische Gesundheitskarte/Krankenkarte” regt sich seit vielen Jahren Widerstand. Der FoeBuD ist Gründungsmitglied der Initiative “stoppt-die-e-card.de”.

  13. Detlef Borchers
    Erstellt am 11. Januar 2012 um 00:18 | Permanent-Link

    “Außer einem aufgedruckten Foto bietet die Karte keine Neuerungen.” Das ist schlicht Schwachsinn. De Karte enthält einen kontaktbehafteten Chip und ermöglicht so einen Datenabgleich, wenn das noch nicht existierende Online-System der Praxis-Anbindung einmal gestartet ist. Um die Möglichkeiten und Nutzen dieser Technik wird gestritten, nicht um Gespinste wie zentrale Patientendatenbanken, die mit der Karte nichts zu tun haben, genau wie die katastrophale IT im Fall der SLH-Klink. Einen Vorteil vom Chip haben derzeit nur die ausgebenden Krankenkassen beim Abgleich der Stammdaten und des Zuzahlungsstatus eines Patienten.

    Auf dem Chip sind aber auch Zertifikate gespeichert, die eine gesicherte Arzt-Patientenkommunikation möglich machen, im Zusammenspiel mit PC & Lesegerät daheim. Man könnte die Technik auch für abgesicherte Logins auf Webseiten anwenden, für die fortgeschrittene elektonische Unterschrift auf PDFs usw.

    Daneben gibt es auf dem Chip Fächer für die sogenannten Notfalldaten, die nicht am Notfallort wirklich wichtig sind, aber mit denen viel Werbung für die Karte gemacht wird (diese Daten sind nicht im Notfall, sondern in der präklinischen Einweisungsphase wichtig).

    Ausgehend von den bisher einlaufenden Meldungen der Kassen glaube ich, dass für 2012 das Quorum von 70 % locker erfüllt wird, ohne die “Fotoverweigerer” ernstlich zu belangen. Einen Sonderfall stellt die technikaffine TK dar, die mit ihren Portalangeboten viel weiter ist als andere Kassen.

    Zu den Konsequenzen (abseits der Notfälle) sollte auf das gängige “papiergebundene Ersatzverfahren” verwiesen werden. D.h. Patienten müssen zahlen und bekommen später ihre Zahlungen oder einen Teil davon von der Kasse ersetzt.

    • Tharben
      Erstellt am 11. Januar 2012 um 03:24 | Permanent-Link

      Haha, er hat tatsächlich die qualifizierte elektronische Signatur als Argument gebracht. Ich Kriege einen Lachanfall.

      Aber mal abgesehen davon, das sind so gut wie keine Neuerungen, wenn man die Milliarden danebenstellt. Und das hat der Autor – ganz richtig – bemerkt.

      Selbstverständlich sollen die Daten in einer Datenbank landen, das ist schon seit Beginn der gematik-Posse so vorgesehen. Findet Herr Borchers als Hirngespinste? Hat er beim Schnittchen-essen gar die Mehrwertdienste verdrängt? Auch die stehen im gematik-Konzept, auf deren Webseite.

      • Detlef Borchers
        Erstellt am 11. Januar 2012 um 11:13 | Permanent-Link

        Lesen können hilft: Ich habe von der fortgeschrittenen Signatur geschrieben, nicht von der QES.

        Und nein, die Daten auf der Karte werden nicht in einer Datenbank landen. Es ist genau umgekehrt, beim sogenannten Versicherten-Stammdatenabgleich sollen die Daten aus einer Datenbank auf der Karte landen.

        Und: bis auf weiteres liegen alle Daten auf der Karte in einem ungeschützten Bereich und können von jedem Verschwörungstheoretiker mit normalem Browser und Kartenlesegerät ausgelesen werden.

        Meine 2 Schnittchen….

  14. Ralph Heydenbluth
    Erstellt am 11. Januar 2012 um 11:40 | Permanent-Link

    Wenn ich die Krankenkasse wäre würde ich sagen “Du schickst mir kein Foto, ich kann Dir somit keinen Versicherungsnachweis wie im SGB V vorgesehen schicken, aber das tut mir nicht weh (Wer weiß, ob die Bahr’sche Drohung einer Kappung der Verwaltungskosten einer gerichtichen Prüfung standhatten würde)”. Der Arzt kann das papiergebundene Ersatzverfahren anwenden, indem er alle relevanten Daten manuell erfasst (und eine Identitätsprüfung durchführt), dann kann er über die KV abrechnen. Er hat damit viel Arbeit und wenig Lohn. Oder er kann die Leistungen in Rechnung stellen, die die Kasse dem Versicherten nach Abzug eines prozentualen Anteils zurückerstattet. Wenig Arbeit für den Arzt, aber mehr Geld, und dazu Arbeit für den Versicherten. Während der langjährige Hausarzt vermutlich die erste Variante (vorübergehend) mitmachen würde, besteht für andere Ärzte, Krankenhäuser etc. ggf. nicht die Notwendigkeit für ein solches Entgegenkommen. Auszubaden hätte es in dem Fall der Versicherte. Sachen wie Zuzahlungsbefreiungen oder so fallen natürich auch unter den Tisch bzw sind durch Erstattungen zu regeln.
    Bleibt also festzuhalten: Wer keine Leistungen benötigt, kann sich problemlos der eGK widersetzen, denn eine Rechtsgrundlage für die Anforderung eines Fotos und somit die Mitwirkung des Versicherten ist mir nicht bekannt. Im Gesetz steht nur, dass ein Foto auf der Karte vorhanden sein muss (mit Ausnahmen), nicht, dass der Versicherte eines auf eigene Kosten Anfertigen und Versenden muss (von Urheberrechtsfragen ganz abgesehen).
    Wer aber Leistungen benötigt macht entweder dem Arzt mehr Arbeit oder zahlt drauf, und wer Leistungen benötigt hat wohl kaum Interesse daran, ausgerechnet dem Arzt mehr Arbeit zu machen.
    Was die Daten angeht: Zur Übertragung der Daten ist die Karte nicht erforderlich, das können Computer auch alleine, und sie machen es auch schon. Zu Abrechnngszwecken werden Diagnosen, (relevante) Altdiagnosen, erbrachte Leistungen, verordnete Medikamente und Heilmittel jedes Quartal aus der Praxis an die KV gesandt, und die sendet diese Daten (seit 2004, gem. § 295 Abs2 SGB V) an die Krankenkassen. Bei Kuren, Krankenhausaufenthalten, Heil- und Hilfsmitteln gehen diese Daten sogar zeitnah und direkt an die Kasse.
    Was noch fehlt, ist das einzelne Röntgenbild, der einzelne Arztbrief, das einzene Laborergebnis.

    Was kann oder könnte die Karte also für Schaden anrichten? Die Daten könnten schneller bei den Kassen ankommen. Für die o.a. fehlenden Befunde, die irgendwann zukünftig via eGK ggf. zentral abgelegt würden, wären Gesetzesänderungen notwendig, um sie aus dem System zu ziehen.

    Andererseits hätte man mit der eGK die Möglichkeit, auch selber oder als behandelnder Arzt an diese historischen Daten heranzukommen, die bisher nur einem ausgewählten Kreis zugänglich sind. Dazu bestünde die Möglichkeit, die Daten zu verschlüsseln (und nicht nur auf dem Transportweg, sondern auch in der Ablage), um solche Pannen wie o.a. SLH-Link zu vermeiden.

    Aber da zur Zeit niemand mehr vom elektronschen Rezept redet und es auch um die Notfalldaten und den Organspendeausweise ruhig geworden ist (warum bloß?) , ist zur Zeit nur der Einsatz der eGK als Versicherungsnachweis zu betrachten. Um die Übertragung und zentrale Speicherung von Daten zu verhindern reicht ein Boykott der eGK nicht aus, sie ist ohne eGK genau so machbar, nur ohne halbwegs effizeinte Sicherungsmaßnahmen. Und um die Online-Anbindung der Praxen/Krankenhäuser -und damit infrastrukturelle Veränderungen- zu verhindern müsste die Verweigerung bei deutich über 50% liegen, was angesichts der Möglichkeiten, die Patienten “auszuhungern” und der Rate der reinen Zahler, die niemals Leistungen in Anspruch nehmen, utopisch ist.

    PS: in ihrer aktuellen Ausprägung ist die aktuelle eGK nur mäßig dafür geeignet, aber ich finde die Idee eine “Smartcard für Alle”, die Möglichkeiten zur Authentifizierung und Ver-/Entschlüsselung bietet, dazu weniger kostet als der nPA und von unserem Innenminister unabhängig ist, eigentlich bestechend gut. Besser als die unendlich vielen Username/Password-Kombinationen für diese Funktionalitäten ist sie allemal.

  15. Manuelito
    Erstellt am 11. Januar 2012 um 12:41 | Permanent-Link

    “Er schrieb eine freundliche E-Mail an den Kundendienst seiner Versicherung und wurde daraufhin von der Regelung zur neuen Gesundheitskarte ausgenommen.” – Ging mir auch so. “Heimat-Krankenkasse”, früher BKK Oetker. Ich habe eine vorläufige unelektronische Karte erhalten, die Kasse hat mir freundlich mitgeteilt, daß sie bei meinen Daten vermerkt habe, ich wolle keine elektronische Karte, und die nette Leiterin der Abteilung hat mir gemailt, sie hoffe, daß meine Befürchtungen nicht wahr werden.

  16. anonym
    Erstellt am 13. Januar 2012 um 18:20 | Permanent-Link

    Diese Karte ist von Anfang an auf Lüge gegründet gewesen. Es ist mir unbegreiflich, daß Leute, die es besser wissen müßten, dergleichen (mind. teilweise) unterstützen, z. B. Verbraucherschützer und Datenschützer.

    Die Karte wird nur eingeführt, um Kohle zu machen bzw. zur besseren Überwachung.

    Selbst wenn für die Karte bessere Gründe sprächen, bleibt die Gefahr einer riesigen Datenbank. Denn weit mehr als 90 Prozent der Leute werden mitmachen und auch ihre Daten hergeben, weil sie zu uninformiert und zu träge, vor allem zum kritischen Denken, sind.

    Der vielbeschworene Mißbrauch der Karte ist m. E. eine Propagandalüge. Welcher Normalbürger gibt seine Karte (wie auch seine Bankkarte) schon aus der Hand (oder verliert sie ständig)? Ich wäre nicht mal im Traum darauf gekommen, sie einem anderen zu überlassen. Das Bild auf der Karte ist völlig überflüssig. Wenigstens dagegen müßte sich jeder wehren. Aber auch da werden es wieder nur Einzelne sein, die sich verweigern.

    Die Barmer hat mir im Oktober bereits einen Antrag für die sog. Gesundheitskarte zugesandt. Ich habe darauf nicht reagiert. Allerdings war das Anschreiben so abgefaßt, als würde man einer besonderen Vorzugsbehandlung zuteil; mit anderen Worten: Aus dem Text konnte ich lediglich auf Freiwilligkeit schließen, den Antrag auszufüllen und abzusenden. Und nein, ich wollte nicht zu den “early adopters” gehören und habe das nicht einmal kommuniziert. Erwartungsgemäß blieb dann anschließend alles ruhig.

  17. kein Name
    Erstellt am 13. Januar 2012 um 23:19 | Permanent-Link

    Mir ist es passiert, dass ich mit meiner “alten” Karte (im Sommer 2011 erhalten) in der ersten Januar-Woche zum Arzt bin, und die Karte mit den neuen Geräten nicht lesbar war. Musste mir dann anhören, meine Karte wäre wohl schon veraltet….könnte also auch gut sein, dass sie irgendwann die Geräte so konfigurieren, dass die Karten nicht mehr lesbar sind und man gezwungen ist, eine neue zu bekommen.

  18. Bärbel Schramm
    Erstellt am 16. Januar 2012 um 15:51 | Permanent-Link

    Selbst auf die Gefahr, dass ich für diesen Beitrag Prügel bekomme – was ich von der neuen Gesundheitskarte erwarte, ist, dass mir in Zukunft diese nervenden Anamnese-Fragebögen im Krankenhaus erspart bleiben. Da soll man auf den Tag genau angeben, wann man den Herzinfarkt hatte, wann man zuletzt geröntgt wurde, ganz zu schweigen von den Namen aller Medikamente, die man einnimmt …

  19. Frank
    Erstellt am 27. Januar 2012 um 13:26 | Permanent-Link

    Nachdem ich nun den zweiten Brief bekommen habe, doch bitte ein Bild zusammen mit dem Antrag für die neue eGK einzusenden bin ich heute in die Geschäftsstelle gegangen und habe der Mitarbeiterin dort freundlich erklärt das ich keine eGK möchte. Nach einem kurzem Telefonat mit einem Vorgesetzten (Sie zu Ihm: “…irgendwas mit Datenschutz…”) wurde ich aus dem Verteiler für die eGK genommen.

    Der einzige Haken: Wenn meine jetzige Versichertenkarte in 2 Monaten abläuft und ich keine neue “alte” Karte zugesandt bekommen sollte (“..werden nicht mehr hergestellt, aber vielleicht haben Sie ja noch Glück.”) müsste ich mir bei Bedarf einen Versicherungsnachweis (DIN A4, Inhalt: Herr XY ist bei uns versichert.) abholen.

    Freundlich fragen FTW!

  20. Erstellt am 10. April 2012 um 15:58 | Permanent-Link

    Es gibt übrigens vor dem SG Düsseldorf ein Musterverfahren gegen die Stasi-meets-Gestapo-Karte, diesen fleischgewordenen feuchten Fleck auf den Pyjamas aller staatlichen und privaten Schnüffler und Datensammler.

    Das schleppt sich seit 1,5 Jahren träge dahin, jetzt wurde eine Verzögerungsrüge eingereicht. Mehr auf Anfrage.

  21. Peterchen
    Erstellt am 20. April 2012 um 15:59 | Permanent-Link

    Wie ist den der aktuelle Stand der Dinge ?

    Wird diese e-Karte nun auch gegen alle Kritik, Logik, Moral und Bedenken zur Pflicht ?

    Muss man sich neben der eine mögl. positiven Eigenschaft dieser Karte zum gläsernen Menschen degradieren lassen ? – Und das wird dann noch von unseren Geldern getragen, obwohl dem Tenor nach die Mehrheit dagegen ist ?

    Über eine rasche Antwort würde ich mich sehr freuen. Im Netz finde ich leider nur ältere Beiträge – und auch kein Bescheid der die es zur Pflicht erheben würde. Dann könnte man nämlich direkt vor dem Sozialgericht klage erheben.

    Bisher lese ich immer nur man hätte Nachteile, bis hin man würde nicht behandelt. Das kann es ja nicht sein wenn es nicht auch rechtskräftig ist.

    Gruß Peterchen

    • markenware
      Erstellt am 20. April 2012 um 17:05 | Permanent-Link

      Ich hab nach wie vor meine alte Karte.
      Irgendwann bekam ich einen Anruf von der TK. Die Mitarbeiterin redete lange und freundlich. Ich fiel ich nicht ins Wort. Dann stellte sie eine konkrete Frage, wie ich mich zum Thema verhalten würde. Ich sagte ihr, daß ich mich so lange wie irgend möglich entziehen würde. Sie wiederholte meine Antwort in ihren eigenen Worten. Ich bestätigte. Sie sagte, vielen Dank, ich notiere das. Ich sagte, ich bedanke mich. Wir lachten beide und wünschten uns einen schönen Abend.

  22. Peterchen
    Erstellt am 20. April 2012 um 16:04 | Permanent-Link

    Das kein Missbrauch mehr stattfinden kann ist einer der wenigen positiven Aspekte die diese Karte mit sich bringt. Dank und seit der Krankenversicherungspflicht in der BRD ist dies aber schon extrem eingedämmt..

  23. Peterchen
    Erstellt am 20. April 2012 um 16:36 | Permanent-Link

    Zitat Bundesministerium für Gesundheit “Zwar ist die Speicherung von medizinischen Daten noch in der Vorbereitungsphase, dennoch steht jetzt schon fest: Die Versicherten können selbst bestimmen, ob und welche medizinischen Daten auf ihrer Karte gespeichert werden. ”

    - D.h das die Ärzte und Verwaltung eine zweifache Buchführung haben müssen. Damit werden alle Vorteile ad absurdum geführt.

    Die Gefahr das damit Schindluder getrieben wird und z.B schnell mal per Tastendruck zu einem Organspender wird, wenn das Geld stimmt versteht sich, ist viel zu groß.

    Einen Organsendeausweis mit meiner Unterschrift ist wohl schwerer zu fälschen.

    “Anders als heute, wo Gesundheitsdaten zum Teil noch ungeschützt per Fax oder E-Mail ausgetauscht werden, können Gesundheitsdaten künftig, sobald sie die Arztpraxis oder das Krankenhaus nach Zustimmung von Arzt und Patient verlassen, mit der Gesundheitskarte individuell verschlüsselt werden. ”

    - Ach heute geht das dem zufolge ohne meine Zustimmung von statten ?!?! Ja dann wird es wohl zeit für eine lang überfällige Klage.

    Auch heute kann man diese Daten genau so sicher verschicken wie mit dieser Karte. SSL-Verschlüsselungen gibt es schon lange.

  24. Peterchen
    Erstellt am 20. April 2012 um 16:44 | Permanent-Link

    Zitat : “Mir ist es passiert, dass ich mit meiner “alten” Karte (im Sommer 2011 erhalten) in der ersten Januar-Woche zum Arzt bin, und die Karte mit den neuen Geräten nicht lesbar war. Musste mir dann anhören, meine Karte wäre wohl schon veraltet….könnte also auch gut sein, dass sie irgendwann die Geräte so konfigurieren, dass die Karten nicht mehr lesbar sind und man gezwungen ist, eine neue zu bekommen.”

    - Und wie sieht das dann bei privatversicherten aus, die keine e-Karte brauchen ? – Die neuen Geräte sollten eigentlich die alten lesen können. Zur Not sollte der Arzt das alte Gerät behalten. Oder er muss es eben schriftlich niederlegen. Letztendlich kostet es und kostet es.
    Aber wir müssen es durchsetzen koste es was es wolle.

  25. Peterchen
    Erstellt am 20. April 2012 um 17:02 | Permanent-Link

    Das Foto ist ohnehin ein Witz, genau wie bei einem Bahnticket.
    Ich kann mich mit meinem “AUSWEIS” ausweisen.

    Dafür ist er da.

  26. Karl Brutal
    Erstellt am 10. Mai 2012 um 00:35 | Permanent-Link

    Mit der neuen Gesundheitskarte entbinde ich meinen Arzt der Schweigepflicht, wenn meine Krankenakte von jedem Apotheker, Arzt, Psychologen und von wem auch immer eingesehen werden kann.

  27. Bernd König
    Erstellt am 26. Mai 2012 um 07:05 | Permanent-Link

    Die Aufforderung zur Einsendung eines Fotos habe ich mit der Begründung – meine DAK soll erst einmal die zu Unrecht erhobenen
    Zusatzbeiträge rückerstatten – unfrei zurück geschickt. Trotzdem erhilt ich einige Zeit später einr eGK ohne Foto. Diese wiederum habe ich ebenso unfrei zurück geschickt, natürlich mit dem Vermerk das meine Karte noch bit 2020 gültig ist und ich die eGK weiterhin verweigere.
    Gestern schickte man mir wieder einen Vordruck mit der Aufforderung eines Paßbildes – was ich natürlich auf meine Kosten machen muß – zu.
    Auch diese Schreiben geht postwendent unfrei zurück. So werden unsere Gelder in diesem mitlerweile Schnüffelstaat verheitzt. Ich werde mich weiterhin weiger. Bitte nachmachen.

11 Trackbacks

  1. [...] Mit zwei Stunden Aufwand und ein paar Briefen die elektronische Krankenkassenkarte abwehren: das geht und wenn viele Leute mitmachen, dann kippt das Projekt noch ganz. Auf patientinformiertsich.de gibt es eine einfache und ausführliche Anleitung mit Musterbriefen und allem, was mensch braucht. Mitmachen! (via) [...]

  2. [...] M./Netzpolitik, 10.01.12: Wie man keine elektronische Gesundheitskarte bekommt Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. [...]

  3. [...] wurde vorerst ausgesetzt. Außer einem aufgedruckten Foto bietet die Karte keine Neuerungen… weiterlesen (Quelle: AndreasM – 10.01.2012 – Netzpolitik) Share [...]

  4. Von Neuigkeiten 12 01 2012 | Propagare News am 12. Januar 2012 um 21:04

    [...] Neuigkeiten 12 01 2012 Donnerstag, 12. Januar 2012, 21:04 132640224509Thu, 12 Jan 2012 21:04:05 +0000 at 21:04   Wie man keine elektronische Gesundheitskarte bekommt http://netzpolitik.org/2012/wie-man-keine-elektronische-gesundheitskarte-beko… [...]

  5. [...] Wie man keine elektronische Gesundheitskarte bekommt http://netzpolitik.org/2012/wie-man-keine-elektronische-gesundheitskarte-beko… [...]

  6. Von Neuigkeiten statt Nachrichten 12 01 2012 « am 17. Januar 2012 um 03:53

    [...] man keine elektronische Gesundheitskarte bekommt 1 2 [...]

  7. [...] man keine elektronische Gesundheitskarte bekommt. Hg. v. netzpolitik.org. Online verfügbar unter http://netzpolitik.org/2012/wie-man-keine-elektronische-gesundheitskarte-bekommt/, zuletzt aktualisiert am 10.01.2012, zuletzt geprüft am [...]

  8. [...] Wie man keine elektronische Gesundheitskarte bekommt › netzpolitik.org [...]

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